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Gericht

Strafe für Nötigung von Feuerwehrfrau

Es ging in Neumarkt um die Härte der Strafe für den Mann, der mit seinem Auto auf eine Feuerwehrfrau zugefahren ist.
Doris Distler

Der Fall hatte in Neumarkt viele mitgenommen. Nun ging es vor Gericht um die Strafe für den Mann, der auf eine Feuerwehrfrau zugefahren ist. Symbolfoto: Britta Pedersen/dpa
Der Fall hatte in Neumarkt viele mitgenommen. Nun ging es vor Gericht um die Strafe für den Mann, der auf eine Feuerwehrfrau zugefahren ist. Symbolfoto: Britta Pedersen/dpa

Neumarkt.„Nötigung“ lautete der Vorwurf gegen den 64-jährigen S., doch dieser saß gar nicht zur Klärung des Tatbestands vor Richter Rainer Würth in Neumarkt, sondern nur deswegen, weil sein Anwalt Christopher Lihl Einspruch gegen das bereits zu früherer Zeit erfolgte Urteil eingelegt hatte.

„Am Tatbestand wollen wir gar nicht rütteln, es geht nur um die Härte der Strafe“, erklärte der Rechtsanwalt dem Richter. Der 64-jährige war bei einem Einsatz der Feuerwehr mit seinem Auto so schnell auf eine Feuerwehrfrau zugefahren, die gerade einen Baum absägte, dass sich diese „nur durch einen Sprung retten konnte“, wie es in der Anklageschrift geheißen hatte. Danach habe er ihr noch den ausgestreckten Mittelfinger gezeigt.

Zwei Monate Fahrverbot

Die Tatsachen an sich hatte der Angeklagte wohl gar nicht geleugnet, „nur in der Darstellung der Umstände haben wir eine andere Sichtweise,“ so der Anwalt als Fürsprecher seines Mandanten. Dieser hatte damals eine Strafe von 40 Tagessätzen zu je 50 Euro aufgebrummt bekommen, dazu zwei Monate Fahrverbot.

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Der 64-jährige S. habe damit massive Schwierigkeiten, erklärte Christopher Lihl. Zum einen bekomme er nur eine geringe Erwerbsminderungsrente, mit der er jedoch noch zwei Kinder in seinem Haushalt mitversorgen und ein Haus abbezahlen müsse.

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Wichtiger Nebenerwerb

Zum anderen sei dessen Nebenerwerb gefährdet: Er fahre behinderte Kinder und wenn er zwei Monate nicht fahren könne, sei sein für ihn und die Familie wichtiger Nebenverdienst weg. Richter Rainer Würth hatte ein Einsehen mit dem Angeklagten und reduzierte das Strafmaß auf 40 Tagessätze zu je 35 Euro in Form von Ratenzahlung, dazu ein Monat Fahrverbot. Das bekomme er hin, versicherte der Anwalt. (ndd)

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