MyMz
Anzeige

Ortsumgehung

Baustopp für die Sandstraße

Der Denkmalschutz ordnet in Beilngries Ausgrabungen an. Die Verlängerung wird deswegen erst später fertig.
Von Markus Rath

Die Arbeiten für die Ortsumgeung sind schon fortgeschritten. Foto: Nurtsch
Die Arbeiten für die Ortsumgeung sind schon fortgeschritten. Foto: Nurtsch

Beilngries.Der Denkmalschutz hat auf der geplanten Trasse für die Verlängerung der Sandstraße zur Ortsumgehung (siehe Grafik) zugeschlagen: Diese Botschaft verkündete Bürgermeister Alexander Anetsberger in der Sitzung des Stadtrates. Nachdem an mehr als 400 Stellen Bodendenkmäler gefunden wurden, rücken jetzt erst einmal die Archäologen an und starten ihre Ausgrabungen. Diese Arbeiten werden sicherlich zwei Monate dauern.

Deswegen ist auch die fest eingeplante Fertigstellung des Zubringers bis zum Schuljahresanfang nicht sicher. Dann sollten nämlich alle Schulbusse für Gymnasium, Grund- und Hauptschule das Schulzentrum über die Umgehung anfahren und so die Innenstadt und die Siedlung Sandstraße entlasten. Die Stadtverwaltung habe die Busunternehmen darüber bereits informiert. Diese würden jetzt für das kommende Schuljahr zweigleisig planen, um auf eine verspätete Fertigstellung der Sandstraße reagieren zu können. „Nicht beeinträchtigt von den Ausgrabungen ist die Ortsumgehung zwischen den beiden Kreisverkehren“, sagte Anetsberger. Diese werde pünktlich zum Herbst fertig und für den Verkehr freigegeben. Hier seien sämtliche archäologischen Untersuchungen bereits seit langer Zeit abgeschlossen.

Das Gebiet, durch das die Verlängerung der Sandstraße führt, gilt laut Stadtbaumeister Thomas Seitz als Verdachtsfläche für Bodendenkmäler: „Weil die Umgebung von dieser Stelle aus sehr gut einsehbar ist, soll sich dort nach Auskunft der Archäologen einmal eine Lagerstätte befunden haben.“ Deshalb erfolgte ein sogenannter begleiteter Humusabtrag, bei dem ein Archäologe neben dem Bagger steht oder herläuft und mögliche Fundstellen markiert. Diese würden dann entweder kartiert oder wie im Fall der Baustelle Sandstraße ausgegraben. Erwartet werden unter anderem Tonscherben und steinerne Pfeilspitzen.
Nimmt man die große Zahl von mehr als 400 Fundstellen, die auf dem verhältnismäßig kurzen Baustellenstück zum Maßstab, so war der Baggerbegleiter dort besonders eifrig am Werk. Anetsberger: „Diese Zahl ist rekordverdächtig und in Beilngries bisher unerreicht.“

Der Ort Beilngries wurde 1007 erstmals im Zusammenhang mit der Güterausstattung des neuen Bistums Bamberg urkundlich erwähnt.

Mehr aus Neumarkt und Umgebung:

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht