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Kinder

Betreuungsbedarf überrollt Beilngries

Der alte Franziskuskindergarten in Beilngries wird nicht abgerissen. Die Stadt betreibt dort vier Kindergruppen weiter.
Von Markus Rath

Der Betrieb im Altbau des Franziskuskindergarten wird bis 2021 fortgesetzt. Foto: Hans-Peter Gleisenberg/Archiv
Der Betrieb im Altbau des Franziskuskindergarten wird bis 2021 fortgesetzt. Foto: Hans-Peter Gleisenberg/Archiv

Beilngries.Die Realität hat die Planungen der Stadt Beilngries ad absurdum geführt. Der neu gebaute Franziskuskindergarten (Franziskus I) reicht schon jetzt nicht aus, um den Bedarf an Betreuungsplätzen ab September zu decken. Das machte Bürgermeister Alexander Anetsberger in der Sitzung des Stadtrats deutlich. Deshalb wird der Altbau (Franziskus II) nicht wie geplant abgerissen, sondern von der Stadt mit voraussichtlich vier Gruppen bis 2021 weiterbetrieben. Dann soll ein Neubau bei der Grundschule den weiter steigenden Bedarf auffangen.

Auf Trägersuche verzichtet

Der bisherige Träger von Franziskus II, die katholische Kirchenstiftung, die auch den Schutzengelkindergarten betreibt, übernimmt Franziskus I mit vier Kindergarten- und zwei Kinderkrippengruppen, kann aber nicht eine vollständige dritte Einrichtung schultern. Der Idee, Franziskus II als Satellit unter gemeinsamer Leitung mit Franziskus I laufen zu lassen, hatte das Landratsamt eine Absage erteilt. „Wir haben wegen der Kürze der Zeit darauf verzichtet auf Trägersuche zu gehen. Das hat auch das Landratamt uns so empfohlen, weil diese Suche Sorgfalt benötigt und wir auch keine große Erfahrung darin haben“, sagte Anetsberger.

Viele Bewerbungen für offene Stellen

Die Stadt hätte Hintergrundgespräche geführt und die benötigten Stellen für Erzieher, Kinderpfleger und eine Kindergartenleitung ausgeschrieben. Insgesamt sind acht Vollzeitstellen nötig. Dafür müsse zudem die Stadtverwaltung um eine halbe Stelle aufgestockt werden. „Wir haben ausreichend Bewerbungen, um die Aufgabe zu stemmen“, sagte der Bürgermeister, der einstimmig grünes Licht für diese Vorgehensweise bekam.

Waldkindergarten

  • Bedarf:

    Die Prognose für die Zahl der Kindergartenplätze steigt: Im Kindergartenjahr 2019/20 sind es 260 Kinder, 2020/21 ebenfalls 260, 2021/22 279, 2022/23 293 und 2023/24 306.

  • Waldkindergarten:

    Als zusätzliches Betreuungsangebot plant die Stadt ab 2020 eine Natur- oder Waldkindergartengruppe. Diese könnte ohne großen Aufwand bei der Baumann-Ranch eingerichtet.

Zuvor hatte es aber eine lebhafte Diskussion zur aktuellen Situation gegeben. Vor allem die Frage, wie fest die Stadt an das Personal gebunden ist, sollte sie nicht die Trägerschaft des neuen geplanten Kindergartens bei der Schule übernehmen, beschäftigte das Gremium. Anetsberger informierte, dass alle Stellen unbefristet ausgeschrieben wurden, um sie attraktiv zu machen. Sollte die Stadt die Trägerschaft nach zwei Jahren nicht weiterführen, sei eine betriebsbedingte Kündigung möglich. Eventuell würde ein neuer Träger die Mitarbeiter auch übernehmen.

Unsicherheit ist verständlich

Claudia Bach (parteilos) beschäftigte die Frage, wann die Eltern erfahren, ob sie in der kirchlichen Einrichtung bleiben oder unter städtische Obhut wechseln müssen. Anetsberger, der Bach eine gewisse persönliche Betroffenheit angesichts dieser Frage attestierte, wies darauf hin, dass für ihn entscheiden sei, dass alle Kinder einen Betreuungsplatz bekommen. Es sei verständlich, dass die Eltern eine gewisse Unsicherheit verspüren. Dies sei unnötig: Anetsberger: „Vieles bleibt beim Alten und auch die bewährte Betreuungsqualität wird fortgeführt. Sein Stellvertreter Anton Grad ergänzte: „Die Frage, ob kirchlich oder städtisch ist doch wurscht wie sonst noch was.“ Keine der beiden Varianten sei besser oder schlechter für die Betreuung.

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