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Stadrat

Die Ortsumfahrung treibt den Stadtrat um

Die Ortsumfahrung in Beilngries ist bald fertig, trotzdem macht sie Probleme: Sie kam viel teurer als gedacht.
Von Franz Guttenberger

Vor dem neuen Cafe Gabrieli kommen Freiplätze und der Fußweg wird neu geführt. Foto: Franz Guttenberger
Vor dem neuen Cafe Gabrieli kommen Freiplätze und der Fußweg wird neu geführt. Foto: Franz Guttenberger

Beilngries.Die Ortsumfahrung Beilngries bereitet den Stadträten großes Kopfzerbrechen. Der Knackpunkt dabei ist die Zwischenlagerung des Aushubmaterials sowie belastetes Material, was erhebliche Mehrkosten mit sich bringt, die bei der Auftragsvergabe nicht eingeplant waren. Umfassend informierte Bürgermeister Alexander Anetsberger den Stadtrat über den Sachstand. Wie Anetsberger informierte, schreiten die Arbeiten beim Bauvorhaben Ortsumfahrung im Bauabschnitt I gut voran. Nach jetzigem Kenntnisstand ist damit zu rechnen, dass die Arbeiten im Herbst dieses Jahres fertig werden. Allerdings gab es bei der Durchführung der Erdarbeiten in Verbindung mit der erforderlichen Bodenverbesserung im letzten Jahr massive Mehraufwendungen.

Die grundsätzliche Planung des Bodengutachters und auch des Ingenieurbüros sah vor, dass der Oberboden abgetragen wird und dann ein Erdaushub mit einer Tiefe von rund 40 Zentimeter folgt. Die Gesamtaushubtiefe hätte damit etwa 70 Zentimeter betragen. Nach Beginn der Erdarbeiten wurde aber bald festgestellt, dass die Aushubtiefe bei weitem nicht ausreicht, da vielfach nicht standfester Boden angetroffen wurde. Auf Anraten des Bodengutachters wurde daher die Gesamtaushubtiefe auf einem Meter erhöht. Durch die schlechten Bodenverhältnisse erhöhte sich der geplante Erdaushub von 28 000 Kubikmeter auf 52 000 Kubikmeter. Für die Entsorgung muss nochmals ein Auflockerungsfaktor von rund 14 Prozent hinzu gerechnet werden. Dadurch erhöhen sich die geplanten Materialbedarfe der Bodenverbesserung von 40 000 auf 60 000 Tonnen. Die enormen, nicht eingeplanten Zwischenlagerungen des Materials und des nicht eingeplanten belasteten Materials führen ebenfalls zu erheblichen Mehrkosten.

Vor allem im Bereich der Eichstätter Straße trat erheblich belastetes Material zu Tage. Hier wurde vermutlich in der Vergangenheit Baumaterial von Altstraßen und Bahnlinien verfüllt oder überbaut. Die Stadt hat sofort gehandelt und verschiedene Verwertungswege vorgesehen. Nun muss mit Gesamtkosten von 14,3 Millionen Euro gerechnet werden, also eine Kostensteigerung von rund 1,7 Millionen Euro in Bezug auf die Kostenrechnung von Dezember 2017. Die falschen Annahmen bei der Ausschreibung und die nicht vorgesehene kostenintensive Zwischenlagerung wurden eifrig diskutiert und die weitere Verfahrensweise im nichtöffentlichen Teil behandelt. Stadtrat Bernhard Merkl konnte es nicht verstehen, dass beim Bodengutachten nicht daran gedacht wurde, dass hier die alte Bahnlinie verlaufen ist.

Weitere Beschlüsse

  • Kirchensanierung:

    Die Katholische Kirchenstiftung erhält einen Zuschuss von rund 13 000 Euro für die Sanierung der St. Ägidius- Kirche.

  • Beleuchtungskonzept:

    Für die Altstadtgassen in Beilngries wird jetzt ein Beleuchtungskonzept erstellt. Der Auftrag wurde an die Firma Bamberger aus Pfünz vergeben. 60 Prozent der Kosten sind förderfähig. (ugu)

In der Sitzung außerdem besprochen: Der Landgasthof Euringer in Paulushofen möchte seinen Betrieb erweitern. Der Entwurf des Bebauungsplanes wurde vom Stadtrat bereits bewilligt. Nun wurde die Verwaltung damit beauftragt, das Verfahren durchzuführen, nämlich die Beteiligung der Öffentlichkeit und der Behörden.

Zum Neubau eines Doppelhauses mit je zwei Wohneinheiten (Ferienwohnungen) durch die J.B Prinstner GmbH in der Rebenstraße bestand ebenso Einverständnis. Ferner wurde dem Antrag von Michael Seitz, in Kirchbuch eine landwirtschaftliche Halle zu errichten, zugestimmt. Das Cafe Gabrieli in der Hauptstraße hat einen neuen Besitzer gefunden. Dieses historische Gebäude wird umfassend renoviert und wieder eröffnet. Der neue Besitzer möchte die Freiflächen vor dem Cafe und dem Hotel Wagner nutzen. Die Stadträte schauten sich zu Beginn der Sitzung die Lage näher an. Das Cafe bekommt einige Parkplätze als Freifläche. Der Fußweg vorbei an Cafe und Hotel Wagner wird entsprechend neu festgelegt.

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