MyMz
Anzeige

Tourismus

Erlebnisfreibad für Beilngries?

Die Stadt erhält zwei Millionen Zuschuss zur Freibad-Sanierung. Noch ist unklar, ob es zum Erlebnisbad umgestaltet wird.
Von Markus Rath

Das Freibad wurde 1968 erbaut. Jetzt soll es möglicherweise komplett umgestaltet werden. Fotos: Stadt Beilngries
Das Freibad wurde 1968 erbaut. Jetzt soll es möglicherweise komplett umgestaltet werden. Fotos: Stadt Beilngries

Beilngries.Die beste Nachricht hatte sich Bürgermeister Alexander Anetsberger bei der Stadtratsitzung in Beilngries für den Schluss aufgehoben. „Wir bekommen für eine mögliche Sanierung unseres Freibades einen Sonderzuschuss von zwei Millionen Euro.“ Zu verdanken sei dies MdB Dr. Reinhard Brandl (CSU), der sich als Mitglied des Haushaltsausschusses massiv dafür eingesetzt habe, dass Beilngries zum Zuge kommt. „Wir sind froh, dass wir mit ihm einen so aktiven Unterstützer haben und danken dafür herzlich“, sagt Anetsberger.

Doch diese Nachricht hat auch eine Vorgeschichte: Bereits 2016 hatte die Stadtverwaltung dem Stadtrat den Sanierungsbedarf beim Freibad dargelegt und gleichzeitig zwei Planungsideen vorgestellt. Laut Stadtbaumeister Thomas Seitz sieht eine konservative Version vor, das Becken und die Technik zwar komplett zu modernisieren, aber seinen Charakter als klassisches 50-Meter-Becken für Schwimmer beizubehalten.

Wird das Becken geteilt?

Als Alternative wurde eine Teilung in Längsrichtung überlegt. Der zweite Beckenteil könnte dann in Richtung Erlebnisbad umgestaltet werden: Die planerische Stoffsammlung umfasse eine Rutsche, eine Rondel mit verschiedenen Strömungsdüsen, vielleicht auch einen Whirlpool mit Massagedüsen und generell eine etwas höhere Wassertemperatur. Gleichzeitig sollte aber ein Schwimmerbereich mit klassischen Bahnen erhalten werden.

Das Freibad-Gebäude wurde bereits vor einigen Jahren mit einem neuen Dach und Photovoltaik versehen.  Fotos: Stadt Beilngries
Das Freibad-Gebäude wurde bereits vor einigen Jahren mit einem neuen Dach und Photovoltaik versehen. Fotos: Stadt Beilngries

Klar sei auch, dass bei einer Sanierung auch die Umkleiden und die komplette Haustechnik mit angepackt würden. Lediglich das Gebäudedach sei bereits saniert und mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet. Auch der Außenbereich mit Insel, Liegewiese und Beachvolleyballfeld sei bereits modern gestaltet und müsste nicht verändert werden. Neben einer größeren Attraktivität des Bads für Einheimische und Gäste werde Beilngries wohl auch durch sinkende Energiekosten für die Investition belohnt werden.

Seitz sagt dazu: „Der Stadtrat hat 2016 den Sanierungsbedarf grundsätzlich festgestellt und die Stadtverwaltung beauftragt, das Projekt in finanziell vertretbare Bahnen zu lenken.“ Schließlich stand im Raum, dass die „Sanierung eine Menge Geld kostet“ und dass es für solche Projekte, die nicht zu den Pflichtaufgaben einer Gemeinde gehören, keine Fördermöglichkeiten gibt. „Wir haben die Sache dann im Auge behalten und nebenher weiterverfolgt.“ Es sei aber nicht klar gewesen, wann Beilngries wirklich das Geld in die Hand nehmen würde, um eine Generalsanierung auszuführen. Als im Juli 2018 ein Sonderförderprogramm der Bundesregierung aufgelegt wurde, hätte man sich entschlossen, sich mit der Planung für die Freibadsanierung zu bewerben. Große Hoffnung auf eine Zusage machte sich in Beilngries aber niemand, war der anfangs mit 100 Millionen Euro ausgestattete Fördertopf doch nach kürzester Zeit überzeichnet. Und auch nachdem dieser auf 300 Millionen Euro aufgestockt wurde, standen die Chancen für Beilngries nicht wirklich gut.

Mehr Bewerber als Geld

Beantragt wurden laut einer Pressemitteilung von MdB Brandl allein in Bayern ursprünglich 240 Projekte mit einem Fördervolumen in Höhe von 475 Millionen Euro, darunter etwa 90 Frei- und Hallenbäder. An den bayerischen Antragszahlen werde deutlich, dass das Förderprogramm stark überzeichnet war – bundesweit sogar dreizehnfach. „Daher freut es umso mehr, dass es gelungen ist, Bundesmittel für die Sanierung des Freibades in Beilngries zu erhalten. Insgesamt werden für die Sanierung und Neugestaltung des Freibades 3,8 Millionen Euro benötigt“, sagt Brandl. Zur Unterstützung dieses Projekts habe der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages Mittel in Höhe von zwei Millionen Euro freigegeben.

Nachrichten aus der Stadtratssitzung

  • Utzmühle:

    Für den geplanten Bebauungsplan standen der Satzungsbeschluss und die Behandlung der Stellungnahmen nach der Öffentlichkeitsbeteiligung auf der Tagesordnung. Beides erfolgte mit nur einer Gegenstimme. Private Einwände zur Planung gab es keine.

  • Bauantrag:

    Franz Götz aus Kottingwörth will eine landwirtschaftliche Geräte- und Lagerhalle im Außenbereich bauen. Dazu wurde ihm das gemeindliche Einvernehmen einstimmig erteilt. Er muss sich allerdings selbst um die Löschwasserversorgung vor Ort kümmern.

  • Bauland:

    Weil durch die Änderung des Bebauungsplans „Am Wasserturm“ in Grampersdorf ein Privatgrundstück quasi zum Innenbereich und bebaubar geworden wäre, wurde mit dem Eigentümer vereinbart, das Grundstück in den Bebauungsplan einzubeziehen.

Das Programm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ ist laut Brandl Teil des Zukunftsinvestitionsprogramms der Bundesregierung. „Mit der Förderung von investiven Projekten mit besonders sozialer und integrativer Wirkung zielt es darauf, den Investitionsstau bei der sozialen Infrastruktur zu beheben.“ Dabei kämen Sport, Jugend- und Freizeiteinrichtungen im Hinblick auf die soziale und gesellschaftliche Integration eine zentrale Rolle zu. Bedauerlicherweise seien in Deutschland aber viele Sportstätten sowie Jugend- und Kultureinrichtungen in die Jahre gekommen.

So auch das Beilngrieser Freibad, das 1968 erbaut wurde, und auch einen entsprechend funktionalen Charme ausstrahlt. „Wir haben zwar immer wieder kleinere Sanierungsarbeiten vorgenommen, für eine komplette Sanierung hätte es aber keine Finanzierung gegeben“, sagt Seitz. Jetzt müsse der Stadtrat beraten, in welche Richtung es gehen soll. Denn eine Entscheidung zwischen der konservativen Sanierung und einer weitergehenden Umgestaltung zum Erlebnisbad sei noch nicht getroffen worden.

Mehr aus Neumarkt und Umgebung:

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht