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Feuerwehr feierte Jubiläum

Vor 150 Jahren wurde die FF Beilngries gegründet. Beim Festakt in der Bühlerhalle erhielten die Kameraden viel Lob.
von Johann Grad

Den Festakt eröffnete der Einzug der Fahnenträger in die Bühlerhalle, die dabei kräftig ihre Fahnen schwangen. Fotos: Johann Grad
Den Festakt eröffnete der Einzug der Fahnenträger in die Bühlerhalle, die dabei kräftig ihre Fahnen schwangen. Fotos: Johann Grad

Beilngries.Genau am Gedenktag des heiligen Florians hat die Freiwillige Feuerwehr Beilngries bei einem feierlichen Gottesdienst und einem Festakt ihr 150-jähriges Bestehen gefeiert. Mit flotter Marschmusik führte die Original Altmühltaler Blasmusik die politische Prominenz, den Jubelverein und Feuerwehren der Großgemeinde zur Stadtpfarrkirche St. Walburga. Die vielen Bänke füllten sich wie selten, die Fahnenträger nahmen Aufstellung im Chorraum und ein Lied zu Ehren des heiligen Florian, begleitet von mächtigem Orgelklang, eröffnete den Gottesdienst. Mit kräftigen Stimmen sang Männergesangsverein Lieder zum Lobe Gottes.

Domkapitular Josef Funk dankte in der Predigt der Feuerwehr für 150 Jahr Dienst für die Menschen. Er nannte die zwei Motive aller Wehren: „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“ und „Einer für alle, alle für einen“. Das zweite Motto sei charakteristisch für den Einsatz, egal ob auf der Drehleiter oder am Boden, es gelte das Ausbreiten eines Brandes zu verhindern. Alle helfen zusammen, um den Schaden gering zu halten.

Der Jubelverein mit der Fahnenabordnung auf dem Weg zum Festgottesdienst
Der Jubelverein mit der Fahnenabordnung auf dem Weg zum Festgottesdienst

Dem Nächsten zur Wehr, ihm zu helfen gelte es, wenn es um Haus und Hof, Hab und Gut und sogar um das Leben gehe. Feuerwehr, Polizei, Rettung und andere Hilfsdienste leisteten selbstlosen und freiwilligen Dienst am Nächsten. Seit 15 000 Jahren brenne das Feuer im Ofen, sorge für Wärme und Schein. Doch wehe, wenn es auskomme und eine Schneise der Verwüstung schlage.

„Wenn die Wehrmänner die Not des Nächsten erkennen und Hilfe leisten, tun sie das Gott zur Ehr“, sagte Funk. Seit den Anfängen 1869 lindere die Feuerwehr bei Feuer oder Überschwemmung in gemeinsamer Anstrengung die Not und helfe. Nach dem Credo segnete der Stadtpfarrer die Fahnenbänder. Stilla Zaigler trug das erneuerte Band, das sie als ehemalige Fahnenmutter gestiftet hatte. Das Fahnenband mit dem neuen Stadtwappen brachte Stefanie Schmidtner. Die Fahnenjunker stifteten ebenfalls ein Band, das Elfriede Bruckschlögel trug.

Helme der Bürgerwehr

Zu den einzelnen Fürbitten legten Mitglieder der Wehr Leiter, Strahlrohr, Helm, Leine als Zeichen ihres Dienstes ab. Die Statue des heiligen Florians als Schutzpatron fand Platz auf dem Altar. Dann stimmten alle Wehrmänner ein Lied an mit dem Kehrvers: „Hilf uns im Einsatz, brich die Bahn, das bitten wir, Sankt Florian!“

Am Ende des Gottesdienstes dankte der Geistliche allen, die zur Gestaltung beigetragen hatten und vor allem den Feuerwehrlern, die als ehemalige Ministranten gekonnt den Altardienst verrichtet hatten. Der Wehr wünschte er gutes Gelingen am Dienst der Nächsten, wann immer er angesagt sei. Geführt von der Blaskapelle ging es in die Bühlerhalle zum offiziellen Festakt und zum geselligem Beisammensein. Rasch füllte sich der festlich geschmückte große „Saal“. Auf den Tischen standen schon Getränke bereit, die restlichen brachten die flotten Bedienungen.

Rückblick

  • 1869:

    Gründung der Feuerwehr Beilngries; 100 Mitglieder traten laut Zeitungsbericht bei.

  • 1910:

    Großübung anlässlich einer Inspektion der Feuerwehren Beilngries, Hirschberg, Wiesenhofen und Paulushofen vor der Frauenkirche

  • 1922:

    Der Stadtrat wird zum 50-jährigen Bestehen eingeladen.

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Die Saustoimusi, die trotz ihres Namens einen klasse Sound produzierte, spielte einen Tusch, der Beilngrieser Kommandant Wolfgang Petschl begrüßte kurz und rief die Fahnenträger zum Einzug auf. Zur Marschmusik und dem Anfeuerungs-Klatschen der Kameraden brachten die starken Männer mit kräftigen Schwüngen und ohne sich zu verhaspeln, ihre Fahne nach vorne, zuletzt auch ganz souverän Thomas Bauer vom Jubelverein.

Kommandant Petschl erinnerte an die Gründung der Wehr 1869 und betonte: „In den 150 Jahre hat sich sehr viel getan und verändert, doch eins blieb gleich, anderen ehrenamtlich zu helfen.“ Bürgermeister Alexander Anetsberger gratulierte im Namen der Stadt der Stützpunktfeuerwehr als Rückgrat für Hilfeleistung zum 150. Geburtstag und wünschte für viele Jahre alles Gute beim aktiven Dienst.

1870 wurde die Bürgerwehr aufgerufen, die nicht mehr benötigten Helme der Feuerwehr zu überlassen. „Es ist eine Herausforderung für die Kommune, die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr, auch der 15 Ortsfeuerwehren, sicherzustellen“, betonte Anetsberger. In den vergangenen zehn Jahren wurde rund eine Million Euro dafür aufgewendet. Den Brandschutz mit freiwilligen Diensten ordnungsgemäß zu sichern, komme man mit dem Stützpunkt am Wiesenweg nach. Auch mit der Jugendarbeit habe die Wehr rechtzeitig begonnen. Mitglieder der Jugendgruppen bei der 125-Jahrfeier seien heute aktiv und prägend wie Thomas Netter, jetzt 2. Kommandant. Mitglieder der Kinder- und Jugendfeuerwehr heute würden in 25 Jahren tragende Funktionen übernehmen. Man könne zuversichtlich in die nächsten 150 Jahre blicken.

Neue Drehleiter gewünscht

Die Saustoimusi unterhielt die Gäste.
Die Saustoimusi unterhielt die Gäste.

Vor 25 Jahren brachte der damalige Landrat Konrad Regler ein Feuerwehrboot als Geschenk mit. Heute müsse die Feuerwehr mit einem neuen Fahnenband zufrieden sein, doch künftige Wünsche, wie der einer neuen Drehleiter, werden zu erfüllen sein. Anetsberger bedankte sich bei allen Feuerwehren für ihren wertvollen Dienst.

Landrat Anton Knapp bestätigte, dass 150 Jahre Freiwillige Feuerwehr etwas Besonderes sei. „Beilngries war ganz vorne dabei, die als erste die Aufgaben „Retten, Bergen, Löschen und Schützen“ wahrgenommen haben“, so Knapp. Bei der Finanzierung einer neuen Drehleiter sei der Landkreis sicher dabei, denn eine gute Ausstattung sei wichtig. Sein Dank ging an die Verantwortlichen und die Feuerwehrkameraden.

Kreisbrandrat Martin Lackner lobte Tatkraft und Schnelligkeit, denn die Wehr sei da, wenn es brenne. Sie sei auch das Gesicht einer Stadt, denn sie sei zur Stelle, um Menschen zu helfen. Er dankte für alles Engagement in der Großgemeinde, auch das kulturelle Leben werde mitgeprägt. Kommandant Wolfgang Petschl dankte allen Kameraden für Teamgeist beim Blaulichttag, der professionell ausgerichtet worden sei. Er wünschte alles Gute und viel Nachwuchs. Damit beendete er den offiziellen Teil des Festaktes.

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