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Essen

Frühlingsgerichte in Beilngries

Das kulinarische Frühlingserwachen wurde mit einem Feuerwerk von Spezialitäten eröffnet. Zahlreiche Ehrengäste waren dabei.
Von Hans Peter Gleisenberg

Die Wirte und Köche vor der Eröffnung des Büffets. Rechts Wirtesprecher Eduard Liebscher und links Gastgeber Ludwig Bauer. Fotos: Gleisenberg
Die Wirte und Köche vor der Eröffnung des Büffets. Rechts Wirtesprecher Eduard Liebscher und links Gastgeber Ludwig Bauer. Fotos: Gleisenberg

Beilngries.Der Hinweis auf eine Erfolgsgeschichte Beilngrieser Gastronomie zog sich wie ein roter Faden durch die Eröffnungsveranstaltung des „Kulinarischen Frühlingserwachens“ in der Altmühlmetropole.

Die 22. Auflage der Genussgastgastgeber wurde zwar im Hotel Gasthof Krone eröffnet, ist aber ein Gemeinschaftswerk von acht Gastronomiebetrieben aus Beilngries, Hirschberg und Paulushofen. Die Eröffnungsrede hielt Wirtesprecher Eduard Liebscher, der diesen Posten nun schon seit 45 Jahren bekleidet. Eigentlich wurde bei der Gründung der Beilngrieser Wirtegemeinschaft ein zweijähriger, turnusmäßiger Wechsel vereinbart, aber die Amtszeit des Gamswirts wurde stillschweigend bei jeder Versammlung verlängert, was ein großer Vertrauensbeweis in dessen Arbeit war und ist. Mancher Politiker würde sich wünschen, ohne große Brimborium einen derartigen Vorschuss an Vertrauen zu bekommen.

Es gibt einiges zu meistern

Die Gastronomieangestellten sind vier Wochen lang besonders gefordert. Fotos: Gleisenberg
Die Gastronomieangestellten sind vier Wochen lang besonders gefordert. Fotos: Gleisenberg

In gewohnt souveräner Manier stellte Liebscher die Beilngrieser Gastronomie und deren Leistungsfähigkeit in den Fokus: „Wir wollen den Frühling nutzen, unseren Gästen zauberhafte Gerichte in meisterhafter Kreativität zu kredenzen. Darin enthalten ist aber auch die Herzensangelegenheit aller Wirte, die Gäste individuell, mit Lebensfreude und der nötigen Gemütlichkeit zu verwöhnen. Dass wir hier im Altmühltal und darüber hinaus eine Sonderstellung genießen, ist dem Zusammenhalt der Wirte geschuldet. Eine funktionierender Tourismus ist nur möglich, wenn die Gastronomie dahinter steht“, so die Ikone zur Beilngrieser Gastlichkeit.

Er machte aber auch deutlich, dass es immer schwieriger werde, diesen ehrgeizigen Zielen gerecht zu werden: „Arbeitszeitbeschränkungen, eine zu große und oft sogar bizarre Bürokratie und festgefahrene Vorgaben werden immer mehr zum Hindernis und schlagen den Wirten auf den Magen. Die Folge sind eingeschränkte Öffnungszeiten und verkleinerte Speisekarten und das kann nicht der Sinn sein“, so Liebscher an die Adresse der Politik. Er verwies auch auf die Tatsache, dass man immer mehr auf Personal zurückgreifen müsse, das nicht aus dem eigenen Land komme, weil eigene Fachkräfte fehlten. „Es kann nicht sein, dass man immer wieder auf den Mangel von Fachkräften verweist aber hier nicht Flagge zeigt. Eine adäquate Ausbildung sei der Schlüssel zum Erfolg, gab Liebscher zu bedenken.

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Gastronomie in Bayern erwirtschaftet 30 Milliarden Euro

Welche hohe Wertschöpfung die Gastronomie im Land Bayern habe, machte er an folgenden Zahlen fest: 40 000 Gastronomiebetriebe in Bayern mit 400 000 Mitarbeitern erwirtschaften 30 Milliarden Euro und machen so die Gastronomie zum Motor der Touristik. Weiter sagte er, dass die Politik die Veränderung der Geschwindigkeit unterschätze und so die genannten Defizite immer mehr würden. Auch die zunehmenden Nörgler und notorischen Jammerlappen helfen unserem Land nicht weiter: „Dieses Verhalten macht vergesslich, lässt die Gehirne schrumpfen und macht depressiv“, machte Liebscher anhand einer Studie aus den USA deutlich. Es sei der Optimismus der Menschen, der, so die amerikanischen Wissenschaftler, einer Verblödung dieses Personenkreises entgegenwirke, zitierte der Wirtesprecher aus dieser Studie.

Acht Gastronomiebetriebe laden ein

  • Teilnehmer:

    Ringhotel „Die Gams“, Brauereigasthof Schattenhofer, Hotel Fuchsbräu, Zum Millipp, Hotel-Gasthof Krone, Landgasthof und Euringer, Hotel Altmühlberg in Paulushofen sowie der Gasthof zum Hirschen in Hirschberg. Die teilnehmenden Häuser sind Familienbetriebe und in sechs der Gasthöfe steht auch schon der Nachwuchs in den Startlöchern.

  • Allgemein:

    Grundlage war der Wirte-verbund aus dem Jahre 1974, wo man sich in fairem Konkurrenzkampf zum Wohle der Stadt zusammengeschlossen hat. In diesem Jahr ist das Motto: „Gasthof früher und heute“ und hier gehen Tradition und Moderne Hand in Hand: Beilngrieser und Gäste ist die Prämisse und der Erfolg bestätigt das.

In diese Aussagen hakte Landrat Anton Knapp vollinhaltlich ein: „Es sind frische Ideen, verbunden mit Bodenständigkeit, die unsere Region prägen und sie so einzigartig machen. Die Spannung in allen Betrieben wird hochgehalten und die Herausforderungen angenommen. Das ist der Grundstein für eine funktionierende Gastronomie. Es wird sich allerdings bei uns mit Dingen beschäftigt, die mich die Hände über dem Kopf zusammenschlagen lassen, aber das Wesentliche bleibt dabei außen vor“, gab der Landrat zu bedenken.

Die Speisen kamen sehr gut an

Gehandicapt zwar in der Bewegung, aber gewohnt wortgewandt, gab der Rathauschef Alexander Anetsberger seinen Gedanken Ausdruck: „Es erfüllt mich mit Freude und Stolz, wenn ich sehe, wie bei uns die Tradition hochgehalten wird. Der Ideenreichtum der Wirte, ihre Investitionsfreudigkeit sowie die von großer Professionalität getragene Umsetzung der Bemühungen nötigt mir großen Respekt ab. So sind wir in unserer Heimatstadt bestens aufgestellt und der Vierklang aus Gastronomie, Touristik, Einzelhandel und der Kommune sind Garant für das Blühen unserer Wirtschaft“, so der Bürgermeister.

Der Juniorchef der „Krone“ eröffnete dann das Büfett, zuvor wurde vom evangelischen Pfarrer Hans-Michael Hechtel ein gemeinsames Tischgebet gesprochen. Die angebotene Speisenvielfalt der acht teilnehmenden Gasthöfe und Hotels entfachte bei den zahlreichen Ehrengästen dann schon einiges Erstaunen, denn was die acht Gastronomen in Personalunion mit ihren Köchen und Mitarbeitern auf den Tisch zauberten, entlockte den Gästen schon das eine oder andere „Ahhh“ und „Ohhh“, was sicher eine Wertschätzung der Angebote war. Ob ein Gemüsehirsepflanzerl, ein Lachs auf Gemüsebeet oder der Sauerbraten vom Junghirsch, alles war top. Auch die Nachspeisen, hier vom Bratapfel mit Joghurt oder ein Tiramisu mit Zwetschgen, einfach nur ein Traum. Noch bis zum 14 April werden die Genusswochen abgehalten.

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