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Engagement

Lions erleben die Ukraine

Auf ihrer Reise in die Ukraine erleben zwölf Beilngrieser die gespaltene Lage vor Ort. Der Lions Club spendet 2000 Euro.

Die Lions übergeben einen Scheck über 1000 Euro an Metropolit Erzbischof Vasyl Semenjuk in Ternopil. Foto: Landmesser
Die Lions übergeben einen Scheck über 1000 Euro an Metropolit Erzbischof Vasyl Semenjuk in Ternopil. Foto: Landmesser

Beilngries.Eine Gruppe von zwölf Beilngrieser Lions besuchte für eine Woche die Ukraine. Die erlebnisreiche Reise gab den Lions Einblicke in das Leben eines gespaltenen Landes. Neben einem touristischen und kulturellen Programm gab es viele Begegnungen mit Gesprächspartnern. Begleitet wurde die Reisegruppe von Archimandrit Dr. Andreas-A. Thiermeyer aus Oening, der das Programm gemeinsam mit der Lions-Präsidentin Sabine Scharnagl vorbereitet hatte.

Bereits der erste Eindruck beim Bezug des Hotels Ukraina in Kiew, der ersten Reisestation, hinterließ Eindruck, wie die Reisendedn erzählten. Das über dem Maydan-Platz liegende Haus erinnerte mit jedem Blick aus dem Fenster an den Aufstand des 24. November 2013. Zehntausende waren vor sechs Jahren auf der Straße und es wurden immer mehr. Gedenktafeln mit vielen Fotos der Getöteten rund um den Maydan-Platz sowie eine kleine Holzkirche erinnern an die Opfer.

 Scheckübergabe an Rektor des Priesterseminars Dr. Ihor Bpyko in Lwiw (Lemberg) Foto: Landmesser
Scheckübergabe an Rektor des Priesterseminars Dr. Ihor Bpyko in Lwiw (Lemberg) Foto: Landmesser

In Kiew konnten Sehenswürdigkeiten wie das Höhlenkloster, die Sophienkathedrale, das Goldene Tor sowie der Andreassteig besichtigt werden. Auch dem Regierungsviertel statteten die Lions einen Besuch ab.

In Hintergrundgesprächen, beispielsweise mit Bischof Boghdan Zurach, dem Sekretär der griechisch-katholischen Bischofskonferenz in Kiew, wurde den Beilngriesern deutlich: Die Ukrainer haben die Traumata des Maydan-Aufstandes sowie die kriegerischen Auseinandersetzung im Osten ihres Landes noch nicht überwunden.

Spaltung der Kirche

Vielmehr wird das Leben von Sorge und Not im Kampf um das tägliche Überleben geprägt. Aber auch Hoffnung prägt die Wirklichkeit der Ukrainer. Stark bewegt die Menschen auch die Spaltung und das Ringen um die Einheit der Kirche seit dem Herbst des Jahres 2018. Das ökumenische Patriarchat von Konstantinopel unterstützt die Vereinigung des Kiewer Patriarchats und der Autokephalen Kirche, was dem Patriarchat von Moskau sehr missfällt. Die griechisch-katholische Kirche, die hauptsächlich im westlichen Teil des Landes verbreitet ist, die 1946 enteignet wurde und nur im Untergrund überlebte, muss eine langwierige Aufbauarbeit leisten, denn sie erhält keine Hilfe.

Hilfsprojekte

  • Priesterseminar:

    1000 Euro überreichte Sabine Scharnagl für die Lions an den Rektor des Priesterseminars in Lwiw, Dr. Ihor Boyko.

  • Sommerlager:

    Die Seminaristen des Priesterseminars führen im Juni für 60 Kinder, insbesondere aus Soldatenfamilien, ein Sommerlager durch. Hier werden Sport, Spiel, sowie , Gesprächsgruppen und therapeutische Hilfe angeboten.

So konnten sich die Lions in Ternopil und dem Wallfahrtsort Zarvanytsia beim Empfang durch Metropolit Erzbischof Vasyl Semenjuk und seiner Führungsmannschaft von einer Aufbruch-Stimmung überzeugen. Der Ökonom Pater Volodymyr Firman gab einen Einblick in die Wirtschaftsbetriebe, die 120 Menschen aus der näheren ländlichen Umgebung Arbeit sowie ein gutes Einkommen geben.

Die Lions konnten unter Führung des Ökonomen Pater Volodymyr Fir-man Einblicke in die Stroh-Pellets-Produktion, die landwirtschaftlichen Betriebe, eine eigene Pasta-Produktion, die Wasserabfüllanlage sowie eine kleine Zahnarztpraxis nehmen. Eine Fisch-Räucherei ist gerade im Entstehen. Auch der Wallfahrtsort selbst wird zu einem geistlichen und kulturellen Erlebnis-Zentrum ausgebaut. So entsteht derzeit gerade ein Multifunktionshaus, in dem vor allem im Winter Seminare für in der Landwirtschaft tätigen Menschen angeboten werden, damit sie sich notwendiges und geeignetes Know-how aneignen können, um sich selbstständig machen und im Land bleiben können. Neben den Wirtschaftsbetrieben wird auch ein Kindergarten für Kinder der Mitarbeiter sowie der Bevölkerung betrieben und die Grundschule unterstützt.

Lions spenden Geld

In Ternopil überreichte Präsidentin Sabine Scharnagl einen Scheck über 1000 Euro an Metropolit Erzbischof Vasyl Semenjuk für das Sommerlager in Zarwanitsya. Hier werden Kinder, meist Waisen, eingeladen, die unter traumatischen Erlebnissen, insbesondere dem Kriegsgebiet der Ost-Ukraine, leiden.

Die Präsidentin des Lions Clubs Beilngries, Sabine Scharnagl, betonte bei den Spendenübergaben, dass es ihr und dem Lions Club besonders wichtig sei, dabei zu helfen, „jungen Menschen wieder eine Perspektive für ihr Leben zu geben“.

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