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Städtebau

Planer stellten Ideen für Beilngries vor

Die Ideen beinhalten zusätzliche Eingänge in die Altstadtgassen, einen Grüngürtel sowie eine neu gestaltete Ringstraße.
von Johann Grad

Das Planungsteam für ISEK im Gespräch mit (2.v. l.) Bürgermeister Alexander Anetsberger: (v. l.) Johannes Krick, Einzelhandel, Gabriele Heller, Moderation, und Dierk Brandt, Städtebau
Das Planungsteam für ISEK im Gespräch mit (2.v. l.) Bürgermeister Alexander Anetsberger: (v. l.) Johannes Krick, Einzelhandel, Gabriele Heller, Moderation, und Dierk Brandt, Städtebau Foto: Grad

Beilngries.Es war keine Bürgerwerkstatt im eigentlichen Sinn mit Arbeitsgruppen und Sammlung von Ideen und Vorschlägen, dazu war die Beteiligung der Beilngrieser Bevölkerung einfach zu groß. Bürgermeister Alexander Anetsberger freute das starke Interesse an dem Integrierten Städtebaulichen Konzept (ISEK) für Beilngries.

Städtebau und Einzelhandel in Beilngries sind die zwei Punkte, welche die Planer genau unter die Lupe genommen hatten. Jetzt stellten sie ihre Vorschläge im Haus des Gastes vor. Gabriele Heller vom Büro „kommunikation und planung“ moderierte die Veranstaltung.

Eine lebendige Altstadt

Die Idee einer „lebendigen Altstadt von der Sulz über die Hauptstraße bis einschließlich der Ringstraße“ stellte Dierk Brandt von der „planungsgruppe 504“ vor. Mit der Neugestaltung der Innenstadt sei Beilngries auf dem richtigen Weg. Jetzt gelte es, die Attraktivität der Altstadt weiter zu steigern mit möglichst vielen Eingängen und einem Grüngürtel rings um die ganze Altstadt.

Die Ringstraße soll dafür qualifiziert werden durch eine Breite mit 6,5 Metern, Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h, Heckenstreifen entlang der privaten Grundstücke, mittelgroßen Bäumen und neuen Großbäumen. Der Lastwagenverkehr soll verbannt werden, über die Neumarkter Straße zur Bundesstraße geleitet und so um die Altstadt herumgeführt werden. Das „Südtor“, im Volksmund die „Deutsch- Hof-Kreuzung“ genannt, müsse dann entsprechend gestaltet werden.

Zusätzliche Eingänge in die Gassen der Altstadt brächten mehr Leben. Kleine Plätze, entsprechende Beleuchtung und Bistros sollen für „italienisches Flair“ sorgen. In den Baulücken der Altstadt (Lange Gasse, Kupferbäckergasse) sind neue Wohnungen für 100 Menschen möglich. Weitere Eingänge vom Sulzpark her brächten ebenfalls zusätzliches Leben in die Altstadt.

Entwicklungspotenzial entdeckt

Johannes Krick vom Büro „bulwiengesa“ beleuchtete Entwicklungsmöglichkeiten von Einzelhandel und Tourismus. Das Angebot sei für ein Mittelzentrum und sein Einzugsgebiet ausreichend, bringe aber wegen des demografischen Wandels auch in Zukunft wenig Zugewinn. Bei Produkten des sogenannten periodischen Bedarfs (Lebensmittel, Reinigungsmittel, Körperpflege usw.) stehe Beilngries gut da, ebenso bei Modeartikeln und sogenannten Hartwaren (Haushaltswaren, Bücher, Optik, Spielwaren usw.). Entwicklungsfähig sind hingegen die Bereiche Elektro, Baumarkt und Möbel.

Der Quadratmeter Verkaufsfläche bringe rund 3000 Euro, das ließe sich steigern und ausbauen durch „Revitalisierungsmaßnahmen“, sagte der Experte. Die Discounter seien gut aufgestellt und fußläufig problemlos zu erreichen. Die vielen kleinen Geschäfte, vom Inhaber geführt, sorgten für einen guten Branchenmix. Baumärkte jedoch benötigen mindestens 800 Quadratmeter Verkaufsfläche.

Der Tourismus stehe auf hohem Niveau. Zur Schärfung der Marke würden sogenannte Alleinstellungsmerkmale aber helfen.

Zahlreiche Wortmeldungen gab es zur Umleitung des Verkehrs auf die Staatsstraße und die Bundesstraße. Sie wiesen auf die Belastung der Anwohner mit mehr Lärm und Staub oder Gefahr des Überquerens beispielsweise beim Seniorenzentrum hin. Planer Brandt ist überzeugt, dass der zusätzliche Lastwagen-Verkehr die vorhandenen Probleme nicht allzu sehr steigere und sensible Bereiche (Seniorenwohnheim, Südtor) besonders zu gestalten seien.

Viele „Billigläden“ gebe es, spezielle Geschäfte für Bio-Sachen oder auch beispielsweise Käse hingegen nicht. lautete eine andere Wortmeldung. Die Anzahl der „Billiggeschäfte“ passe zu einem Mittelzentrum, sagte hingegen Planer Krick. Bürgermeister Anetsberger meinte: „Die Gemeinde kann Rahmenbedingungen schaffen, das unternehmerische Wagnis muss jemand anders eingehen“.

Eine Besucherin hatte sich mehr von den Ideen erhofft und fragte nach Überlegungen zu Kultur, sozialen Wohnungsbau, Angebote für Jugendliche und Mehrgenerationenbau. „So ein Stadtentwicklungsplan ist momentan nicht die Aufgabe, verschiedene Felder daraus werden aber mitgedacht“, versicherte Moderatorin Heller. In seinem Schlusswort sagte Anetsberger zu, die Themen Straßenverkehr, Angebote für Jugend, Kultur und spezielle Läden nachzuarbeiten.

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