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Preziosen in Lack und Leder

Am Samstag gibt es die 14. Auflage der Beilngries Classic, organisiert von Hubert Kaes. Die Oldtimer bereichern das Altstadtfest.
Von Johann Grad

Edle und wertvolle Oldtimer parken im Anschluss an die Ausfahrt nach Kelheim in der Beilngrieser Hauptstraße und können von allen Seiten begutachtet werden. Foto: Grad
Edle und wertvolle Oldtimer parken im Anschluss an die Ausfahrt nach Kelheim in der Beilngrieser Hauptstraße und können von allen Seiten begutachtet werden. Foto: Grad

Beilngries.Alle zwei Jahre treffen sich Automobilisten aus ganz Deutschland mit ihren wertvollen und teuren Oldtimern bei den Beilngries Classic. Eingebettet ist dieses Event in das Beilngrieser Altstadtfest, das damit eine zusätzliche Attraktion erhält. Wie Organisator Hubert Kaes beim Pressegespräch informierte, starten 101 Oldtimer und jeder ist mindestens 44 Jahre alt. Zusammen sind die 101 Automobile 5799 Jahre als, was ein Durchschnittsalter von 58 Jahren ergibt, wie Kaes genau errechnet hat.

„Das zeigt schon, dass die Beilngries Classic ein absolutes Highlight unter den Oldtimer-Veranstaltungen ist“, freut er sich. 2001 organisierte Hubert Kaes die erste Beilngries Classic. Damals gab es noch wenige solcher Oldtimerveranstaltungen und er und Beilngries waren damit der Zeit weit voraus. In den Anfangsjahren fand das Event zusammen mit dem Grande Finale des italienischen Sommers statt, jetzt ist es ein Highlight auf dem Altstadtfest. Die Teilnehmer kommen aus ganz Deutschland und das Treffen der hochklassigen alten Fahrzeuge hat ein großes Renommee erworben. Das älteste Automobil ist ein Buick mit Baujahr 1927 und somit 92 Jahre alt. Die Preise für hochkarätige Oldtimer liegen bei 1,2 bis 1,4 Millionen Euro. Es fahren nur Fachleute mit, die von solchen Fahrzeugen etwas verstehen.

111 Kilometer lange Rundfahrt

Ganz penibel hat Hubert Kaes die Classic organisiert. Rund 2300 Kilometer hat er zurückgelegt, ist alle möglichen Straßen in der Landschaft nach Kelheim im Tal und auf der Hochfläche abgefahren, „denn die Leute wollen ja auch etwas sehen“. So ist ein Roadbook für die 111 Kilometer entstanden, das jeder lesen kann.

Genauso akkurat hat sich Kaes die Streckenführung von jedem betroffenen Landkreis und jeder Gemeinde absegnen lassen, damit nicht urplötzlich Hindernisse auftreten und massive Probleme entstehen können. Er organisiert die Classic als „Ein-Mann-Show“, was mit viel Arbeit verbunden ist, aber mit umso mehr Freude, wenn alles gut gelungen ist. Am Samstag treffen sich die Oldtimer ab 9 Uhr am Hafen in Beilngries und starten eine Stunde später zur Ausfahrt. Zu jedem Automobil gibt es Erläuterungen, die den Zuschauern Fahrzeug und Lenker nahebringen. Er startet als Letzter, überprüft auf der Strecke, möglichst unbemerkt, ob alles passt.

Auf Landstraßen, über Berg und Tal, die den alten Autos auch etwas abverlangen, geht zum Mittagsstopp nach Kelheim. Bürgermeister und Landrat werden die Teilnehmer begrüßen. Dann geht es wieder auf Nebenstrecken zurück Richtung Beilngries. In Wolfsbuch am alten Pfarrhof können sich die Teilnehmer bei Kaffee, Torten und Kuchen stärken und die bayerische Landidylle erleben. Ab 17 Uhr reihen sich viele Automobile zu einer großen Parade in der Hauptstraße auf. Auch hierfür hat Hubert Kaes einen detaillierten Plan erarbeitet, wo und wie die Preziosen parken werden.

Mit den Fahrern fachsimpeln

Alle Interessierten können aus nächster Nähe „das motorisierte Kulturgut“ begutachten, anschauen, ein wenig berühren, am alten Leder riechen und vielleicht auch mit den Fahrern fachsimpeln. Ab 19 Uhr findet auf der Bühne vor dem Haus des Gastes die Prämierung statt, danach kann man weiter auf dem Altstadtfest feiern.

Touristikchef Christoph Raithel sprach von einer Win-win-Situation. Die Besucher sehen attraktive, hochwertige Fahrzeuge, für die Gastronomie ist es ein sehr gutes Plus und die Automobilisten und ihre Begleitung können das Flair des Altstadtfestes miterleben. Bürgermeister Alexander Anetsberger sieht seine Rolle mehr als Repräsentant der Stadt, er ist beim Start zur Ausfahrt und bei der Prämierung aktiv, kann sich ansonsten vornehm zurückhalten. Bei einbrechender Dunkelheit verlassen manche Teilnehmer der Beilngries Classic die Altmühlstadt, fahren durch die Gassen hinaus, um das Fest nicht zu stören, und die treten die oft lange Heimreise an.

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