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Jubiläum

Altlandrat Hans Pröll feiert seinen 95.

Er hat immer viel Wert darauf gelegt, korrekt zu handeln. Für den Altlandkreis Beilngries hat er viel erreicht.
von Franz Guttenberger

Zwei Landräte und der Bürgermeister sowie die TSV Vorsitzende gratulierten Altlandrat Hans Pröll zum 95. Geburtstag.
Zwei Landräte und der Bürgermeister sowie die TSV Vorsitzende gratulierten Altlandrat Hans Pröll zum 95. Geburtstag. Foto: Guttenberger

Berching.Landrat a. D. Hans Pröll hat seinen 95. Geburtstag gefeiert. Unter den Gratulanten waren auch der Landrat von Eichstätt, Anton Knapp, der Neumarkter Landrat Willibald Gailler und Berchings Bürgermeister Ludwig Eisenreich. Natürlich nutzten sie den Geburtstag nicht nur, um zu gratulieren: Sie plauderten mit dem Altlandrat auch über Kommunalpolitik. Die Glückwünsche des TSV Berching überbrachte die Vorsitzende Petra Merkert.

Wahrheitsliebe, Konsequenz und Besonnenheit im Umgang mit Menschen und Fakten hätten Hans Pröll das eingebracht, was letztlich für ihn zähle: Erfolg. Er legt Wert auf Wahrheitsliebe und darauf, immer korrekt zu handeln. Fit hält sich der Jubilar, indem er Zeitungen liest und archiviert. Bis vor zehn Jahren hat er Freunde und Bekannte juristisch beraten und vielen geholfen. „Früh raus aus den Federn und spät ins Bett. Der Tag ist viel zu kurz“, hat Pröll einmal im Gespräch mit unserer Zeitung gesagt.

Hans Pröll ist in Berching geboren und aufgewachsen. Seine Eltern hatten in der St. Lorenz-Straße ein kleines Lebensmittelgeschäft. In Eichstätt war er im Internat, 1941 hat er sein Abitur gemacht. Fußball war sein Hobby: Er war ein Angreifer, was sich in seinem späteren Beruf als Landrat wohl auch niederschlug. Wenn es galt, für den Landkreis Beilngries Maßnahmen durchzusetzen, dann hat er auf Angriff gesetzt.

1946 begann das Studium

Nach dem Abitur ist Hans Pröll 1941 zur Luftwaffe eingezogen worden. Er war Seefernaufklärer in Norwegen und im Schwarzen Meer. 1945 ist er in englische Gefangenschaft geraten, dann wurde er an die Amerikaner und Franzosen ausgeliefert. Im Saarland konnte er eine Eisenbahnuniform ergattern und aus der Gefangenschaft ausreißen. 1946 begann er an der Uni in München mit dem Jurastudium, das er 1952 mit dem zweiten Staatsexamen erfolgreich abgeschlossen hat.

Hans Pröll arbeitete zunächst als Anwalt in Bad Kissingen. 1953 setzte er sich als „ Parteiloser“ in der Stichwahl gegen den CSU-Landratsbewerber Franz X. Butterhof durch und wurde mit 31 Jahren zum Landrat von Beilngries gewählt. Er war der jüngste Landrat Bayerns. Beim Wahlkampf lautete das Motto: „Weg mit dem Geröll, wählt Hans Pröll“. Noch im gleichen Jahr – 1953 – ist er in die CSU eingetreten, der er bis heute treugeblieben ist. Bis zur Gebietsreform 1972, als der Landkreis Neumarkt aufgelöst worden ist, leitete Hans Pröll die Geschicke des Landkreises. 1974 heiratete er seine Gattin Gisela, die aus Hamburg stammt. Hans Pröll hatte sie bei einem Urlaub in Berching kennengelernt. Als Landrat von Beilngries hat Hans Pröll viel bewegt und erreicht.

Das größte Anliegen ist für den Landrat damals der Straßenbau gewesen. Im Landkreis war kein einziger Kilometer Straße staubfrei. Schlaglöcher und Schlammpisten kennzeichneten die Wege. So sind die Kreis-Gemeinde- und Ortsdurchfahrten geteert worden. Dass alles schnell und kostengünstig abgewickelt worden ist, führt Hans Pröll auf die Tiefbauabteilung im Kreisbauamt zurück: „Hier wurde alles geplant und organisiert. Man brauchte keine fremden Ingenieurbüros.“

Viel für die Bildung getan

Industrieansiedlung, Verbesserung der Schulverhältnisse oder der Erhalt der beiden Stiftungskrankenhäuser in Berching und Beilngries: Das lag dem Landrat am Herzen. In Beilngries ist die Realschule gebaut worden, zudem wurde das Projekt Hallenbad vorangetrieben. Noch in der Amtszeit Prölls sind die Architekturarbeiten dafür vergeben worden.

In Berching wurden unter der Ära Hans Pröll die landwirtschaftliche Kreisberufsschule gebaut, die Schlesierstraße ausgebaut und die Brücke der Schlesierstrasse errichtet. Außerdem hat sich der Landrat sehr für die Stadtmauersanierung in Berching eingesetzt sowie für den Bau des Altenheims St. Franziskus. Dafür war er sogar beim damaligen Bischof Alois Brems vorstellig.

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Heute

  • 1972:

    Nach der Pensionierung hat sich Pröll viel mit seinem Beruf als Jurist beschäftigt und viele Aufgaben erledigt.

  • Politik:

    Sie interessiert ihn noch immer auf allen Ebenen.

  • Hilfe:

    Weil er körperlich nicht mehr so fit ist und nicht mehr Auto fährt, kümmert sich seit einigen Jahren Kaspar Hofmann um ihn. Gerne fahren sie gemeinsam einkaufen oder zum Arzt. (ugu)

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