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Käferbefall

Borkenkäfer: Neue Plage droht

Befallene Bäume müssen aus dem Wald im Landkreis Neumarkt entfernt werden. Dazu sind wöchentliche Kontrollgänge nötig.
Von Lorenz Märtl

Da ist nichts mehr zu retten, denn an dieser rund 80 Jahre alten Fichte hat der Borkenkäfer ganze Arbeit geleistet, sind sich Andreas Müller, Daniel Rubens, Ludwig Amler und Harald Gebhardt (von links) einig. Fotos: Lorenz Märtl
Da ist nichts mehr zu retten, denn an dieser rund 80 Jahre alten Fichte hat der Borkenkäfer ganze Arbeit geleistet, sind sich Andreas Müller, Daniel Rubens, Ludwig Amler und Harald Gebhardt (von links) einig. Fotos: Lorenz Märtl

BERCHING.Ein wöchentlicher Kontrollgang durch die Wälder sollte derzeit für jeden Waldbesitzer eine Selbstverständlichkeit sein, denn die Borkenkäfer sind wieder sehr aktiv. Nur wer seine Bestände kontrolliert, befallene Bäume rechtzeitig entdeckt und umgehend aus dem Wald entfernt, hat eine Chance, größere Schäden zu verhindern.

Bei einem Ortstermin in Fribertshofen machte Forstdirektor Harald Gebhardt, Behördenleiter des Amts für Ernährung. Landwirtschaft und Forsten Neumarkt (AELF), zusammen mit dem zuständigen Revierförster Andreas Müller sowie Geschäftsführer Daniel Rübens von der Waldbesitzervereinigung Berching-Neumarkt und Waldbesitzer Ludwig Amler auf die drohende Gefahr aufmerksam. Gebhardt verwies darauf, dass sich bereits im vergangenen Jahr eine hohe Population von Borkenkäfern aufgebaut habe und Anfang diesen Jahres Frühjahrsorkane und Schneebruch erneut für entsprechenden Brutraum sorgten. Eine erste Schwärmwelle mit teilweise schon sehr hoher Aktivität auf das liegende Holz registrierten die Fachleute bereits um Ostern.

Abstand halten

  • Lagerung:

    Bei der Lagerung außerhalb des Waldes sollte ein Abstand von mindestens 500 Metern zu benachbarten Fichten eingehalten werden. Dies gilt auch für die Lagerung von Brennholz in Ortschaften.

  • Hackschnitzel:

    In diesem Jahr ist besonders darauf zu achten, die für das Hacken vorgesehene Holz- und Kronenmengen weit entfernt von benachbarten Fichten zu lagern.

Neue Schwärmwelle im Anflug

Jetzt kündigt sich eine neue Schwärmwelle an. Alarmiert ist die Forstverwaltung von den Ergebnissen des bayernweiten Monitorings, das auch den Landkreis Neumarkt mit Messstellen erfasst (die Ergebnisse sind unter www.lwf.bayern.de einsehbar). Gefährdet von dieser erneuten Welle sind vor allem stehende Fichten.

Unter der Rinde zeigt sich das Ausmaß des Befalls.  Fotos: Lorenz Märtl
Unter der Rinde zeigt sich das Ausmaß des Befalls. Fotos: Lorenz Märtl

Vorhandener Befall zeigt sich im ersten Stadium an braunem Bohrmehl in Rindenschuppen, am Stammfuß oder auf den Blättern der umliegenden Vegetation, später an deutlichen Nadel- und Kronenverfärbungen. Zunächst grau-grün, später braune und rotbraune Nadeln deuten auf einen Befall hin. Ebenso ist Harzfluss oder ein durch das Picken von Vögeln auf der Suche nach Nahrung hervorgerufener Rindenabfall ein Warnsignal. Auch auffälliger Nadelabfall und viele grüne Nadeln auf dem Waldboden sind ein Alarmzeichen. Das Umfeld von Fichten mit nahezu vollständig abgefallener Rinde sollte daher besonders intensiv überprüft werden. Die Borkenkäfer haben diese Bäume zum Großteil schon wieder verlassen und sich im Nahbereich eventuell neue Opfer gesucht.

Enormes Vermehrungspotenzial

Befallene Bäume sollten umgehend aus dem Wald entfernt werden. Bei der Vermittlung von Harvestern sind die Waldbauernvereinigungen die richtigen Ansprechpartner.   Fotos: Lorenz Märtl
Befallene Bäume sollten umgehend aus dem Wald entfernt werden. Bei der Vermittlung von Harvestern sind die Waldbauernvereinigungen die richtigen Ansprechpartner. Fotos: Lorenz Märtl

Gebhardt verwies auf das enorme Vermehrungspotenzial der Borkenkäfer. Ein Käferweibchen kann binnen eines Jahres für 100000 neue Borkenkäfer sorgen, so dass sich die Anzahl der befallen Bäume in einer Generation des Käfers das Zwanzigfache erreichen kann. „Nur eine konsequente Beseitigung der befallenen Bäume aus dem Wald kann die Massenvermehrung verhindern. Natürliche Feinde schaffen dies nicht“, betonte Gebhardt. Er appellierte auch, dass sich Waldbesitzer gegenseitig warnen und helfen. Auch bei zunächst noch gesund wirkenden Bäumen mit grüner Krone können die anderen Befallsmerkmale einen sofortigen Einschlag erforderlich machen.

Bei der Lagerung außerhalb des Waldes sollte ein Abstand von mindestens 500 Metern zu benachbarten Fichten eingehalten werden. Dies gilt auch für die Lagerung von Brennholz in Ortschaften. Auch das Häckseln und die Verwendung als Hackschnitzel stellt eine sehr effektive Dezimierung der Käferpopulation dar. In diesem Jahr ist aber besonders darauf zu achten, die für das Hacken vorgesehene Holz- und Kronenmengen weit entfernt von benachbarten Fichten zu lagern. Unterbleiben sollte das häufig genutzte Abtrocknen lassen an Waldrändern oder Lagerplätzen in Waldnähe.

Im Zweifelsfall sollten sich Waldbauern an das AELF Neumarkt, den zuständigen Revierförster oder die Waldbauernvereinigungen wenden, die mit fachlichem Rat zur Seite stehen.

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