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Produktion

Film: Berchinger haben mitgespielt

Die erste Szene zu „Different Bayern“ ist im Kasten. 150 Statisten waren da und machten Regisseur und Produzent zufrieden.
Von Tom Müller

  • Die „Gretzinger“ Bürger und Honorationen nehmen Aufstellung, um den prominenten Fußballer offiziell in der Stadt zu begrüßen. Fotos: Müller
  • Die berühmte Filmklappe durfte nicht fehlen.

Berching.Für den ersten Drehtag von „Different Bayern“ waren die Berchinger aufgerufen, als Statisten mitzuwirken. Rund 150 Filmfreunde ließen sich die Gelegenheit nicht entgehen.

„Unsere Erwartungen sind übertroffen worden“. Marvin Rössler steht an die Wand des Hotel Post gelehnt und blickt zufrieden auf die Szene, die vor ihm in der Bahnhofsstraße mehr und mehr Gestalt annimmt. Die Erleichterung ist dem Produzenten des Films „Different Bayern“ anzusehen. Gleich am ersten Drehtag steht die Massenszene auf dem Programm. Wenige Tage zuvor waren die Berchinger aufgerufen, sich am Sonntagmittag an der Lorenzkirche einzufinden, um als Statisten mitzuwirken. 150 von ihnen waren gekommen.

„Man weiß ja nie, wie viele dem Aufruf Folge leisten“, sagt Rössler. „Ohne die Berchinger wäre die Szene aber nicht machbar“. Die Filmsequenz, die am Sonntagnachmittag abgedreht wird, sieht so aus, dass Bevölkerung und Honoratioren der Stadt Gretzing - so heißt Berching im Film - ungeduldig auf die Ankunft von Austin Abassi warten. Der nämlich war vom hiesigen TSV-Präsidenten als spektakuläre Neuverpflichtung für den abstiegsbedrohten Fußballverein der vierten Liga ausgerechnet aus Ghana verpflichtet worden. Mit Blaskapelle, Weißwürsten und jeder Menge Fußballfans in bayerischer Tracht solle der afrikanische „Fußballgott“ in der neuen Heimat begrüßt werden. Was die wartende Menge nicht ahnt: Der prominente Gast kommt gar nicht aus Richtung des Neumarkter Tores, sondern aus der anderen Seite der Bahnhofsstraße. Kurzerhand wird die fein säuberlich aufgestellte Menge durcheinandergewirbelt und versucht sich vergeblich, in umgekehrter Richtung neu zu positionieren.

Fünf Hauptdarsteller und ein 40-köpfiges Team waren aufgeboten, um die organisatorisch aufwendigste Szene des Films zu drehen. „Ein herzlicher Dank geht an die Berchinger Anwohner, die Mitspieler und das Ordnungsamt“, betont Rössler ausdrücklich. Und in der Tat klappt alles, als sei es seit Wochen geplant gewesen. Die Straßen waren gesperrt, die Autos weggefahren und die Statisten auf den Punkt genau bei der Sache. „Wir drehen diese Szene jetzt noch einmal und ihr macht das genau so wie eben“, ruft Regie-Assistentin Inken Janssen in die Menge.

Aus „noch einmal“ werden „noch dreimal“, wie das eben so ist beim Film, aber die Berchinger stehen jedesmal genau so, wie Kameramann Fabian Beyer es wünscht. Und als der Befehl „Ton läuft“ erschallt, da kann man eine Stecknadel fallen hören, so gespannt sind die Sinne der Mitspieler, aber auch die der umstehenden Neugierigen.

In den Drehpausen dagegen ist der Spaß, den das Projekt macht, zu hören. Als Berchings Jugendbetreuer Bernd Knüfer von Metzgermeister Karl Schneider mit weißem Kittel und Häubchen zu dessen Gesellen umgestaltet in der ersten Reihe steht, kann sich kaum ein Umstehender ein Lächeln verkneifen. Trockenen Humor beweisen auch die Mitarbeiter des Bauhofs, Michael Langecker und Christian Kugler. Auf die Frage, welche Rolle sie denn spielen, antwortet Langecker augenzwinkernd „Wir machen das, was wir immer machen.“

So ist der erste Drehtag, der glücklicherweise fast ohne den angekündigten Regen auskommt, ein wahres Spektakel für Berching. Im Frühjahr soll der Film in Berching gezeigt werden. „Wir bemühen uns, dass im hiesigen Kino die Premiere stattfindet“, verspricht Rössler.

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