MyMz
Anzeige

Filmkunst

Ghana liegt jetzt in der Kulturfabrik

Drei Studenten der Filmhochschule Hamburg drehen in Berching ihre Abschlussarbeit. Hierfür brauchen sie viel Unterstützung.
Von Dagmar Fuhrmann

  • Voller Zuversicht präsentiert sich das Filmteam um Matthias Koßmehl (2.v.l.), Marvin Rössler (3.v.l) und Fabian Beyer (4.v.l). Foto: Gabler
  • Hubert Staudt geht den Szenenbildnerinnen Vera Larch, Stephanie Mayr und Evgeniia Iaroshevich zur Hand.Foto: Fuhrmann

Berching. „Wir brauchen ganz Berching“, sagt Marvin Rössler. Und wenn man sich an das Casting zum Filmprojekt „Different in Bayern“ zurück erinnert, dann hat man den Eindruck, dass sich ganz Berching auf die Dreharbeiten freut. Die haben sich nun etwas nach hinten verschoben und beginnen am 5. September. Als ursprünglicher Termin war der 5. August vorgesehen. „Wir haben gemerkt, dass wir noch etwas mehr Zeit für die Motivsuche benötigen“, begründet Rössler die Verschiebung. Er dreht als Producer gemeinsam mit Matthias Kossmehl und Fabian Beyer den Film. Rössler ist nachträglich zu der Crew hinzugestoßen.

Fußball und Bayern als Thema

Es geht im Film um Fußball, Bayern und einen Spieler aus Ghana. Der Stil des Films lehnt sich an Herbert Rosenmüllers „Wer früher stirbt, ist länger tot“ an. Eine der ersten Szenen wird in einer Umkleidekabine in Afrika spielen. Die Filmcrew hatte zwei Möglichkeiten: Entweder nach Ghana fliegen und dort eine Location zu suchen oder sich eine in Berching zu bauen. „Da wir für den Film nur ein Studentenbudget zur Verfügung haben, ist es natürlich keine Frage, wie wir uns entschieden haben“, so Rössler. Und so wird eifrig an den Kulissen gebaut.

Dass sich die Studenten für Berching entschieden haben, hat sich im Nachhinein auch für sie als Glücksfall erwiesen: Der Kulturförderkreis stellte die Kulturfabrik mitsamt seiner Werkstatt zur Verfügung. Dazu gibt es auch viel Know-how: nämlich das gesamte Netzwerk von Hubert Staudt, der im Falle eines Falles immer weiß, wen man anrufen könnte oder wo es Hilfe gibt, wenn Probleme auftreten sollten. Und natürlich langt er auch immer wieder selber hin. So auch am Freitagmorgen. Eine gute Gelegenheit, den „Chef-Kulissenbauer“ des Kulturförderkreises zu fragen, ob er einen wesentlichen Unterschied zwischen Theater- und Filmkulissenbau feststellen könne. In der Tat würde bei Filmkulissen auch im Detail sehr sorgfältig gearbeitet, weil ja die Kamera viel näher an die Dinge herangehe. Die Theaterbesucher sehen die Kulisse ja immer aus einer gewissen Entfernung. „Das ist schon beachtlich, welchen Aufwand die jungen Filmemacher betreiben“, sagt Staudt. Und so wird man sich vermutlich später beim Betrachten des Films in einer Umkleidekabine tief in Ghana wähnen und nicht in einer Sperrholzattrappe, die, wenn auch gut ausgeleuchtet, in der Berchinger Kulturfabrik steht. Die Sorgfalt, die die jungen Leute anwenden, hat einen guten Grund: Der Film soll ja ihr vorläufiges Meisterstück werden und wird auf vielen Festivals laufen und auch im Bayerischen Fernsehen gezeigt.

Allerdings ist es auch genau dieser Aufwand, der für die Filmemacher eine große Herausforderung bedeutet. Das Budget ist schmal und daher ist jede Hilfe gefragt und willkommen. „Wir können viele helfende Hände gebrauche, aber auch das Wissen von Experten wie Grafikdesignern würde uns weiterbringen“, sagt Rössler.

Bisher hätte Berching ihnen schon viel Gutes angedeihen lassen. So hätten sie kostenlose Übernachtungsmöglichkeiten gefunden, im Altenheim werden sie zum Selbstkostenpreis verköstigt und vieles mehr. Dennoch wären sie für weitere Unterstützung dankbar, sei es finanzieller, materieller oder auch ideeller Art. „Wir drehen einen Abschlussfilm, hierfür müssen wir die Grenzen weiter stecken, das gibt es nicht umsonst“, so Rössler.

Gleich am ersten Drehtag sollten sich viele Berchinger auf den Weg machen und sich an der Lorenz-Kirche einfinden. Hier wird eine Massenszene gedreht: Das Dorf Gretzing empfängt seinen neuen Fußballspieler aus Ghana. Genaueres wird noch bekannt gegeben.

Double kommt von den Löwen

Und weil Fußballspieler vor allen Dingen gut Fußball spielen sollen und man dies von einem Schauspieler nicht unbedingt erwarten kann, wird der Hauptdarsteller gedoubelt. Kodjovi Koussou, er spielt in der Regionalliga-Mannschaft von 1860, wird diese Aufgabe übernehmen.

Schauplatz des Fußball-Endspiels TSV Gretzing gegen den Lokalrivalen Speckbach wird beim SV Freihausen sein. Nachdem sich Kossmehl, Beyer und Rössler so ziemlich jeden Platz in der Umgebung angeschaut haben, fanden sie hier die besten Bedingungen: Der Platz liegt außerhalb hat dörflichen Charakter und das Vereinsheim gleich daneben.

Bereits im Juli fand ein großes Casting statt. Mit dessen Ergebnis sind die drei sehr zufrieden. Unter anderem haben sich hierdurch vier Praktikanten gefunden, weitere seien immer willkommen. Und im ehemaligen Tourismusbüro in der Schranne steht eine Wand, auf der sich die Bilder der Gecasteten finden.

Wenn der Film erst fertig ist, wird er sicher vielbeachtet sein, hieran setzen die Filmemacher alles. Und setzen damit auch Berching groß in Szene. Hierfür brauchen sie ganz Berching.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht