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Neue Leitungen für das Berchinger Bad

Wenn schon saniert wird, dann gleich richtig: Für 75 000 Euro werden neue Leitungen zum Schutz vor Legionellen eingebaut.
Von Markus Rath

Die neuen Duschpaneele sind digital steuerbar. Foto: Markus Rath
Die neuen Duschpaneele sind digital steuerbar. Foto: Markus Rath

Berching.Das Berchinger Erlebnisbad Berle bekommt neue Wasserleitungen. Das hat der Bauausschuss am Dienstagabend beschlossen. Die Arbeiten, die zu einem Nettopreis von rund 75000 Euro einstimmig an die Berchinger Firma Reindl vergeben wurden, sollen während der Dachsanierung ausgeführt werden.

Die Gründe dafür erläuterte vor dem Beschluss Manfred Lang von der Bauverwaltung. Zurzeit wird das Warmwasser für die Duschanlagen im Erlebnisbad zentral im Technikraum auf circa 34 Grad vorgemischt und zu den Duschen geleitet. Die Leitungen sind jeweils nur als Stichleitung ausgeführt. Das war laut Lang, als das Bad gebaut wurde, durchaus Stand der Technik. Inzwischen ist aber die Trinkwasserverordnung geändert worden, um der Keimbildung im Leitungsnetz, und vor allem der sprunghaften Vermehrung von Legionellen vorzubeugen.

Krankheit kann tödlich enden

Diese Bakterien fühlen sich bei Wassertemperaturen zwischen 20 und 50 Grad am wohlsten und verursachen die Legionärskrankheit, eine schwere Form der Lungenentzündung, die regelmäßig auch tödlich endet. Laut Lang fand der jüngste Legionellose-Ausbruch in Deutschland mit 165 Krankheitsfällen 2013 in Warstein statt. Drei Patienten starben damals. Eine groß angelegte Untersuchung zeigte, dass sich die Keime in örtlichen Rückkühlwerken und Kläranlagen angereichert hatten. Die Erreger waren in die Umgebungsluft gelangt und von vielen Menschen eingeatmet worden.

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Kosten für das Berle-Bad explodieren

Die Arbeiten am Berchinger Bad sind teurer als geschätzt. Den Auftrag erhält die Firma, die auch das jetzige Dach gebaut hat.

Im Berle sei es noch nicht zu einer Keimbildung gekommen, das zeigen die regelmäßigen Wasserproben. Ein Legionellenbefall wäre aber fatal, weil das Bad dann sofort geschlossen werden müsste und erst nach einem Umbau wieder geöffnet werden könnte. Deshalb sei es sinnvoll, die Sanierungsarbeiten am Dach des Bades gleich für den Umbau der Duschanlagen zu nutzen. Hierbei sollen Kalt- und Warmwasserleitung getrennt zu den jeweiligen Duschen geführt und erst dort im Duschpaneel gemischt werden.

26 Duschen werden umgebaut

Ein Verbrühungsschutz sorgt für Sicherheit, die Warmwasserleitung wird zusätzlich als Ringleitung ausgeführt, um dauerhaft hohe Temperaturen zu gewährleisten. Außerdem bekommen die neuen Duschenpaneele eine automatische Funktion, mit der eine Hygienespülung ausgelöst werden kann. Vom Umbau sind 26 Duschen und mehrere Wasserhähne betroffen.

Einstimmig vergeben hat der Bauausschuss auch sämtliche Gewerke für das Sozialgebäude auf dem neu angelegten Grill- und Zeltplatz in Breitenfurth. Die Gesamtkosten belaufen sich hier auf 187 322,71 Euro. Als Budget für den Zeltplatz sind 257 000 Euro eingeplant. Aus LEADER-Mitteln erhält die Stadt einen Zuschuss von 120 000 Euro.

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