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Abschied

Regisseurin Bernie geht von der Bühne

Der Kulturförderkreis hat die langjährige Regisseurin Bernie Haas-Sörgel verabschiedet. Daran nahmen viele Ehemalige teil.
Von Barbara Blaser

Vorsitzender Armin Edbauer verabschiedet Bernie Haas-Sörgel mit Blumen. Foto: Barbara Blaser
Vorsitzender Armin Edbauer verabschiedet Bernie Haas-Sörgel mit Blumen. Foto: Barbara Blaser

Berching.Am Sonntag fiel letztmals der Vorhang zum Theaterstück „Der Brandner Kaspar kehrt zurück“. Mit dieser Inszenierung ist auch für Regisseurin Bernie Haas Sörgel endgültig Schluss beim Kulturförderkreis. Seit 1994 war sie jährlich für zwei Produktionen zuständig. Wer Bernie Haas-Sörgel oder ihre Aufführungen kennt, weiß, dass sie eine anspruchsvolle, herausragende und wohlwollende Spielleiterin war. Bestimmt fällt es ihr nicht leicht, diese Welt der Ideen, Kreativität und künstlerischen Freiheit zu verlassen, aber irgendwann muss es der richtige Zeitpunkt sein. Sie übergibt das Zepter an Ben Frank, Lena Wölki, Janina und Stephan Christ. Alle vier haben sich beim Bayerischen Amateurtheater für diese verantwortungsvolle Tätigkeit ausbilden lassen. Wenn Bernie Haas-Sörgel zurückblickt, dann kann sie auf viele schöne Aufführungen blicken. Ob Komödie, Boulevard, Krimi – von allem war etwas dabei. Unzählige Schauspieler führte sie in ihre Rollen, so dass auch Neulinge professionell auf der Bühne wirkten. Franz König ist ein Schauspieler der ersten Stunde und war bei fast allen Produktionen dabei. Er fehlte nur, wenn es seine Gesundheit nicht zuließ. Ihm fiel der Abschied von Bernie Haas-Sörgel besonders schwer. Ansonsten standen immer wieder unterschiedliche Darsteller auf der Bühne.

Nachfolge

  • Wer:

    Ben Frank, Lena Wölki, Janina und Stephan Christ haben sich beim Bayerischen Amatheurtheater zu Spielleitern ausbilden lassen.

  • Wann:

    Sie übernehmen ab dem Kinderstück im Winter das Sagen. Mit dieser Ausbildung ist Kultur in Berching gesichert. Bühnenbau, Regie, Spiel- und Theaterpädagogik, Szenenarbeit und die Maske zählen zu den Ausbildungssequenzen.

Dann gab es Schauspieler, die einsprangen, wenn Not am Mann war, so Hubert Staudt. Er ist eigentlich für den Bühnenbau verantwortlich, übernahm aber auch schon die eine oder andere Rolle. Hubert Staudt setzte die kreativen Ideen für die unterschiedlichsten Bühnenbilder gerne um. Keine Arbeit war zu viel. Für Licht und Ton war Adi Streller ein Mann der ersten Stunde bis heute.

Manche Grenze wurde erreicht

Wenn Bernie Haas-Sörgel zurückblicht, dann waren „Sophie‘s Welt“, „Ricarda’s Glück“ oder „Spiel es noch einmal Brad“ herausragende Stücke. Diese waren vom Inhalt an literarische Vorlagen gebunden, bei denen der Zuschauer auch bestimmte Vorstellungen hatten. „Diese Bilder mit den Amateur-Schauspielern umzusetzen, da kam ich manchmal an meine Grenzen“, gibt die versierte Regisseurin offen zu. Da gab es dann auch im Publikum so manche Begegnungen, die sie doch berührten und mit Glück und Freude erfüllten. Bernie Haas-Sörgel war immer für alles eigenverantwortlich zuständig. Ob Choreographie, Kostüm, Maske, Musik – alles lag in ihrer Hand. Die Vorarbeit war meist am anstrengendsten.

Beim Text lesen positionierte sie bereits die richtigen Schauspieler und setzte dann alles in Szene. Dies erforderte viel Zeit. „Ich wollte den Menschen immer schöne Stunden bescheren, damit die Gäste dem Alltag entfliehen konnten“. Ihre eigene Familie wurde vom Theater ebenso angesteckt. Ehemann Julian Sörgel spielte in unzähligen Stücken mit. Auch er verabschiedet sich von der Bühne des Kulturförderkreises. Sohn Benjamin und Enkeltochter Cecile zeigten ebenfalls ihr Talent und die Mutter übernahm Näharbeiten bei Kostümänderungen, so lange sie konnte.

Durch Höhen und Tiefen

Mit dem Brandner Kaspar endet die Ära Bernie Haas-Sörgel. „Du hast uns in den vergangenen 26 Jahren durch Höhen und Tiefen begleitet und das eine oder andere Schauspieler-Talent entdeckt“, so Nachfolger Ben Frank Alle gemeinsam sangen: „Alles Gute für die Zukunft“. In diesem Lied wurde noch einmal Revue passiert. „Wir sind mit dem Urmel ins Meer getaucht, im Wilden Westen hat der Colt geraucht, bei „Brad“ konnten wir in Strapsen rocken.“

Vorsitzender Armin Edbauer bedankte sich für die langjährige Zusammenarbeit. Er zeichnete sie mit einem „Walk of fame- Stern“ aus. Außerdem hat Bernie Haas-Sörgel ein Leben lang freien Eintritt zu allen Veranstaltungen in der Kulturfabrik. Bernie Haas-Sörgel kann zufrieden die Bühne verlassen. Das letzte Theaterstück war sehr erfolgreich. Sie wünscht sich nichts mehr, als dass „die „jungen Wilden“ die gleiche Unterstützung finden wie ich sie hatte“. Ein nicht enden wollender Applaus freute die Regisseurin.

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