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Kirchenmusik

Sandtner-Orgel erfreut seit 20 Jahren

Das wertvolle Instrument in der Berchinger Stadtpfarrkirche wurde 1996 eingeweiht. Am Wochenende wird das gefeiert.

Die Sandtner-Orgel der Berchinger Stadtpfarrkirche ist ein bedeutendes, wohlklingendes Instrument.
Die Sandtner-Orgel der Berchinger Stadtpfarrkirche ist ein bedeutendes, wohlklingendes Instrument. Foto: Pfarrei Berching/M. Altrichter

Berching. Gleich drei runde Geburtstage gehen 2016 in die Geschichtsbücher von Stadt und Pfarrei Berching ein. Während man bereits zu Beginn des Jahres auf das 500-jährige Bestehen der traditionellen Ölbergandachten zurückschauen konnte und sich am Sonntag nach Fronleichnam die Gläubigen zum 400-jährigen Jubiläum der Corpus-Christi-Bruderschaft bei einem Festgottesdienst versammelten, so ist das dritte Jubiläum in diesem Jahr noch relativ jung: Vor 20 Jahren wurde am 11. Februar 1996 die Sandtner-Orgel durch den ehemaligen Plankstettener Abt und heutigen Bischof Dr. Gregor Maria Hanke (OSB) in der Stadtpfarrkirche eingeweiht. Das Festkonzert zur Orgelweihe spielte der damalige Eichstätter Domkapellmeister, Prof. Wolfram Menschick.

Orgelgeschichte reicht bis 1758

Wenn man in der Orgelgeschichte der Stadtpfarrkirche etwas weiter zurückblickt, gab es bereits 1758 einen Briefwechsel zur „Orgelfrage“. Die Stadtpfarrkirche war nach dreijähriger Umbauphase erweitert worden und erhielt ihre heutige Gestalt. Der Organist und Schulmeister Johann Stephan Hering favorisierte schon damals einen Neubau mit dem Wortlaut, dass „das alt und recht shlechte Orgel Werkhlein in die jetzt Neue und Vill Höcheren Kürch allzu shwach und eine Reparatur zu teuer wäre….“.

Am 11. Februar 1996 sind beim Weiheakt (von rechts) Stadtpfarrer Heinrich Füracker, dahinter Chorleiter Winkelbauer, der damalige Abt Gregor und der ehemalige Berchinger Kaplan Michael Kleinert zu sehen.
Am 11. Februar 1996 sind beim Weiheakt (von rechts) Stadtpfarrer Heinrich Füracker, dahinter Chorleiter Winkelbauer, der damalige Abt Gregor und der ehemalige Berchinger Kaplan Michael Kleinert zu sehen. Repro: Altrichter

Wer den Auftrag bekam, dieses neue Orgelwerk 1758 dann schließlich zu erstellen, liegt im Dunkeln. 1884 legte der Regener Orgelbauer Ludwig Edenhofer einen Kostenvoranschlag für den Bau einer neuen Orgel vor, zu diesem Neubau kam es aber erst 1890 durch den Nürnberger Orgelbaumeister Joseph Bittner. Dieses bis 1995 bestehende Orgelwerk wurde 1970 nochmals mit dem Wunsch nach einer „Aufhellung“ der Stimmen geändert und erfüllte mehr oder weniger zuverlässig über 100 Jahre seinen Dienst.

Die Kirchen- und Orgelmusik hat in Berching eine lange Tradition, waren es in früheren Jahren Persönlichkeiten wie Hauptlehrer Westermann oder die Färbersfamilie Allio, die den Chor- und Organistendienst versahen, so ist vielen Berchingern der unvergessene Hubert Schmitz noch in Erinnerung, der nach dem 2. Weltkrieg fast 50 Jahre seinen Dienst als Organist und Chorleiter für die Pfarrei ausübte und immer wieder auch kleinere Reparaturen aufgrund von Störungen an der alten Orgel durchführte.

Unter dem Wirken seines Nachfolgers Thomas Winkelbauer entschloss sich schließlich die Kirchenverwaltung mit dem damaligen Stadtpfarrer Heinrich Füracker, Kirchenpfleger Alfred Dess und dem Förderverein „Berchinger Orgelfreunde“ im Frühjahr 1993, die Planung und den Bau einer neuen Orgel voranzutreiben, der Bauvertrag für die neue Orgel konnte am 11. Februar 1994 unterzeichnet werden.

Kosten von 800000 D-Mark

Im Rahmen zahlreicher Besprechungen, Besichtigungen und Spendenaktionen wurden letztendlich zwei namhafte Orgelbaufirmen zum Bau eines neuen Instrumentes ausgewählt – in enger Zusammenarbeit zwischen Pfarrer Füracker, den Gremien der Pfarrei, den Organisten und den Sachverständigen aus Eichstätt Wolfram Menschick und Pfarrer Johannes Rackl. Die Wahl fiel schließlich auf das renommierte Dillinger Orgelbau-unternehmen Hubert Sandtner, welches ein schlüssiges und überzeugendes Konzept für einen Orgelneubau vorlegte.

Mehr Infos zur Orgel und zu den Jubiläumsfeierlichkeiten finden Sie hier:

Wissenswertes zur Orgel

  • Eckdaten der Orgel:

    Die Sandtner-Orgel in der Pfarrkirche wurde 1994 bis 96 als neues Orgelwerk im bestehenden Barock-Prospekt des 18. Jahrhunderts gebaut. Sie hat 29 Register auf 3 Manualen (Doppeltraktur) und Zimbelstern und ist mit einer Elektronischen Spielhilfe (Setzeranlage) ausgestattet. Sie verfügt über 1766 Pfeifen. Die Baukosten betrugen 1996 800 000 D-Mark. Erbauer war Orgelbau Sandtner aus Dillingen/Donau. Für die Prospektfassung war die Firma Albert Fromm aus Parsberg zuständig.

  • Programm zum Jubiläum:

    Am Samstag findet um 18.30 Uhr ein Gottesdienst mit Auszügen aus der Missa Argentina von Alwin M. Schronen und Missa Sanctae Caeciliae von Stefan Trenner statt. Ausführende sind der Chor der Stadtpfarrkirche, Astrid Weigl (Kantorin) und Jürgen Grätz (Orgel). Die Leitung hat Peter Hummel. Am Sonntag um 17 Uhr findet ein Festkonzert mit Musik von Bach, Lübeck, Schumann und Vivaldi statt. An der Orgel ist Eichstätts Domorganist Martin Bernreuther zu hören. Der Eintritt ist frei, Spenden sind erwünscht!

Viele Dinge mussten dabei beachtet werden: Das alte, äußerst wertvolle Gehäuse sollte wieder verwendet werden. Der eng bemessene Platz auf der Doppelempore musste sinnvoll für Chor und Orgel eingeteilt werden, auch die Empore musste entsprechend für eine neue Orgel verstärkt werden. Musikalische Wünsche konnten integriert werden und die sicherlich schwierigste Frage, die der Finanzierung von damals rund 800000 D-Mark konnte letztendlich auch aufgrund des Engagements vieler Gläubiger gelöst werden.

Bedeutende Organisten spielten sie

So entstand in circa 7000 Arbeitsstunden ein hervorragendes Instrument, das ausnahmslos in sorgfältiger handwerklicher Fertigung hergestellt wurde und mit seinen technischen Möglichkeiten nahezu alle Facetten des liturgischen und konzertanten Orgelspiels ermöglicht. Bedeutende Organisten konnten in den vergangenen Jahren zu Orgelkonzerten begrüßt werden, so auszugsweise die Professoren Franz Lehrndorfer und Edgar Krapp aus München oder Franz-Josef Stoiber aus Regensburg.

In Erinnerung und aus Dankbarkeit für „20 Jahre Orgel in der Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt“ wird der Chor der Stadtpfarrkirche Berching unter der Leitung von Peter Hummel am kommenden Samstag einen festlichen Gottesdienst gestalten. Der Gottesdienst ist zugleich auch ein Gedenken an alle verstorbenen Wohltäter der Berchinger Kirchenmusik. Am Sonntag um 17 Uhr gastiert der Eichstätter Domorganist Martin Bernreuther und spielt ein Festkonzert auf dem Jubiläums-Instrument.

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