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Kultur

Schnelle Dates mit zehn Autoren

„Literarisches Speeddating“ hieß es bei der Literaturwoche in Berching. Die Abwechslung war groß – der Applaus auch.
von Barbara Blaser

  • Zehn Autoren und eine Künstlerin stellten sich und ihre Werke beim literarischen Speeddating vor. Fotos: Blaser
  • Zwischen den Lesungen spielte Edith Deinhard auf ihrer Harmonika traditionelle Volkslieder.

Berching. Die Prinzipien des Speed-Dating werden nicht nur bei der Partnersuche eingesetzt: In Berching zur Literaturwoche stellten so zehn Autoren und eine Künstlerin ihre Besonderheiten vor. Die stellvertretende Bürgermeisterin Gerlinde Delacroix erklärte: „Wir haben heute ein Spezial-Date, bei dem Autoren zum Besten geben, was sie geschrieben haben.“

Anja Nadine Mayer „Morgen sagen die Sterne“

Den Auftakt machte Anja Nadine Mayer: „Ich hatte noch nie so viele Kollegen um mich bei einer Lesung“, sagte sie. Ihr Buch „Morgen sagen die Sterne“ erzählt von den Arbeitslosen Susanne und Thorsten. Susanne schreibt ihrem Mann Horoskope: erfundene Botschaften, um ihm Mut zu machen. Sie sind launisch, ironisch, tiefgründig, , einfühlsam oder gemein.

Ina Willax: E-Book „Scubakids“

Ina Willax stellte das E-Book „Scubakids“ vor, eine interaktive Gute-Nacht-Geschichte rund um das Meer für Kinder ab zwei Jahren. Mit dem Autor, Texter und Taucher Florian Weidhase erstellte sie die Geschichte in zwei Perspektiven. Den Kindern wird vor Augen gehalten, dass es Menschen gibt, die Müll machen und andere, die die Natur von Unrat befreien. Die Kinder können das Buch selbst lesen – oder vorlesen lassen. Und sie haben die Möglichkeit, Tiere zu sehen, wie sie in der Realität im Meer leben.

Susanne Brom: „Fire Devils“

„Stellen sie sich das Motorengeheule einer Harley Davidson vor“, versucht die Autorin Susanne Brom die Gäste auf ihr Buch „Fire Devils“ einzustellen. Navy, Road Captain der Fire Devils, ist ein verschlossener Biker. Niemand aus dem Club kennt Details aus seiner Vergangenheit als Elitesoldat der US Navy. Als er und J. J. einen Warentransport eskortieren müssen, erfährt der Ex-Seal, dass eine junge Frau namens Runa nach ihm sucht. Susanne Brom wohnt in Weidenwang und hat schon einige Bücher veröffentlicht.

Richard Auer: „Lammauftrieb“

Richard Auer gastierte bereits zum zweiten Mal zur Literaturwoche in Berching. Der Krimiautor las aus seinem neuestes Werk „Lammauftrieb“ vor. Auer ist sehr mit seiner Heimat verbunden. In dem Buch geht es um eine Schafherde, die „malerisch an den Hängen hoch über Eichstätt“ grast. „Doch das Idyll trügt: Mitten auf dem Pfad liegt der Schäfer – ermordet. Mike Morgenstern nimmt die Ermittlungen auf und kann bald Unschuldslämmer nicht mehr von schwarzen Schafen unterscheiden.“

Margit Auer: Kinderbücher

„Ich bin es gar nicht gewohnt, vor Erwachsenen zu lesen, da ich Kinderbücher schreibe“, schmunzelt die Autorin. Und das schon seit mehr als zehn Jahren mit großem Erfolg. Sie hatte Ausgaben in Spanisch, Türkisch, Griechisch und Japanisch dabei. Ihre Bücher erzählen von den magischen Tieren. Die Geschichten spielen in Schulen in Deutschland und die Kinder können sich gut damit identifizieren.

André Buchner: Lateinschablone

Keinen Roman, sondern eine didaktische Aufbereitung und Vereinfachung von komplizierten Inhalten als Sprachberater für Latein hatte der Gründer und Geschäftsführer der Firma d. i. e. Wissensmakler UG im Gepäck. Er stellte seine Lateinschablone vor, bei dem man das Gefühl hat, durch die Brille eines Lateinlehrers zu blicken.

Erika Gulder: Origami

Sie beherrscht die Kunst des Papierfaltens. „Ich mache schon immer gerne Origami mit großer Begeisterung. Nun bin ich auf die Idee gekommen, alte Bücher von Flohmärkten kreativ zu gestalten“. Viele Ausstellungsstücke hatte sie für die Schranne mitgebracht. Ihre Einnahmen spendet die Künstlerin an soziale Projekte für Kinder.

Simon Traub: „Die Krüge hoch“

Frisch vom Oktoberfest zurück gab er Einblicke in die Welt der Volksfeste. Der 44-jährige Neumarkter gehört seit mehr als 20 Jahren zu den fahrenden Kellnern. Viele Erfahrungen und lustige Anekdoten hat er dabei erlebt – und aufgeschrieben. Natürlich ist das körperlich ziemlich anstrengend, nach 17 Tagen Oktoberfest bluten meine Füße, sagt der leidenschaftliche Kellner.

Sonja Schneider: „Goggolori“

Sonja Schneider ist in Berching keine Unbekannte: Sie lebte dort viele Jahre. Sonja Schneider hat schon als Kind gerne geschrieben und auch der Vater hat Bücher verfasst. In der Schranne stellte sie ihr Erstlingswerk „Goggolori“ vor, einen bayerischen Krimi. Auch die Buchhülle hat Schneider selbst entworfen, weil auch das Malen zu ihren Hobbys zählt.

Gerda Stauner: „Grasmond“

Gerda Stauner las aus ihrem erst kürzlich erschienenen ersten Werk „Grasmond“ vor. Eine fesselnde Familiengeschichte, eingebettet in die Ereignisse der lebensbedrohenden letzten Tage des Zweiten Weltkrieges im Oberpfälzer Dorf Fichtenried. Gleichzeitig spannt sie einen Bogen zu den turbulenten Geschehnissen rund um das erste Regensburger Bürgerfest im heißen Sommer 1973.

Engelbert Huber: „Weihnachtserzählungen“

Der pensionierte Germanist Engelbert Huber stellte sein Buch „Weihnachtserzählungen“ vor. Er erzählt lustige aber auch nachdenkliche Geschichten. Ein facettenhaftes Stimmungsbild, wie heute Weihnachten gefeiert wird. Die Figuren bewegen sich im Spannungsbogen von Weihnachtsflucht und der sehnsuchtsvollen Suche nach der Magie des weihnachtlichen Angesichts einer säkularisierten Gesellschaft, in der die religiöse Sinnfindung mehr und mehr an Bedeutung verloren hat.

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