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So soll Leben auf dem Land klappen

Landtagspräsidentin Barbara Stamm war Rednerin beim Maschinenring. Sie plädierte für aktive Beteiligung der Frauen.
Von Dagmar Fuhrmann

  • Barbara Stamm sprach bei der Frauenversammlung. Foto: Fuhrmann

Berching. Einen in Berching gern gesehenen Gast hatte der Maschinenring Neumarkt plus für seine Frauenversammlung eingeladen. Vor 130 Frauen sprach Landtagspräsidentin Barbara Stamm über die Zukunft des ländlichen Raums. Und dabei sprach sie ihnen offenbar oft auch aus dem Herzen, wie sich an der Reaktion ablesen ließ. Es gelang ihr, den abstrakten Begriff des ländlichen Raums mit Leben zu füllen.

Selbstbewusst beteiligen

Zuvor hatte die Vorsitzende des Maschinenrings Beate Niebler die Frauen begrüßt und ihre Geschlechtsgenossinnen aufgefordert, sich mit Selbstbewusstsein und Selbstständigkeit am Strukturwandel zu beteiligen und mehr in der Landwirtschaft in die Hand zu nehmen. Geschäftsführer Max Stadler trug die Zahlen des Maschinenrings vor und berichtete launig von der Hektarparty, an der etwa 1000 Leute teilnahmen und der eine oder andere vielleicht auch einen Partner gefunden hatte. „Vielleicht ist etwas zu Stande gekommen“, sagte Stadler. Grußworte sprachen auch Bürgermeister Ludwig Eisenreich und Landrat Willibald Gailler, sowie der Leiter des Amts für Landwirtschaft und Forsten Neumarkt Harald Gebhardt. Er stellte fest, dass Frauen der deutliche kreativere Part in der Landwirtschaft seien. Es gebe nichts, was sie sich nicht einfallen ließen.

Ähnlich formulierte es Barbara Stamm: „Seit die Frauen dabei sind, geht es aufwärts“, sagte sie und fand es sehr erfreulich, dass Frauen immer mehr Verantwortung auch in der Politik übernehmen. Speziell die Landfrauen hätten ein wichtiges Gut, das sie pflegten. „Es gibt kein wichtigeres Geschenk als füreinander Zeit zu haben“, das sei in der modernen Gesellschaft etwas ganz Wichtiges.

Stamm forderte die Landfrauen auf, genau hinzusehen, ob die Verfassungsänderung mit deren Hilfe gleichwertige Lebens- und Arbeitsbedingungen zwischen Stadt und Land hergestellt werden sollen, auch tatsächlich gelebt werden. Sie schilderte zahlreiche Vorteile, die Unternehmen hätten, wenn sie sich am Land ansiedelten, unter anderem zufriedene Mitarbeiter, die nicht hohe Summen für ihre Miete ausgeben müssten. Entscheidend sei aber die Digitalisierung. Am Bildungssystem mangele schon lange nicht mehr, sagte sie und erinnerte an den Kampf der Berchinger um ein Gymnasium.

Den eigenen Wertekanon leben

„Sie müssen dafür sorgen, dass der ländliche Raum lebenswert bleibt“, denn es seien die Menschen, die dies bewerkstelligten. Stamm sprach darüber, wie wichtig diese Werte in einer Welt seien, die gerade aus den Fugen zu geraten drohe. Wichtig sei auch ein persönlicher Wertekanon, den man auch als Leitkultur umschreiben könne. Denn Toleranz bedeute nicht, dass man die eigenen Grundsätze aufgebe, sondern dass man die Werte lebe, die die christlich-jüdische Kultur vorgebe. Dann bleibe ein Martinszug ein Martinszug und werde nicht zum Lichterzug.

Es seien die Landfrauen gewesen, die die Diskussion um die Alltagskompetenz entfacht hätten. Wenn man dies beherzigen würde, müsste man nicht so viel Geld für „Reparaturkosten“ wie Suchtberatung, Erziehungsberatung und ähnliches ausgeben.

Wichtig für das Land seien aber auch weiche Faktoren wie Arztpraxen und Hebammen. Man brauche den Arzt, der Hausbesuche mache und sage: „Legen Sie auf, ich komme.

Auch das Ehrenamt war Thema.

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