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Stirbt das Meer, stirbt der Mensch

Der Autor Florian Weidhase verdeutlicht in einem e-Book – nicht nur für Kinder – die Folgen von Plastikmüll in den Ozeanen.
Von Dagmar Fuhrmann

Die Illustration der „Scuba-Kids“ stammt von Daniela Schaum.
Die Illustration der „Scuba-Kids“ stammt von Daniela Schaum.

Berching.Längst nicht jedes Plastikteil landet dort, wo es sollte – nämlich in der Wiederverwertung. Viel zu viel Plastik verschwindet leider in den Meeren. Für den Autor und Taucher Florian Weidhase ist es nur schwer erträglich, wenn er bei seinen Tauchgängen das Ausmaß der Vermüllung sehen muss.

Das hat Waidhase bewogen, ein interaktives e-Book zu schreiben. Es trägt den Titel „Scubakids“. Die Berchingerin Ina Willax, sie befasst sich als Dozentin von Lingua Eterna mit der bewussten Sprache, hat mit Weidhase zusammengearbeitet, so dass die Botschaft für die Kinder unmissverständlich ist und Bilder im Kopf entstehen. Das gilt aber durchaus nicht nur für Kinder... „Scubakids“, das bedeutet Tauchkinder, denn Scuba ist eine Akürzung für das Tauchgerät und ist somit ein Synonym für Gerätetauchen.

Als Taucher sehe er, was die Menschen ins Meer werfen oder was über die Flüsse in den Ozeanen landet. Auf jedem Quadratkilometer der Meere schwimmen zehntausende Teile Plastikmüll. Bis zur völligen zersetzung dauert es bis zu 400 Jahre. „Es ist fürchterlich, was sich in den Riffs und im Roten Meer für Müll findet.“

Den Müll habe er stellvertretend für die vielen Probleme der Ozeane – wie industrielle Verschmutzung und massive Überfischung – gewählt. Abfall sei ein für Kinder greifbares Beispiel. Sie könnten direkten Einfluss nehmen, indem sie Müll richtig entsorgen – egal ob an Land oder auf dem Wasser. Am Ende sei es ihm darum gegangen, das Bewusstsein für den Schutz der Meere zu schärfen – bei Kindern und ihren Eltern.

Die Geschichte ist aus zwei Perspektiven erzählt, denn nur so ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Perspektivwechsel möglich. Weidhase sagt auf Nachfrage von Ina Willax, dass er mit Vorurteilen spielen wollte. Denn wir alle hätten welche, auch wenn wir glaubten, keine zu haben. Als Beispiel führt Weidhase eine seiner Figuren namens Felix an. Der finde das Müllsammeln anfangs ziemlich doof. Mit der Aktion bewirke er aber etwas sichtbar Gutes, weswegen der Junge seine Meinung ändere und schließlich großen Spaß daran habe.

In der zweiten Geschichte finden die Tiere Müll am Riff und sind sauer auf die Menschen. Den generellen Schluss, dass die Menschen also schlecht sein müssen, widerlegen die Taucher. Auch hier finde also ein Perspektivwechsel statt, der alle Seiten der Geschichte zeigt.

Weidhases Botschaft lautet in kindgerechter Darstellungsform, dass der Erhalt der Weltmeere lebensnotwendig sei für ihre Bewohner, aber auch für uns Menschen. Denn: Stirbt das Meer, stirbt der Mensch. Es sei daher im ureigensten Interesse der Menschen, das Meer und seine Bewohner zu schützen.

Derzeit gibt es Scuba-Kids nur für Apple-Geräte, weil Google die Software nicht zur Verfügung stellt.

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