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Entscheidung

Zukunft des Hotel Post wird besiegelt

Der Berchinger Stadtrat hat sich intern für einen privaten Investor entschieden. Beschlossen wird dies am 19. April.
Von Dagmar Fuhrmann

  • Die Rückseite des Hotel-Komplex: Er wird abgerissen, stattdessen entstehen ein Biergarten und eine Kulturhalle. Foto: Fuhrmann
  • Die Fassade des ehemaligen Hotel Post sieht immer noch schmuck und stattlich aus. Foto: Fuhrmann
  • Derzeit sieht es noch recht wüst in dem ehemaligen Hotel Post aus. Foto: Fuhrmann
  • Die alten sanitäranlagen wurden komplett entfernt. Foto: Fuhrmann

Berching.Wer die Geschichte des Hotel Post in den vergangenen 15 Jahren mitverfolgt hat, ist mit euphorischen Meldungen durchaus zurückhaltend geworden. Trotzdem – die Jahres des Leerstands scheinen nun wirklich zu Ende zu gehen.

Der Stadtrat hat sich erneut zu einer nichtöffentlichen Klausurtagung getroffen und sich für einen der beiden Investoren entschieden. Mehrere Stadträte berichten unserer Zeitung, dass sich das gesamte Gremium in einer Probeabstimmung dafür ausgesprochen habe, das Gebäude einem Hoteliersehepaar aus der näheren Umgebung zu verkaufen, das es zu einem gehobenen Hotel-Betrieb ausbauen will. Der öffentliche Beschluss hierzu soll in der nächsten Stadtratsitzung am 19. April fallen.

Nachdem die Stadt inzwischen wieder die Eigentümerin ist, wird auch gleichzeitig darüber entschieden, wie es mit der Kulturfabrik weitergeht: Sie wird – vorbehaltlich der tatsächlichen Zustimmung des Stadtrats, auch in der öffentlichen Sitzung – abgerissen und stattdessen wird es einen Neubau auf dem jetzigen Gelände des Hotel Post geben. Von dem Komplex bleibt also nur das wertvolle und denkmalgeschützte Hauptgebäude stehen, während der neuzeitliche Bettentrakt der neuen Kulturhalle – auf diesen Namen hat man sich im Stadtrat geeinigt – weichen wird. Bauherr der Kulturhalle wird die Stadt Berching sein, das Hotelgebäude wird in Regie der Hoteliers und nach den Vorgaben des Denkmalschutzes umgebaut.

Neue Heimat für Vereine

In dem neuen städtischen Gebäude sollen auch die Vereine, die derzeit in der Kulturfabrik untergebracht sind, ein Zuhause bekommen.

Man sei sich im Stadtrat einig gewesen, diesen privaten Investoren das Vertrauen zu schenken, da sie als renommierte und seriöse Geschäftsleute bekannt seien. Nach der Erfahrung mit dem kuwaitischen Eigentümer, mit dem eine Kommunikation so gut wie ausgeschlossen war, empfinde man es als Vorteil, dass die demnächst neuen Eigentümer „greifbar“ sind und für Gespräche jederzeit zur Verfügung stehen. Besondere Vorfreude habe bei den Stadträten auch die Aussicht auf den geplanten Biergarten entlang der Sulz geweckt. Um das dann vermutlich idyllisch anmutende Bild abzurunden, soll dann auch die Sulzmauer hergerichtet werden, sie ist ziemlich heruntergekommen.

Perspektive für die Kultur

Im Vorfeld sei mit den betroffenen Vereinen gesprochen worden, besonders betroffen ist ja der Kulturförderkreis, der in der Kulturfabrik erfolgreich und regelmäßig Theater spielt. Auch von dieser Seite gebe es ausschließlich Zustimmung, so war aus der Sitzung zu hören.

Über das Thema Kulturhalle gab es im Stadtrat offenbar unterschiedliche Vorstellungen. So wurde unter anderem das Pettenkofer-Haus als Alternative ins Gespräch gebracht. Es gehört der Kirchenstiftung und gilt als ungeliebt, weil es sanierungsbedürftig ist. Nach vorherrschender Meinung sei das Pettenkofer-Haus aber keine Alternative, da es für kirchliche Veranstaltungen benötigt wird. Auch der Neubau einer Schulturnhalle und die Verwendung der Europahalle für kulturelle Zwecke wurde bereits öffentlich genannt.

Die Suche nach einer Alternative für die Kulturfabrik ist inzwischen viele Jahre alt. Mehrere Gebäude wurden auf ihre Tauglichkeit untersucht. Erst als sich endgültig abzeichnete, dass Al Neama nicht länger an seinen Umbauplänen festhalten würde, kam auch das Hotel Post überhaupt infrage.

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