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Bildung

Jetzt kämpft er vor allem für die Tiere

Früher stand Ralf Seeger nur im Boxring – heute setzt er sich für Tierschutz ein. Den Schülern in Berg erzählte er davon.
von Sabrina Leretz

Die Schülersprecher überreichten Ralf Seeger zusätzlich zu einer stattlichen Spendensumme einen Berg voller Futter für bedürftige Tiere.
Die Schülersprecher überreichten Ralf Seeger zusätzlich zu einer stattlichen Spendensumme einen Berg voller Futter für bedürftige Tiere. Foto: Leretz

Berg.Auf den ersten Blick wirkt Ralf Seeger nicht gerade wie ein Mann, der für seine Tierliebe durchs Feuer gehen würde. Arme und Hals des 53-Jährigen sind komplett tätowiert, die Muskeln treten deutlich unter dem weißen T-Shirt hervor. Seit seiner Kindheit war der Boxring sein zweites Zuhause.

Sobald Seeger allerdings anfängt, von seinen Erlebnissen im Tierschutz zu erzählen, ist deutlich sein Herzblut zu spüren, mit dem er an seine Projekte herangeht. Das erfuhren auch die Grund- und Mittelschüler der Schwarzachtal-Schule in Berg, als Seeger am Freitag bei ihnen zu Gast war. Gebannt lauschten sie den Geschichten Seegers und nutzen die Chance, selbst Fragen zu stellen und Autogramme zu ergattern.

Ein Fernsehstar an der Schule

Ralf Seeger ist nämlich nicht nur Tierschützer: Er ist noch dazu berühmt durch etliche Medienauftritte. Zunächst kannte man ihn nur wegen seiner Erfolge als Kampfsportler –dann nutzte er seine Auftritte dazu, sich öffentlich für den Tierschutz einzusetzen. In der Serie „HundKatzeMaus“ auf VOX hatte Seeger bereits einige Gastauftritte.

Über die Serie wurden dann auch die Schülersprecher Jana Klauss, Teresa La Rossa und Jonas Bayer auf den 53-Jährigen aufmerksam. Sie brachten den Stein ins Rollen. „Im Internet haben wir seine E-Mail-Adresse gefunden und ihm einfach geschrieben, ob er nicht zu uns an die Schule kommen möchte“, erinnerte sich Jana.

Auf eine Antwort mussten sie nicht lange warten. Nach Rücksprache mit dem Lehrerkollegium und Direktorin Theresa Altmann wurde kurzerhand der Besuch des Tierschützers geplant. „Wenn sich Schüler selbstständig für so eine Sache engagieren, kann man das nur unterstützen“, lobte Altmann. Bei den Mitschülern traf das Projekt ebenfalls auf Begeisterung. Jede Klasse trug ihren Teil zur Organisation bei.

Eine Klasse buk zum Beispiel Hundekekse, eine andere malte Hundebilder, wieder eine andere organisierte einen Pausenverkauf. Alle Erzeugnisse wurden dann an Eltern und Tierfreunde verkauft. Durch die Erlöse und Spendengelder kamen letztendlich 831,63 Euro zusammen, die die Schülersprecher am Freitag an Seeger und seinen Verein „Helden für Tiere“ überreichten.

Schüler sollen sich weiter einsetzen

Das selbst organisierte Projekt der Schüler rührte Seeger sehr. In seinem Vortrag appellierte er, sich weiter für die Rechte der Tiere einzusetzen. „Ihr habt die Reife, Euch darüber Gedanken zu machen, was um Euch herum geschieht“, sagte Seeger. Zivilcourage sei heute wichtiger denn je.

„Ihr habt die Reife, Euch darüber Gedanken zu machen, was um Euch herum geschieht.“

Ralf Seeger

Er selbst spricht aus Erfahrung. In der Vergangenheit hat er etliche Tiere von der Straße geholt und ihnen ein neues Zuhause verschafft. Vor allem Hunde hätten es ihm angetan, sagte er. Erst kürzlich habe er einen Welpen aus Ungarn zu sich geholt, den er dort im größten Leid gefunden habe. Das Beeindruckendste an Tieren sei für den Kampfsportler, dass sie so geradlinig sind. „Menschen neigen dazu, andere zu manipulieren“, sagte er.

Von Seegers Arbeit wird man in Zukunft sicher noch viel hören. Schon im Mai steht er für VOX vor der Kamera für eine neue Doku über Tierschutz.

Drei Fragen an Ralf Seeger:

Herr Seeger, wie kommt ein Kampfsportler zum Tierschutz?

Ich bin in schwierigen Umständen aufgewachsen und hab’ in meiner Kindheit viel Leid kennengelernt. Schon früh hatte ich ein Herz für Tiere. Mit 18 habe ich mir dann meinen ersten Hund gekauft. Seitdem engagiere ich mich für den Tierschutz.

Wie sieht Ihre Arbeit als Tierschützer konkret aus?

Ich bin oft im Ausland tätig, vor allem in Osteuropa. Aber auch in Deutschland gibt es Missstände. Die gehen aber leider viel zu schnell unter in unserer heutigen hektischen Zeit. Ich unterstütze mit meinem Verein „Helden für Tiere“ andere Vereine genau so wie Privatmenschen. Außerdem baue ich Tierheime, veranstalte Demonstrationen und Mahnwachen. Dazu gehört auch Medienarbeit.

Was kann jeder Einzelne für den Tierschutz tun?

Zunächst einmal muss man sich bewusst machen, dass man tatsächlich etwas tun kann. Beispielsweise kann man einem Verein beitreten oder sich gegen Missstände stark machen. Wer die Möglichkeit hat, kann ein Tier aus dem Tierheim zu sich holen. Jeder Einzelne kann die Welt besser machen.

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