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Jubiläum

Dorfg’schichte(n) als Sketch-Parade

Zum Auftakt des Jahres „875 Jahre Berngau“ machen einheimische Schauspieler Berngaus sagenreiche Geschichte lebendig.
Von Michael Schrafl

  • Ludwig Haas mimt einen Nürnberger, der mit einer von den Berngauern abgekauften Glocke haderte. Fotos: Schrafl
  • Die Schauspieler, die Stockholzmusi und die Moderatoren der Parade

Berngau.Mit alten und neuen Dorfg’schichten sowie mit Sagen aus alter Zeit, dargeboten von erfahrenen Berngauer Schauspielern, eröffnet die Gemeinde am 11. Februar ihre offiziellen Festlichkeiten zur 875 Jahrfeier. Bei der Generalprobe im Pfarrheim garantierten die Theaterspieler, die Stockholzmusi sowie Gerhard Grad und Matthias Schöll als Moderatoren schon im Vorfeld der öffentlichen Aufführungen einen viel versprechenden und amüsanten Jubiläumsauftakt.

Im Mittelpunkt stehen die Sagen „Das Berngauer Bubengericht“ und die „Glocke von Berngau“ sowie die G’schichten von der „Eisenbahn in Berngau“ und von der geglückten Gebietsreform in den 70er Jahren.

Start mit „Marsch der Steirer“

Mit zünftiger Musik, dem „Marsch der Steirer“, eröffnen die drei Vollblutmusiker Lorenz Barth, Otmar Möges und Wolfgang Zankl den Abend der Generalprobe. Heute feiere man an einem geschichtsträchtigen Ort, dem Pfarrheim, erklärten die Moderatoren. Viele Bälle und Feste seien dort in der Vergangenheit gefeiert und die zahlreichen Theater aufgeführt worden.

Die Stockholzmusi spielt auch am 11. Februar auf.
Die Stockholzmusi spielt auch am 11. Februar auf.

Dann gab es ersten Höhepunkt das „Berngauer Bubengericht“, meisterlich von Betty Ramsauer (Frau des Verunglückten), Hans Schmalzl (Richter) und Erik Lodes (schlauer Bub) in Szene gesetzt. Zum Inhalt: Der Mann einer Bäuerin war in eine Odelgrube gefallen. Ein Nachbar hatte ihn mit einem Mistgreil das Leben gerettet, ihm aber dabei ein Auge ausgestochen. Vor Gericht forderte nunmehr die Ehefrau des Geschädigten Schadensersatz und das aus gutem Grunde: „Mein Mann macht nur mehr halbe Sachen, er ist nichts mehr wert.“ Der Richter zeigte sich zunächst sehr ratlos. Da kommt ihm der gute Rat eines Buben (Erik Lodes) gerade recht. Die Frau zieht daraufhin ihre Klage zurück. Wie das ausgegangen ist, sehen demnächst die Besucher öffentlichen Vorstellungen.

Beim „Bubengericht“ gab es eine eigenartige Findung des Urteils.
Beim „Bubengericht“ gab es eine eigenartige Findung des Urteils.

Ludwig Haas (Nürnberger Rat) und Brigitte Häring (Frau des Berngauer Bürgermeisters) geben die Sage „Von der Glocke von Berngau“ zum besten. Danach hatte eine Sau, eine Glocke am Fuße des Buchbergs ausgegraben. Die Berngauer hängten die Glocke im Kirchturm auf. Deren heller Klang soll bis nach Nürnberg gehört worden sein. Der Nürnberger Rat kaufte den armen Berngauern diese Glocke ab. Als der Rat aber diese einschmolz und daraus zwei Glocken goss, gab die Glocke nur mehr einen dumpfen Klang ab. Die schlitzohrigen Nürnberger verkauften darauf eine der Glocken wieder an die Berngauer zurück.

Die große Bahn-Welt verlockte nicht

Ob das mit einem Eisenbahnhalt in Berngau was wird?
Ob das mit einem Eisenbahnhalt in Berngau was wird?

Hans Lehmeier (Bahn-Vermessungsingenieur) und Renate Sippl (Berngauer Bäuerin) erinnerten im Sketch „Die Eisenbahn in Berngau“ vom Vorhaben, die Bahnlinie Nürnberg-Regensburg über Berngau zu führen. Doch die Berngauer hatten dies zu verhindern gewusst. Sie befürchteten den Verlust ihrer Wiesen und Felder, ein Handwerkersterben, den Abzug der Arbeiter in die Städte. Zudem könnten die Bauarbeiter den Weibersleit hier den Kopf verdrehn.

In der Rolle von Mariechen blickte Hias auf die Gebietsreform in den 70er Jahren zurück. So hatten die Röckersbühler mit Freystadt und die Tyrolsberger mit Neumarkt geliebäugelt.

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