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Fest

100 Jahre Blaskapelle Breitenbrunn

Ende Juni steht das großes Geburtstagsfest an. Neben Festmarsch und Frühschoppen wird es auch einen Bayerischen Abend geben.
Von Markus Rath

Die Blaskapelle Breitenbrunn feiert mit einem Jubiläumswochenende seinen 100. Geburtstag. Foto: Tom Eichenseer
Die Blaskapelle Breitenbrunn feiert mit einem Jubiläumswochenende seinen 100. Geburtstag. Foto: Tom Eichenseer

Breitenbrunn.Egal ob Feuerwehrfest oder Fronleichnam: In Bayern gelingt kein Kirchen- oder Festzug ohne dass eine zünftige Kapelle den Teilnehmern buchstäblich den Marsch bläst. So ist es natürlich auch in Breitenbrunn, wo die Blaskapelle auf 100 Jahre im Dienst der Marktgemeinde zurückblicken kann.

Am 29. und 30. Juni feiert sie nun selbst ein großes Fest: den 100. Geburtstag! „Ohne die Blaskapelle wären wir alle ein Stück ärmer“, hat der ehemalige Bürgermeister von Breitenbrunn einmal über die Musiker gesagt, die ihr Wirken für den Ort im Jahr 1919 begannen.

Erster Auftritt als Sextett

Auf Initiative des ehemaligen Militärmusikers Josef Pöllinger formierte sich ein Sextett, das sich bereits nach vierwöchiger Probenarbeit an die Öffentlichkeit wagte. Pöllinger, Hans Bruckmeier (beide Flügelhorn), Hans Prock, Wendelin Schüttlohr (beide Basstrompete) sowie Hans Kratzer (Bass) und Wolfgang Süß (Althorn) spielten viele Stücke, die der erfahrene Kapellmeister Pöllinger selbst komponiert hat. Das Repertoire der Kapelle umfasste damals schon 54 Märsche, darunter einige, die noch heute gern geblasen werden. Die Auftritte waren seinerzeit in die Bereiche Konzertmusik, Ballmusik und Bauernmusik gegliedert. Bereits in der Gründerzeit wurde das heute zur festen Tradition gehörende Neujahrsanblasen eingeführt.

Programm zum 100. Jubiläum

  • Samstag:

    Treffpunkt ist um 17.30 Uhr Treffpunkt mit allen Vereinen am Schulhof Breitenbrunn; 17.45 Uhr Abmarsch Kirchenzug zur Abendmesse; 18 Uhr Abendmesse, musikalisch gestaltet von der Blaskapelle; ca. 19 Uhr Zug von der Kirche zum Unteren Markt; Begrüßung durch den 1. Vorstand Tobias Reichel und Grußworte; ab 19.30 Uhr Bayrischer Abend mit „Andreas Königsberger und seinen Musikanten“ und den Witzemeistern aus der Nachbargemeinde Seubersdorf sowie Tanzeinlagen der „Heutaler“.

  • Sonntag:

    10 Uhr Sonntagsmesse, musikalisch gestaltet von der Blaskapelle Breitenbrunn; ca. 11 Uhr Zug von der Kirche zum Unteren Markt; danach Begrüßung der Gäste, Auftritt der Jungbläser Breitenbrunn, Frühschoppen mit der Blaskapelle.

  • Weitere Termine:

    21. Juli, 19 Uhr, Musik- und Liederabend in der Turnhalle; 14. & 15. August, Kirchweih in Breitenbrunn; 19. Oktober, 20 Uhr, Herbstkonzert in der Turnhalle; 22. Dezember, 19 Uhr Weihnachtskonzert in der Pfarrkirche Breitenbrunn.

Wie im täglichen Leben war auch für die Blaskapelle der Zweite Weltkrieg ein gewaltiger Einschnitt, der natürlich das Vereinsleben komplett zum Erliegen brachte. Doch schon 1949 sorgte der spätere Bürgermeister Albert Braun dafür, dass es mit der Blaskapelle weiterging. Er übernahm zusammen mit Pöllinger das Dirigentenamt und hatte es bis 1960 inne. Als einer der Ältesten musiziert sein Sohn, Albert Braun junior, als 65-jähriger auch heute noch: „Die Leidenschaft zur Musik lässt mich wie so viele Mitglieder vor mir nicht los“, sagt er dem Neumarkter Tagblatt. „Diese Leidenschaft brauchten auch unsere Gründungsmitglieder, um die Blaskapelle überhaupt erst ins Leben zu rufen und zu etablieren“, lobt er ihr Engagement. Er selbst wisse genau, wie viel Arbeit ein Ehrenamt im Verein macht. „Deshalb habe ich davor größten Respekt und die höchste Anerkennung gegenüber allen Musikern, Mitgliedern und Verantwortlichen, die diesen Verein überhaupt so lange Zeit aufrechterhalten haben.“ Er wünsche der Blaskapelle Breitenbrunn viele engagierte Musiker für die Zukunft, die diese Tradition weiterführen.

Das Fundament für eine gesunde Zukunft ist gelegt: Das frühere Gasthaus „Zum Breitenegg“ wurde in hunderten ehrenamtlichen Stunden von den Mitgliedern der Blaskapelle Breitenbrunn zum „Haus der Musik“ umgebaut und am 12. Juni 2012 offiziell eingeweiht. Die Kosten des Umbaus belaufen sich auf ca. 588 000 Euro, davon stammen ca. 374 000 Euro von öffentlichen Förderungen. Der Landkreis steuerte 7800 Euro bei. Die Blaskapelle beteiligt sich an den Kosten mit 30 000 Euro und den geleisteten Arbeitsstunden. Der Restbetrag von ca. 176 200 Euro wurde von der Marktgemeinde Breitenbrunn übernommen. Besonders beeindruckend im Haus ist der gut zehn mal zehn Meter große und bis zu 3,20 Meter hohe Probenraum mit Akustikdecke.

Meilenstein: Haus der Musik

Sextett mit Josef Pöllinger, Hans Bruckmeier (beide Flügelhorn) Hans Prock, Wendelin Schüttlohr (beide Basstrompete) sowie Hans Kratzer (Bass) und Wolfgang Süß (Althorn) Foto: Aus dem Archiv der Blaskapelle
Sextett mit Josef Pöllinger, Hans Bruckmeier (beide Flügelhorn) Hans Prock, Wendelin Schüttlohr (beide Basstrompete) sowie Hans Kratzer (Bass) und Wolfgang Süß (Althorn) Foto: Aus dem Archiv der Blaskapelle

Dort proben die aktuell 43 aktiven Musikern des Hauptorchesters und zwölf Musiker, die dafür ausgebildet werden. Die musikalische Leitung des Blaskapelle hat der Dirigent Matthias Dietz. Außerdem hat die Förderung der Jugend im Verein Tradition: Schon 1978 hatte der musikbegeisterte Pfarrer Rainer Klameth eine Jugendblaskapelle gegründet, die 1989 in das Ensemble der Erwachsenen eingegliedert wurde. Auch aktuell gibt es eine Jungbläsergruppe, in der die Diplom-Musikpädagogin Marina Braun 19 Kinder und Jugendliche betreut.

Dort ausgebildet worden ist Paula Ferstl, die seit Anfang des Jahres in die Blaskapelle aufgerückt ist. „Ich freue mich in der Blaskapelle Breitenbrunn mitspielen zu können“, erzählt sie stolz. Nachdem sie über die Nachwuchswerbung des Vereins ihr Instrument gefunden hatte, konnte sie gleich über den Verein Unterricht nehmen und gleichzeitig schon bald bei den Jungbläsern mitmusizieren. Ferstl: „In der Gruppe Musik zu machen, macht eh viel mehr Spaß, als nur allein daheim zu spielen. Außerdem habe ich Freundschaften geschlossen.“ Paula hofft, dass weiterhin viele Kinder und Jugendliche ihrem Beispiel folgen. „Dann ist der Fortbestand der Kapelle gesichert.“ Der Schnuppertag im Juli sei eine hervorragende Möglichkeit, die verschiedenen Instrumente kennen zu lernen.

Viel geboten zum Jubiläum

Davor steht aber noch das große Jubiläumswochenende an: Das Spektakel beginnt am Samstag, 29. Juni, um 17.45 Uhr mit einem Kirchenzug, an dem sich neben den Musikantinnen und Musikanten der Blaskapelle Fahnenabordnungen vieler Vereine beteiligen. Um 18 Uhr gestaltet die Blaskapelle die Abendmesse mit Pfarrer Jacek Machura. Danach führt ein Festzug zum Haus der Musik am Unteren Markt, wo ein Bayerischer Abend mit „Andreas Königsberger und seinen Musikanten“ stattfindet. Zuvor werden allerdings der Vorsitzenden Tobias Reichel und mehrere Ehrengäste ihre Grußworte sprechen. Der Festsonntag beginnt um 10 Uhr mit einem Gottesdienst. Am Unteren Markt spielen danach beim Frühschoppen die Jungbläser und die Blaskapelle.

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