MyMz
Anzeige

Freizeit

Baden in Breitenbrunn ist wieder erlaubt

Die Marktgemeinde hat eine Aufsicht für das Naturbad gefunden. Damit steht dem Badevergnügen ab Pfingsten nichts mehr im Weg.
Von Markus Rath

Dr. Andreas Lenz von der Bayerischen Verwaltungsschule begutachtet mit Bürgermeister Johann Lanzhammer und Mitarbeitern der Marktgemeinde Breitenbrunn das Naturbad. Foto: Jürgen Konrad
Dr. Andreas Lenz von der Bayerischen Verwaltungsschule begutachtet mit Bürgermeister Johann Lanzhammer und Mitarbeitern der Marktgemeinde Breitenbrunn das Naturbad. Foto: Jürgen Konrad

Breitenbrunn.Breitenbrunn Badefreunde und Urlauber dürfen aufatmen: Nachdem am Mittwoch Dr. Andreas Lenz, Bäderexperte der Bayerischen Verwaltungsschule, das Naturbad besichtigt und die Marktgemeinde in Hinblick auf Haftung und Betrieb der Einrichtung beraten hat, teilte Bürgermeister Johann Lanzhammer dem Neumarkter Tagblatt mit, dass die Einrichtung pünktlich zu den Pfingstferien ihre Pforten öffnen wird. Die Gemeinde hat einen in Breitenbrunn wohnenden Schwimmmeister gefunden, der die Aufsicht zusammen mit einigen Kollegen nebenberuflich übernimmt.

Im Landkreis Neumarkt ist nicht nur das Bad in Breitenbrunn von der Schließung bedroht gewesen:

Freizeit

Sterben unsere Bäder jetzt aus?

Im Landkreis Neumarkt droht vielerorts ein Ende des Badespaßes. Denn Gemeinden sind haftbar. Doch jeder Ort reagiert anders.

Zur Vorgeschichte: Wie ein fallender Dominostein hatte sich in diesem Frühjahr ein Urteil des Bundesgerichtshofs von 2017 auf die Naturbäder in der Region ausgewirkt. Nachdem ein Mädchen verunglückt war, hatte dieser strengere Richtlinien für die Badeaufsicht und entsprechende Sicherheitsvorkehrungen definiert. Der BGH entschied vor allem, dass die Gemeinde beweisen muss, dass sie bei der Badeaufsicht pflichtgemäß gehandelt hat. Die Gerichte zuvor hatten die Beweislast bei den geschädigten Klägern gesehen. Über diese Entwicklung hatten die Deutschen Kommunalversicherer die Gemeinden informiert. Als Folge wurde ein Bad nach dem anderen vorübergehend geschlossen und vielerorts diskutiert, wie man mit der Haftungsfrage künftig umgeht.

Rechtlich kein Naturbad

Im Laufe dieser Diskussion stellte dann die Marktgemeinde Breitenbrunn überrascht fest, dass ihr Naturbad im rechtlichen Sinne kein Naturbad ist, sondern eine künstliche Badeanlage mit biologischer Wasseraufbereitung. Damit muss es, was die Vermeidung von Unfallrisiken und damit von Haftungsansprüchen angeht, falls etwas passiert, mit einem normalen Freibad gleich gesetzt werden.

Das bedeutet, dass nicht einmal eine einfache Badeaufsicht durch Ehrenamtliche oder die Wasserwacht ausreichen würde, um das Bad ohne Haftungsrisiko für die Gemeinde und den Bürgermeister zu betreiben. Daran ändert sich auch nichts, wenn typische Schwimmbadeinrichtungen wie die Rutsche entfernt würden, wie das bei Seebädern in Oberbayern erfolgt ist.

Zaun spielt eine Rolle bei der Bewertung

Diese Einschätzung bestätigte der Experte Dr. Lenz am Mittwoch auch vor Ort. Der Vorteil für Breitenbrunn ist, dass das Bad komplett eingezäunt ist und nur ein von allen Seiten gut einsehbares Becken besitzt. Daher ist es nach Einschätzung von Lenz ausreichend, wenn eine qualifizierte Person die Aufsicht übernimmt. Diese muss aber unbedingt bei der Gemeinde angestellt und damit weisungsgebunden sein, da bei einem ehrenamtlichen Helfer nicht sicher ist, dass er seine Pflichten durchgehend wahrnimmt und nicht, falls er die Lust verliert, einfach nach Hause geht.

Der Badebetrieb

  • Öffnungszeiten:

    In den Pfingstferien vom 7. bis 23. Juni ist das Bad täglich von 11 bis 19 Uhr geöffnet. Danach bis zu den Sommerferien nur von Mittwoch bis Sonntag.

  • Wassergymnastik:

    Als besondere Attraktion wird täglich zweimal allgemeine Wassergymnastik angeboten. Diese findet von 14 bis 14.15 Uhr und von 17 bis 17.15 Uhr statt. Das Angebot ist kostenlos, es wird aber ein Spendentopf aufgestellt.

Außerdem empfahl der Experte dem Bürgermeister und den mitanwesenden Vertretern der Gemeindeverwaltung neben etlichen Dokumentationspflichten über Wasserqualität und Sicherheitskontrollen noch, Schilder anzubringen, die Eltern darauf hinweisen, dass sie trotz Badeaufsicht ihre Aufsichtspflicht als Eltern wahrnehmen müssen. Insgesamt kam Dr. Lenz laut Bürgermeister Lanzhammer zu dem Schluss, dass das Breitenbrunner Naturbad gut geführt werde.

Großer Aufwand für kleines Bad

Geschäftsleiter Jürgen Konrad, der den Bädercheck mit begleitete, berichtet davon, dass alle Belange des Naturbads aufgerollt wurden. Speziell die sich daraus ergebenden Dokumentationspflichten seien für so ein kleines Bad ein riesiger Aufwand. Künftig werde das Gelände vor jeder Öffnung vom Bauhof auf Sauberkeit kontrolliert. Die Wasserqualität habe man bereits regelmäßig überprüft, jetzt müsse dies halt auch alles niedergeschrieben werden.

Erleichtert ist Bürgermeister Lanzhammer: „Wir brauchen jetzt einige Schilder und Dienstanweisungen“, sagte er. Die Schwimmmeister würden von Juni bis August fest angestellt und nach Stunden abgerechnet.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht