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Ortsentwicklung

„Breitenbrunner Hof“ wird abgerissen

Seit seiner Erbauung prägte das Gebäude das Ortsbild der Marktgemeinde Breitenbrunn. Nun ist es bald Geschichte.
Von Georg Lenz

Bürgermeister Johann Lanzhammer und Geschäftsleiter Jürgen Konrad studieren die Pläne für die weitere Verwendung des Grundstücks.
Bürgermeister Johann Lanzhammer und Geschäftsleiter Jürgen Konrad studieren die Pläne für die weitere Verwendung des Grundstücks. Foto: Lenz

Breitenbrunn.Mit dem vom Marktrat beschlossenen Abbruch des ehemaligen Gasthauses „Breitenbrunner Hof“ geht in der historischen Marktgemeinde eine weitere Ära in der bewegten Ortsgeschichte zu Ende. Das einstige Gasthaus „Thurner“ an der Von-Tilly-Straße im Ortszentrum stammt aus dem 18./19.Jahrhundert, war ein ortsbildprägendes Aushängeschild und früher ein stets gut besuchtes Traditionslokal.

Die zahlreiche Stammkundschaft kam aus Breitenbrunn selbst, aber auch viele Gäste aus der gesamten Umgebung wussten die Gastfreundschaft und die gemütliche Atmosphäre bei der letzten Inhaberin, Maria Thurner, sowie das schmackhafte selbstgebraute dunkle Bier zu schätzen. Zum Betrieb gehörten früher auch eine Brauerei, Landwirtschaft sowie eine Kegelbahn und eine in der Nachkriegszeit eingebaute „Tilly-Stube“, die gerne auch als Weinstube genutzt wurde. Als letzte der ehemals sieben örtlichen Brauereien stellte der Thurner-Bräu 1954 die Bierproduktion ein.

Eine Bleibe für Flüchtlinge

In der Zeit der Balkankriege 1991 bis 1995 diente der Breitenbrunner Hof, nun mit neuen Besitzern, als Zufluchtsort für zahlreiche Flüchtlinge aus dem ehemaligen Jugoslawien. Viele Flüchtlinge fanden im Breitenbrunner Hof vor und nach dem Fall der Mauer ebenfalls zumindest vorübergehend eine Bleibe. Dieses traurige Kapitel deutscher Geschichte bleibt in Breitenbrunn ebenfalls mit dem „Breitenbrunner Hof“ eng verbunden und in nachhaltiger Erinnerung.

Da die Gaststätte seit mehreren Jahren leer stand und seit 2004 Teil einer Insolvenzmasse war, wurde das Gebäude samt Grundstück wegen seiner zentralen Lage 2010 durch die Marktgemeinde erworben. Aus ortsplanerischen Gründen entschied sich der Marktrat, einen städtebaulichen Wettbewerb „Wohnen in der Ortsmitte“ durchzuführen. Im Zuge der weiteren Planungen entschied sich, dass der „Breitenbrunner Hof der Spitzhacke zum Opfer fallen und das Areal eine neue Zweckbestimmung erhalten soll.

Abbruch-Bedingungen sind erfüllt

Der Marktrat machte sich die Entscheidung nicht leicht. Die zwingende Vorbedingung lautete, dass vor dem Abbruch ein Bauträger verbindlich gefunden werden müsse und ein gültiger Bebauungsplan sicherzustellen sei. Diese Voraussetzungen sind jetzt laut Bürgermeister gegeben. Dem Abbruch gingen die vollständige Entkernung des Gebäudes und die Versteigerung des gesamten Mobiliars voraus.

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