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Wandern

Idyllisches Kleinod im Labertal

Breitenbrunn war ein Magnet für Feriengäste aus Berlin. Die von ihnen geschätzte Naturidylle gibt es auch heute noch.
Von Markus Rath

Wandern durch die Natur – auch mal mit tierischen Begleitern – geht wunderbar rund um die Marktgemeinde Breitenbrunn. Foto: Baumann
Wandern durch die Natur – auch mal mit tierischen Begleitern – geht wunderbar rund um die Marktgemeinde Breitenbrunn. Foto: Baumann

Breitenbrunn.Unberührte Täler, Biotope, kleine Naturdenkmäler mitten im Wald, Kirchen, Marterln und beschauliche Kapellen am Wegesrand: Das alles gibt es rund um Breitenbrunn zu entdecken. Für die freien Ostertage bei schönstem Frühlingswetter hat MZ-Reporter Markus Rath Bilder von den schönsten Flecken rund um den Markt zusammengetragen.

Blick über den Ort am Aussichtspunkt Hirschenstein

Der Blick auf die Marktgemeinde Foto: Stadt Breitenbrunn
Der Blick auf die Marktgemeinde Foto: Stadt Breitenbrunn


Über einen Waldweg von der Sankt Sebastians Quelle ausgehend gelangt man zum Aussichtspunkt „Hirschenstein“. Von dort aus kann man über die ganze Ortschaft Breitenbrunn mit den historischen Gebäuden und dem Marktplatz blicken. Ein Kreuz mit der Inschrift „Ave Crus Spec Unica“, ein lateinischer frommer Ausdruck „Hagel zum Kreuz, unsere einzige Hoffnung“ zeugt von der katholischen Geschichte Breitenbrunns.

Das dortige Rathaus, auch als Tilly-Schloss oder Montfort-Schloss bekannt, wurde im Jahr 1740 erbaut. Es gehörte ehemals der Reichsgräfin von Tilly-Montfort. Seit 1992 wird das Gebäude als Rathaus des Marktes genutzt. Der Rathausgarten ist gesäumt von Rosenstöcken und ein Brunnen und eine Bank laden zum Verweilen ein. Direkt nebenan befindet sich das Gumppenberg-Schloss. Es wurde im Jahr 1746 durch Freiherr von Gumppenberg erbaut und ist vom Grundaufbau identisch zum Tilly-Schloss und somit quasi sein Zwilling. Das Gebäude befindet sich momentan in Privatbesitz.

Naturdenkmäler aus Stein über dem Bachhaupter Tal

Rund um Breitenbrunn sind immer wieder spannende, manchmal auch bizarre Felsformationen zu finden. Foto: Stadt Breitenbrunn
Rund um Breitenbrunn sind immer wieder spannende, manchmal auch bizarre Felsformationen zu finden. Foto: Stadt Breitenbrunn


Zwischen Breitenbrunn und dem Weiler Bachhaupt befindet sich das Bachhaupter Tal, das von der Bachhaupter Laber durchflossen wird. Sie mündet am Ortsrand von Breitenbrunn in ein Kneipp-Tretbecken, das besonders an heißen Tagen für Jung und Alt eine willkommene Gelegenheit ist, die vom Wandern heiß gelaufenen Füße abzukühlen. Belohnt wird der Wanderer oder Radler auf dieser Strecke übrigens nicht nur mit einem idyllischen Bachlauf, sondern mit den für dieses Tal charakteristischen, spannenden Felsformationen über Bachhaupt. Diese Naturdenkmäler sind auch ein beliebtes Motiv für Fotografen.

Mit dem Esel als Wanderbegleiter durch das Labertal

Esel haben beim Wandern eine beruhigende Wirkung auf ihre menschlichen Mitstreiter. Foto: Baumann
Esel haben beim Wandern eine beruhigende Wirkung auf ihre menschlichen Mitstreiter. Foto: Baumann


Das Wandern ist es Müllers Lust. Noch mehr Spaß macht es aber in tierischer Begleitung. Das Team von PACK.ESEL in Wolfertshofen (Telefon 09495 9037936/Internet: www.pack-esel.com) bietet kurzen Wanderungen über einen halben Tag bis hin zu mehrtägigen Trekkingtouren mit den Eseln Luigi, Vroni, Mario, Fred, Benjamin und Sina an, die gerne das Gepäck ihrer Begleiter tragen. Reittiere sind sie aber nicht. „Esel geben uns den Raum, schöne Wanderungen in Ruhe zu genießen“, sagt Ralph Baumann, Inhaber von PACK.ESEL. Das sanfte Wesen der Esel helfe, den Alltagsstress schnell zu vergessen. Schon nach kurzer Zeit wachse das Vertrauen des Grautieres zu seinem Begleiter und es wird ihm gerne folgen.

Lernen kann der Eselführer auch einiges: Vor jeder Tour gibt es eine Einweisung zum Führen und Bepacken der Esel. Denn Aufhalftern und das anlegen von Packdecken oder Traggestellen will geübt sein. Beim mehrtägigen Eseltrekking fällt außerdem die Fell- und Hufpflege an. Alle Wanderungen werden von einem Teammitglied begleitet, den einfach so verliehen werden die Tiere nicht.

Empfehlenswert für alle Wanderungen ist eine gute Kondition, da bei jeder Strecke ein paar Steigungen zu bewältigen sind. Je nach Witterung sollten Sonnen- oder Regenschutz mitgebracht werden. Hunde sollten besser zu Hause bleiben. Wer seinen Hund an der Leine (Pflicht) mitgeführt, muss aber auf einen eigenen Esel als Begleiter verzichten. Zudem gehört natürlich festes Schuhwerk beim Eselwandern dazu.

Nepomuk-Kapelle und die Burgruine in Breitenegg

Die Nepomuk-Kapelle ist am Breitenegger Berg zu finden. Foto: Stadt Breitenbrunn
Die Nepomuk-Kapelle ist am Breitenegger Berg zu finden. Foto: Stadt Breitenbrunn


Der spätbarocke Bau der Kapelle vom Hl. Johannes von Nepomuk aus dem 18. Jahrhundert befindet sich am Breitenegger Berg und lädt beim Vorbeigehen zum Innehalten ein. Das Kirchlein wird von den Anwohnern unterhalten. Eine Liegebank für eine kleine Rast ist vorhanden. Von dort aus hat man einen wunderbaren Blick über ganz Breitenbrunn. In der Nähe der Kapelle befinden sich die letzten Überreste der Burg Breitenegg, dabei handelt es sich jedoch nur noch um den Burggraben, Mauerreste und ein altes Lagergebäude.

Die Burg wurde 1229 erstmals urkundlich erwähnt und auch um dieses Jahr von den Herren von Breitenbrunn erbaut. Von etwa 1247 bis 1289 war sie im Besitz Werners V. von Laaber, der 1275 urkundlich erwähnt wurde. Nach mehreren Besitzerwechseln wurde die Burg 1473 an die Brüder Martin und Ludwig von Wildenstein verkauft, ehe sie nach 1624 allmählich verfiel. Die einstige Burganlage mit romanischem und gotischem Mauerbestand ist durch einen breiten Halsgraben vom Hinterland abgetrennt. Von ihr sind noch ein Teil des circa acht mal acht Metern messenden, zwölf Meter hohen Bergfrieds und Teile der aus Buckelquader und Bruchstein errichteten Ringmauer erhalten.

Wallfahrtskirche und wundersame Heilquelle

Die Wallfahrtskirche St. Sebastian gilt als Wahrzeichen des Ortes Breitenbrunn. Foto: Paulus
Die Wallfahrtskirche St. Sebastian gilt als Wahrzeichen des Ortes Breitenbrunn. Foto: Paulus


Die Wallfahrtskirche Sankt Sebastian wurde im Jahr 1386 errichtet und 1401 geweiht. Die Kirche befindet sich mitten im Grünen auf einem Fels und gilt als Wahrzeichen des Ortes Breitenbrunn. Sie hat einen achteckigen Zentralbau sowie zwei Türme mit Zwiebelhaube. Während des Zweiten Weltkrieges wurde der Turm der Kirche durch Panzergranaten dreimal getroffen und durchlöchert, jeder weitere Treffer hätte zum Einsturz der Kirche geführt. Nach dem Krieg wurde sie im Jahr 1946 wiederaufgebaut. In der Kirche befindet sich ein barocker Hochaltar sowie aufwendig gestaltete Seitenaltare.

Direkt am Fuß der Wallfahrtkirche befindet sich die Sankt Sebastians Quelle, die seit Jahrhunderten als mystischer Ort betrachtet wird. Seit dem Jahr 1672 wird der Quelle nachgesagt, dass sie wundersame Heilkräfte besitze. Sie wurde nach der Genesung der Türmersfrau gefasst. Eine angebrachte Steintafel überliefert diese Erzählungen.

Wandern oder Radeln durch das Biotop „Heutal“

Das Heutal befindet sich zwischen Breitenbrunn und Wissing. Foto: Paulus
Das Heutal befindet sich zwischen Breitenbrunn und Wissing. Foto: Paulus


Zwischen Breitenbrunn und Wissing befindet sich das Heutal. Dieses Biotop ist sowohl Naturschutz- als auch Vogelschutzgebiet. Ein gut ausgebauter Rad- und Wanderweg schlängelt sich dort gesäumt von Wald und Wiesen an der Wissinger Laber entlang. Das Tal zeichnet sich durch Schwalle und Quellen aus und ist ein wunderbarer Ort, um sich zu erholen und die Seele baumeln zu lassen. Inmitten des Tals befindet sich ein Kinderspielplatz und lädt zum Toben ein. Damit wird das Biotop zum idealen Ziel für den Familienausflug.

Ausflugsziele in Breitenbrunn

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