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Naturbad bleibt geschlossen

Breitenbrunn braucht einen Bademeister. Das zeigt eine rechtliche Bewertung. Das Naturbad bleibt deshalb bis auf Weiteres zu.
Von Markus Rath

Das Naturbad in Breitenbrunn wird vorläufig nicht geöffnet: Erst wenn die Haftungssituation geklärt ist, kann der Badebetrieb starten. Foto: Markus Rath
Das Naturbad in Breitenbrunn wird vorläufig nicht geöffnet: Erst wenn die Haftungssituation geklärt ist, kann der Badebetrieb starten. Foto: Markus Rath

Breitenbrunn.Am Freitag hatte Breitenbrunns Bürgermeister Johann Lanzhammer noch optimistisch gehofft, mit einer Umwidmung des Naturbades in eine Freizeiteinrichtung mit Badestelle einen Betrieb ohne Aufsicht gewährleisten zu können (wir berichteten). Doch jetzt kam aus der Verwaltungsschule in Lauingen eine erste rechtliche Einschätzung, die dem Bürgermeister und den Markträten gar nicht gefallen konnte.

Denn das Naturbad ist im rechtlichen Sinne kein Naturbad, sondern eine künstliche Badeanlage mit biologischer Wasseraufbereitung und damit im großen und ganzen wohl mit einem normalen Freibad gleichzusetzen. Das bedeutet, dass nicht einmal eine einfache Badeaufsicht durch Ehrenamtliche oder die Wasserwacht ausreichen würde, um das Bad ohne Haftungsrisiko für die Gemeinde und den Bürgermeister zu betreiben.

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Naturbad öffnet nur werktags

Breitenbrunn schränkt die Öffnungszeiten des Naturbades ein. Für die Pächter des Campingplatzes ist das eine Katastrophe.

Daran ändert sich auch nichts, wenn typische Schwimmbadeinrichtungen wie die Rutsche entfernt würden. Der große Unterschied zum Fall Dießen am Ammersee ist die Tatsache, dass das Naturbad Breitenbrunn kein natürliches Gewässer, sprich ein See oder Weiher ist, sondern ein von Menschenhand geschaffenes Schwimmbecken.

Rechtssicherheit ist nötig

„Nicht der Gemeinderat ist dran, sondern den Bürgermeister sperren sie ein“, kommentierte Lanzhammer seine eigene Lage in Bezug auf die Haftungsfragen im Naturbad. Für ihn komme ein Saisonstart nicht in Frage, wenn die rechtliche Seite nicht abgeklärt ist. „Ich brauche Rechtssicherheit, um aus der Haftung zu kommen“, sagte er.

Auf die Berichterstattung in der Presse hätten sich viele Ehrenamtliche gemeldet – darunter sogar ein Bademeister, der unter der Woche in Bad Gögging arbeitet und in Breitenbrunn wohnt. Er würde am Wochenende zur Verfügung stehen. Auch auf dem Campingplatz gebe es eine geeignete Person. Das grundsätzliche Problem sei, einen Mitarbeiter zu finden, wenn dieser nur vier Monate im Jahr gebraucht wird. Lanzhammer hofft nun auf einen baldmöglichen Termin beim Bädercheck der Verwaltungsschule Lauingen. Nach der Besichtigung würden die Experten darlegen, was zu tun ist.

Von Daniel Rode kam noch die Empfehlung, mit Berching als Betreiber eines Ganzjahresschwimmbads oder Beilngries Kontakt aufzunehmen, ob es nicht eine interkommunale Lösung gibt, bei der man sich einen zusätzlichen Bademeister teilt. Denn dass nur eine Fachkraft für die Badaufsicht in Frage kommt, ist für den Marktrat klar: „Ich kann von niemanden verlangen, dass er den Kopf hinhält, wenn er nicht entsprechend ausgebildet ist.“ Mit einem Bauhofmitarbeiter, wie Deining dies löst, stehle sich die Gemeinde im Unglücksfall nur auf dessen Kosten aus der Haftung, hieß es.

Gute Nachrichten gibt es für alle Stockschützen der Gemeinde Breitenbrunn. Sie hatten, vertreten durch Thomas Weidinger, den Antrag gestellt, beim Sportplatzparkplatz eine Ganzjahresstockbahn in Eigenleistung bauen zu dürfen. Die Materialkosten von 10 500 Euro für Pflastersteine, Split, Beton und eine Flutlichtanlage wird die Gemeinde tragen.

Angebot kam zu spät

Vor dem Aus steht dagegen die Glasfaseranbindung der Grundschule, die mit Hilfe einer Sonderförderung errichtet werden sollte. Von den kalkulierten Kosten von 50 000 Euro wären 90 Prozent bezuschusst worden. Das einzige Angebot der T-Systems aus Landshut ging aber verspätet ein. Nun wird über das Finanzministerium geklärt, ob es gewertet werden darf oder nicht. Aktuell geht laut Lanzhammer die Tendenz leider dahin, dass der Auftrag nicht vergeben werden darf. Das Problem für die Gemeinde: Die T-Systems hat bereits mitgeteilt, dass sie bei einer erneuten Ausschreibung kein Angebot abgeben werden. Damit würde die Fördermöglichkeit verfallen, weil sie zeitlich begrenzt gewährt ist.

Vergeben hat der Marktgemeinderat den Parkplatzausbau auf dem Flurstück 208. Dieser wird von der Firma Eckl aus Hemau zum Preis von 90 644,68 Euro vorgenommen.

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