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Bauen

Sünde aus Vergangenheit in Breitenbrunn

Die geschotterte Pfarrgasse in Hamberg muss saniert werden. Für die Anlieger könnte das am Ende viel Geld kosten.
Von Markus Rath

Die Pfarrgasse in Hamberg wurde nie endgültig fertiggestellt. Jetzt muss sie saniert werden. Foto: Markus Rath
Die Pfarrgasse in Hamberg wurde nie endgültig fertiggestellt. Jetzt muss sie saniert werden. Foto: Markus Rath

Breitenbrunn.Wer heute ein Baugrundstück erwirbt, kennt im Normalfall die genauen Kosten, die auf ihn zukommen. Neben dem Kaufpreis fallen vor allem die Erschließung mit Wasser, Abwasser und Zufahrt ins Gewicht. Gerade in kleinen Dörfern haben sich die Bauherren vor der Gebietsreform aber hin und wieder den Bau einer ordentlichen Zufahrtsstraße gespart und sich mit einem Schotterweg begnügt.

Genau dieser Situation muss sich nun die Gemeinde Breitenbrunn zusammen mit den sieben Anliegern der rund 120 Meter langen Pfarrgasse in Hamberg stellen. Nach einem Eigentümerwechsel und der Sanierung eines Anliegerhauses hat der Neubürger den Antrag gestellt, die Straße ordnungsgemäß auszubauen, weil der Schotterweg in einem desolaten Zustand sei.

Mehr aus der Sitzung

  • Haushalt:

    Beraten und gebilligt wurden die für 2019 geplanten Investitionen. Dazu gehören die neue EDV-Anlage der Verwaltung sowie Renovierungsarbeiten an der Außenfassade des Rathauses und am Kinderhaus Kemnathen.

  • Bauanträge: Das gemeindliche Einvernehmen erteilt wurde für den Neubau von Einfamilienhäusern in Kemnathen und Breitenbrunn, einen Anbau in Buch und eine Lagerhalle in Ödenhaid.

„Würde die Gemeinde Breitenbrunn dem Wunsch nach einem Vollausbau nachkommen, kostet das rund 150 000 Euro“, sagte Bürgermeister Johann Lanzhammer den Markträten in der Sitzung am Montagabend. Nachdem die Pfarrgasse noch nicht erstmals endgültig hergestellt wurde, müssten die Anlieger davon 90 Prozent Erschließungsbeiträge bezahlen. Der Gemeindeanteil läge bei nur 15 000 Euro. Alternativ zum Vollausbau würde sich für die kaum genutzte Straße auch ein Teilausbau anbieten. Das Aufbringen einer Tragdeckschicht (Einschichtbelag) mit Wasserführung, bestehend aus Granit-Bordstein und davorstehendem Einzeiler aus Granitgroßpflastersteinen, würden nur rund 50 000 Euro kosten.

Neues Fahrzeug für die Wehr

Das Problem: Würde die Gemeinde nur einen Teilausbau vornehmen, müsste sie die Kosten komplett selber tragen, weil es abgesehen von der Ersterschließung inzwischen keine Straßenausbaubeiträge für Erneuerungs- oder Verbesserungsmaßnahmen mehr gibt.

Lanzhammer schlug nun vor, bei einem Vor-Ort-Termin mit den Anwohnern eine freiwillige Kostenbeteiligung von 50 Prozent zu vereinbaren. Mit dem Bau solle erst dann begonnen werden, wenn jeder Anlieger seinen Anteil bezahlt hat. Sollte es nicht zu dieser Lösung kommen, bliebe der Gemeinde nur der Vollausbau, da der aktuelle Zustand der Straße nicht tragbar sei. Dem stimmte der Marktrat einstimmig zu. Die Anwohner müssen nun also entscheiden, ob sie mit rund 3700 Euro oder abhängig von der Grundstücksgröße mit rund 20 000 Euro für den Straßenbau belastet werden.

Eine zukunftsweisende Entscheidung für die Freiwillige Feuerwehr Kemnathen hat der Marktrat einstimmig getroffen. Das inzwischen in die Jahre gekommene Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) wird ersetzt. Kosten wird diese Investition zwischen 70 000 und 90 000 Euro. Fördermittel werden in Höhe von 27 500 Euro, 23 000 Euro für das Fahrzeug und 4 500 Euro für die Spritze, erwartet. In seinem Sachvortrag ging Bürgermeister Johann Lanzhammer auf die Gründe des am 11. Januar gestellten Antrags der Feuerwehr ein. Als Argumente führe die Wehr unter anderem das Alter des Fahrzeuges sowie die Ausfallquote aufgrund technischer Schäden auf. Zudem besitzt das TSF keine Sicherheitseinrichtungen: Sicherheitsgurte, Airbags, Servolenkung oder ABS sucht man bei dem Fahrzeug vergebens.

Eine Entscheidung mit Folgen

Diese wichtige Entscheidung hat allerdings weitreichende Folgen: Die Führungskräfte der Feuerwehren des Landkreises Neumarkt haben nämlich in ihrer Stellungnahme zu bedenken gegeben, dass eine Unterbringung eines neuen TSF und damit größeren Fahrzeugs im Feuerwehrgerätehaus der Feuerwehr Kemnathen nach Unfallverhütungsvorschrift nicht mehr möglich ist. Bereits die aktuelle Situation sei so nicht weiter tragbar.

Die Gemeinde will deshalb zeitnah prüfen, ob es möglich ist, bereits 2021 und damit früher als geplant die Dorferneuerung einzuleiten. Außerdem sollte man laut Lanzhammer überlegen, ob mit dem Neubau eines Feuerwehrhauses auch gleich ein Dorfhaus miterrichtet werden müsste, da unklar sei, wie lange die Gastwirtschaft in Kemnathen noch betrieben wird.

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