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Fasching

Bürgermeister Scherer musste einstecken

„Aussingen und Derblecken“ gehört zum Umzug in Deining dazu. Das bekam das Gemeindeoberhaupt zu spüren.
Von Heike Regnet

  • „Alis schenk mir ein Selfie“, sang Benjamin Seitz und da ließ sich der Bürgermeister Alois Scherer nicht lange bitten und schritt selbst zur Tat. Foto: Regnet
  • „Zaungeflüster“ war beim Faschingszug mit dabei. Foto: Regnet
  • Das Prinzenpaar sorgte für Stimmung. Foto: Regnet
  • „Narredei narredei - alles ist dabei“, lautete das Motto. Foto: Regnet

Deining.„Narredei Narredei – alles ist dabei“, erklang es am Sonntag in Deining. Eifrig sammelten die kleinen Gäste Bonbons und Süßigkeiten ein, während sich der Zug den Weg durch die Menge bahnte. Im Herzen Deinings an der Hauptstraße war die Bühne aufgebaut worden und hier gab es mit allen Teilnehmern ein buntes Programm.

Die Blaskapelle Deining mit Michael Kirsch garantierte für gute Laune und hatte stets einen Tusch parat. Viel Beifall gab es für alle Akteure, egal ob die Reiter, die Kindergartenkinder oder die Powerkids vom Circusverein. Auch die Flüchtlinge aus Eritrea lernten am Sonntag das Faschingstreiben kennen: Als Froschkönige waren sie beim Elferrat mit von der Partie. Vom Faschingswagen ging es dann auf die Bühne, doch als das Prinzenpaar Sandra I. und Florian I. mit einem Walzer den Tanz eröffnen wollte, „streikte zum Glück“ die Musikkonserve. So legte das Paar zur Freude der Gäste eine heiße Sohle zu „Thriller“ und „Jailhouse Rock“ aufs Parkett. Fetzige Rhythmen hatten auch die Zumbatänzer mitgebracht.

Franz-Xaver Horváth moderierte in bester Laune durch den Nachmittag. Der FC Deining hatte sich beim Umzug nach eigener Auskunft „selbst einen Maulkorb verpasst“. Zum Thema „Don Camillo und Peppone“ gab es auf dem Faschingswagen allerhand zu lesen, denn wie sang schon der Kaiser: „Gute Freunde kann niemand trennen“. Ein dickes Fell brauchte so mancher auch, als Franz-Josef Strauß alias Caramba aus dem Rathaus, „dem Hirnfriedhof der Gemeinde“, berichtete. So verriet er, dass der Bürgermeister eigentlich ein gebürtiger Schotte sei, den man wegen seines Geizes des Landes verwiesen habe. Ein Wahlergebnis von 53 Prozent bewertete der Franz-Josef als „lächerlich“ und ob es die Flüchtlinge in Deining so gut getroffen haben, stellte er in Frage: „Sie san hier ja nur von einer Diktatur in die andere gerutscht.“

Kein Halten gab es, als im Anschluss Benjamin Seitz von der Köllerbudn die Bühne eroberte und „Alis schenk mir ein Selfie“ schmetterte. Die Mittersthaler erzählten beim Zaungeflüster manch lustige Episode, ehe die Oberbuchfelder aus dem Nähkästchen plauderten. So wurden bei den Bauarbeiten am Pfarrhaus nicht nur die Wände, sondern gleich auch noch der Kaplan gestrichen. Der Neujahrsstreit hatte jedoch auch etwas Gutes: im Fokus wurde Deining gleich zur Stadt erhoben. Den grandiosen Schlusspunkt setzte der Elferrat, der mit einer Hitparade von Florian Silbereisen über Trude Herr bis hin zu Helene Fischer die Stimmung nochmal so richtig anheizte.

Der Deininger Faschingszug 2015

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