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Dienstag, 17. Juli 2018 28° 2

Kirche

Ein Wahrzeichen kehrt zurück

Die Pfarrei Dietfurt hat schon viele Änderungen erlebt. Davon zeugt das Kapitelkreuz, das bald renoviert werden soll.

Stadtpfarrer Arthur Wechsler übergibt das Kapitelkreuz samt dem Schutzkoffer an Stadtpfarrer Gerhard Schlechta.
Stadtpfarrer Arthur Wechsler übergibt das Kapitelkreuz samt dem Schutzkoffer an Stadtpfarrer Gerhard Schlechta. Foto: ufb

DIETFURT. Die Diözesanleitung denkt über eine Strukturreform nach, bei deren Umsetzung auch die Pfarreien eingebunden werden sollen. Das Ziel: Überschaubarere Seelsorgeeinheiten sollen gebildet werden. Dies würde andere Zuschnitte – und sicher mehr als die bisherige Zahl von 52 Seelsorgeeinheiten. Die Veränderungen sollen spätestens 2017 spruchreif sein.

Egal was sich tut, innerhalb von 40 Jahren hat es für die Pfarrei Dietfurt gleich mehre Veränderungen gegeben. Die bedeutendste war die Abgabe des Präsentationsrechtes. Das bedeutete seit 1540, als Dietfurt zur Pfarrei erhoben wurde, dass der Stadtrat bei der Besetzung der Pfarrstelle ein wichtiges Wort mitzusprechen hatte. Wer Pfarrer in Dietfurt werden wollte, musste sich zuerst beim Stadtrat vorstellen. Danach wurde dem Bischof der am besten geeignete Priester vorgeschlagen. Der letzte vom Stadtrat bestimmte Pfarrer war 1956 Kaplan Karl Strehle. Er war zugleich der Priester, der in der Geschichte der Pfarrei am längsten in Dietfurt gewirkt hat.

Zum Präsentationsrecht gehörte die Verpflichtung, dass die Stadt für die Wohnung und den Unterhalt des jeweiligen Pfarrers aufkommen musste. Im Zuge der Planung des heutigen Pfarrhauses, das 1974 bis 1975 gebaut wurde, hat die Stadt auf das Präsentationsrecht verzichtet und konnte damit die künftig Verpflichtung für das Pfarrhaus abgeben. Nur die Kosten für den Neubau musste sie noch tragen.

Vor 40 Jahren gab es eine weitere Änderung: Dietfurt war damals ein Dekanat, das bis nach Seubersdorf reichte. Ihm stand damals Pfarrer Josef Ladenburger aus Breitenbrunn vor. Weil die Diözesanleitung größere Dekanate schaffen wolltem, fiel Dietfurt zum Dekanat Berching, der Raum Seubersdorf zu Velburg. Beim Zusammenschluss mit Berching holte der damals neue Dekan Heinrich Füracker das kostbare und wertvolle zerlegbare Dietfurter Kapitelkreuz nach Berching. Weil das bisherige Dekanat Berching auch bereits ein Kapitelkreuz besaß, hatte Berching fortan gleich zwei Exemplare. Deswegen ließ Füracker dem Kreuz aus Dietfurt einen besonderen Platz im Altarraum seiner Stadtfarrkirche zukommen. 2011, also 36 Jahre später, wurde auch das Dekanat Berching aufgelöst, das künftig zu Neumarkt zählte.

Schon zuvor hat der damalige Dietfurter Pfarrgemeinderatsvorsitzende Anton Bachhuber bei Stadtpfarrer Gerhard Schlechta vorgesprochen, ob man nicht das Kapitelkreuz an seine ursprüngliche Stätte zurückbringen sollte. Schließlich wurde von Priestern aus dem Dietfurter Kapitel gestiftet. Schlechta sah dies genau so und sprach mehrmals mit dem Berchinger Stadtpfarrer Arthur Wechsler. Der zeigte für das Anliegen seines Dietfurter Kollegen Verständnis.

Nachdem im Zuge der Umgestaltung des Altarraumes in der Berchinger Kirche das Berchinger Kapitelkreuz aufgestellt wurde, war das Dietfurter wieder „frei“. Der Stadtpfarrer und die Kirchenverwaltung von Berching genehmigten die Rückgabe, so dass Wechsler das Kreuz nach Dietfurt brachte und Schlechta übergab. Dieser war sichtlich mit Freude erfüllt und dankte für das Entgegenkommen, „denn mit dem Kreuz haben wir eine Erinnerung an das ehemalige Dekanat Dietfurt“. Schlechta will das kostbare Kreuz demnächst in einer Werkstätte für sakrale Geräte renovieren lassen und bei besonderen Anlässen wieder verwenden. (ufb)

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