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Natur

100 Jahre gehört der Wald der Stadt

Auf dem Wolfsberg bei Dietfurt wurde der runde Geburtstag gefeiert. Dabei gab es auch Informationen zur Bewirtschaftung.
von Angela Lerzer

  • Mit einem feierlichen Gottesdienst begann das Jubiläum 100 Jahre Stadtwald Dietfurt. Fotos: Lerzer
  • Jürgen Wohlfahrth (l.) und Erwin Kahr vom Forstamt Neumarkt informierten die Besucher.

Dietfurt.„Viele meinen mit Sicherheit, wir politischen Vertreter kommen nur zum ‚G’scheid daher red’n‘. Doch ich bin schon früher gerne ins Holz gegangen“, erklärte Staatssekretär Albert Füracker bei der 100-Jahr-Feier des Stadtwalds Dietfurt auf dem Wolfsberg. Es freue ihn sehr, die Patenschaft für diesen Waldgeburtstag übernehmen zu dürfen. Zum Wald sagte Füracker: „Die Abwägung zwischen Nutzung und Schutz ist Nachhaltigkeit.“ Und der Wald bewege die Menschen vielfältig – wie man auch am Waldgeburtstag sehen könne.

Dank von der Bürgermeisterin

Vor 100 Jahren hat die Stadt Dietfurt den Wolfsberg mit insgesamt 126 Hektar gekauft. Den runden Waldgeburtstag feierte die Stadt mit der Forstverwaltung Neumarkt und vielen Dietfurter Bürgern oben auf dem Wolfsberg mit einem Waldgottesdienst und Informationsständen.

Bürgermeisterin Caroline Braun bedankte sich bei Pater Samuel für den Gottesdienst und bei den vielen Helfern, die das Fest ermöglicht hatten. Sie freute sich auch, dass Schirmherr Albert Füracker, Landrat Willibald Gailler und Forststellenleiter Harald Gebhard gekommen waren, ebenso wie die drei Altbürgermeister, Ruppert Faltermeier, Alois Hengl und Franz Stephan. Jeder von ihnen sei während seiner Amtszeit mit der Verantwortung Stadtwald vorbildlich umgegangen. Die Stadt Dietfurt erhielt im Jahr 2013 den Staatspreis für vorbildliche Waldbewirtschaftung.

Landrat Gailler sagte, dass er bereits als Kind mit seinem Vater und den drei Brüdern in den Wald zum Arbeiten gegangen sei. Es freue ihn, dass 37 Prozent der Landkreisfläche bewaldet sei. Es gebe mehr als 10 000 Waldbesitzer im Landkreis und fünf Prozent der Waldfläche lägen in kommunaler Hand. Außerdem erzählte er, dass der Wolfsberg bereits 1993 Naturschutzgebiet geworden sei.

Forstamtsleiter Harald Gebhard bedankte sich für die 100-jährige Zusammenarbeit zwischen Stadt und Fortverwaltung. Die Stadt Dietfurt besitze insgesamt 327 Hektar Wald. Er sei vielschichtig umgebaut worden, lebendig und bewirtschaftet. Neue Herausforderungen wie zum Beispiel der erst vor kurzem gegründete Waldkindergarten bei Hebersdorf würden auch bei der Bewirtschaftung und Planung des Waldes andere Prioritäten setzen.

Auch Totholz wird stehen gelassen

Gebhard forderte alle auf, alle am Quiz teilzunehmen, sich kulinarisch verwöhnen zu lassen und den Film „Das grüne Wunder unser Wald“ im Kaminkehrerzentrum anzuschauen.

Revierleiter Oliver Kuhn erklärte die Entstehungsgeschichte des Wolfsbergs und die Bewirtschaftung. Heute seien neben den klassischen Bäumen Kiefer, Fichte und Buche, auch Eichen, Elsbeeren, Eiben, Kirschen und Tannen eingepflanzt. Totholz und Biotopbäume würden stehengelassen, da viele Lebewesen das dringend benötigen. Außerdem würden Konfuzius-Baume stehen gelassen, damit die Nachfahren auch 200 bis 300 Jahre alte Bäume bewundern könnten.

Die Geschichte

  • Vor über 150 000 Jahren:

    Der Wolfsberg ist ein Durchbruchsberg. Die umfließenden Flüsse haben ihn entstehen lassen, im Süden die Ur-Donau (jetzt RMD-Kanal), im Norden die Ur-Weißen Laaber

  • Etwa 800 v. Chr.:

    Die Kelten nutzen ihn als Fliehburg, wie eine Wallanlage zeigt.

  • Um 1700 n. Chr.:

    Die Herren von Lichtenau auf Wolfsberg beantragen bei den Ratsherren die Nutzung des angespülten Sandes der Donau.

  • 1860-1870:

    Der Wolfsberg ist in Privatbesitz. Die verwertbaren Hölzer werden durch Kahlschlag entfernt. Der Berg wechselt mehrmals den Besitzer.

  • 1915:

    Die Stadt Dietfurt unter Bürgermeister Oexl kauft den Wolfsberg für 141 000 Mark, heute ca. 500 000 Euro. Der Kauf sollte die Versorgung mit Waldprodukten aller Art sicherstellen.

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