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Bayrisch China

110 Stunden für eine wertvolle Krone

Das kostbare Stück, das des Dietfurter Kaisers Haupt, Fu-Gao-Di ziert, stammt aus den Händen des Künstlers Max Herrmann.

Max Herrmann bei einem Kurs mit seinen Schülern. Er zeigt die Drachenkrone.
Max Herrmann bei einem Kurs mit seinen Schülern. Er zeigt die Drachenkrone. Foto: ufb

Dietfurt. „Ein neuer Kaiser - eine neue Krone!“ So könnte man das Zeremoniell beschreiben, das am „Unsinnigen“ bei der Krönung von Fu-Gao-Di dem neuen Kaiser von Bayrisch China geboten wurde. Auch für den Künstler Max Herrmann war dies ein außergewöhnlicher Tag, denn in seinen Händen war die Krone entstanden.

„Wer bekommt schon die Gelegenheit die Krone für einen Kaiser herzustellen“, so sagt der staatlich geprüfte Bildhauer Max Herrmann im Gespräch mit dem Neumarkter Tagblatt. Er wohnt in Kemnathen fühlt sich aber mit Dietfurt verbunden. Schon Kaiser Ko-Houang-Di engagierte ihn wegen seiner Zuverlässigkeit als Chauffeur des Drachenwagens, was wegen seiner Überbereite und den Tausenden, die die Straßen säumten nicht immer einfach war. Seit Jahren bereichert Max Hermann den Dietfurter Christkindlmarkt mit einer Kunstausstellung.

Herrmann, dem handwerkliche Kunst alles bedeutet, hatte ursprünglich Hochbaupolier gelernt. Als 20-Jähriger beobachtete er einen Nachbarn bei Schnitzarbeiten und war davon so fasziniert, dass der heute 52-Jährige selber zum Schnitzmesser griff und beruflich umsattelte. Nach Absprache mit seiner Frau Anita besuchte er in Tirol zweieinhalb Jahre eine private Bildhauerschule für Holz und Stein und legte an der staatlichen Fachakademie in Wien die Prüfung für Bildhauerei, Fassmalerei und Vergolden ab.

Ihm wurde empfohlen, sein großes Wissen weiterzugeben. Deshalb gab er auch Kurse. „Dass es dafür ein so großes Potential gibt, habe ich mir nicht träumen lassen“, sagt der Bildhauer. Selbst wenn noch so viele Anfragen kommen, die Zeit um den Chinesenfasching hielt sich Hermann immer frei, in der Vergangenheit schon deshalb, weil er Steuermann des Kaiserwagens ist. Auch der neue Kaiser hat ihn dazu berufen. „Eine noch größere Ehre für mich war aber die Anfrage von Fu-Gao-Di, ob er ihm eine Krone schnitzen würde. Ich habe damals am Bodensee einen Kurs geleitete als Manfred Koller mich anrief.“ Nach einigen Tagen Bedenkzeit sagte Herrmann „Ja“. Er hat sich auch gleich Gedanken für etwas Besonderes gemacht, nämlich eine Krone mit einem Drachen.

Zuerst stellte er diese im Modell aus Plasteline her, zeigte sie dem Kaiser, der sofort die Freigabe erteilte. Dann ging es ans Eingemachte, 110 Stunden wandte der Künstler auf, bis das Werk aus Lindenholz fertig war. An der Sternseite ist der Name des Kaisers in chinesischen Schriftzeichen eingekerbt. Um Schönheit und Wert zu steigern, wurde sie mit versiegeltem Blattgold belegt.

Auf die Kosten angesprochen, sagt Herrmann, wer die Krone kaufen würde müsste einige Tausender ausgeben. Deshalb bleibt sie sein Eigentum, leiht sie aber bei Bedarf der Stadt Dietfurt. Damit die 400 Gramm schwere Krone die Bevölkerung aus nächster Nähe betrachten kann, wird sie künftig im Rathaus ausgestellt. „Aus diesem Grund durfte ich bei der Krönung das Zeichen der kaiserlichen Majestät zum Thron tragen, ein erhebender Moment, den ich nie vergessen werde.“

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