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Dietfurt
Freitag, 21. September 2018 26° 3

Extremsport

Der Jurasteig-Ultratrail hat Kultstatus

In diesem Jahr fällt der Startschuss in Dietfurt am 10. April. Freude, Kameradschaft und Schmerzen sind vorprogrammiert.

Dietfurt.Wie kommt man auf die Idee, einen Wanderweg mit einer Länge von 239 Kilometern in einem Stück laufen zu wollen? Antwort: Weil er da ist. So ähnlich entstand im Jahr 2011 die Idee zum Jurasteig Nonstop Ultratrail. Am 10. April stehen wieder 125 Gemeldete aus neun Nationen an der Startlinie in Dietfurt an der Altmühl.

Gerhard Börner aus dem mittelfränkischen Schwabach wagte sich im Jahre 2011 mit fünf Lauffreunden an einen Testlauf auf dem Jurasteig, mit dem Ziel, den 2008 eröffneten Qualitäts-Rundwanderweg im Oberpfälzer Jura nonstop zu laufen.

Nach dieser erfolgreichen Premiere vor vier Jahren hat der „Junut“ in der Szene der Ultraläufer zwischenzeitlich Kultstatus erlangt. Die 125 Teilnehmer haben etwas mehr als zwei Tage (maximal 54 Stunden) Zeit, den kompletten Jurasteig mit einer Länge von jetzt 239 Kilometern und einem Höhenunterschied von 7900 Metern zu bewältigen. Normalerweise wird der Jurasteig in zwölf Tagesetappen erwandert.

Der Sieger des Jahres 2014, Jörg Burgstahler, brauchte für die gesamte Distanz unglaubliche 33:07 Stunden. Er verbesserte damit die Bestzeit des in Norwegen lebenden Chinesen Jin Cao aus 2013 um mehr als drei Stunden. In diesem Jahr gibt es aber einige Teilnehmer, die sich vorgenommen haben, den Streckenrekord noch näher an die 30 Stunden-Marke zu verschieben. Und das, obwohl der Jurasteig aufgrund einer Wegeänderung um neun Kilometer länger geworden ist. Burgstahler, der mit der Startnummer eins erneut ins Rennen geht, steht damit unter gehörigem Druck, will er seinen ersten Platz verteidigen.

Die Läufer werden entlang der Strecke an zwölf Versorgungspunkten betreut. Der Start- und Zielort Dietfurt unterstützt die Sportler und Organisatoren in vielfältiger Weise. In Riedenburg und Kelheim stellen die Stadtverwaltungen Räumlichkeiten für die Versorgungsstellen zur Verfügung.

Im Sportheim des SV Schmidmühlen haben die Teilnehmer schon 138,5 Kilometer in den Beinen. Bereits um 6 Uhr gibt es dort am Samstag warme Mahlzeiten, Dusch- und Umkleidemöglichkeiten und sogar Massagen. Bald geht es zum neu hinzu gekommenen Etappenort des Jurasteigs, nach Kastl weiter. In Kastl werden die Teilnehmer im Hotel Forsthof betreut. Hier gibt es dann eine „Kurzdistanz-Wertung“. Die Ultraläufer können entscheiden, ob Sie hier, bei dann erreichten 170 Kilometern, den Lauf beenden und in die Wertung aufgenommen werden wollen.

Wenn das keine Option ist, führt der Weg zehn Kilometer weiter auf den Habsberg zum dortigen Diözesanjugendhaus. Danach kommt der von vielen gefürchtete Abschnitt nach Deining. In der zweiten Nacht ohne Schlaf geht es weitere 22 Kilometer zum Sportheim des 1. FC Deining.

Die bewährte Mannschaft um den Jugendleiter des 1. FC Deining, Xare Meier, steht von Samstag 17.30 Uhr bis Sonntag 8 Uhr für die „Junutler“ bereit. Auch in Deining gibt es wieder eine warme Mahlzeit sowie Dusch- und Umkleidemöglichkeiten.

Mehr als 202 km liegen in Deining hinter den Läufern; ein lockerer Halbmarathon bringt sie anschließend nach Holnstein zur Felsenschänke der Regens-Wagner-Einrichtung mit der letzten Versorgungsstelle. Danach sind es noch „schlappe“ 15,6 Kilometer bis zur Ziellinie in Dietfurt.

Wer dort ankommt, hat mehr als fünf Marathons am Stück hinter sich, hat 7900 Höhenmeter bergauf und bergab, auf schmalen Pfaden, über Stock und Stein bewältigt. Hat gelitten und geflucht, Freude, Kameradschaft und Schmerzen erlebt, einen unglaublichen Sieg über die eigenen Schwächen errungen. Hat eine phantastische Landschaft, begeisterte Helfer und Unterstützer kennengelernt und allen Grund, stolz zu sein.

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