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Geschichte

Dietfurterin unterstützte Martin Luther

Argula von Grumbach stand hinter dem Reformator – selbst als ihre Familie deswegen die Stadt verlassen musste.

Argula stammte aus Beratzhausen.
Argula stammte aus Beratzhausen. Foto: ufb

Dietfurt.Wenn an diesem Samstag die evangelische Kirche den Reformationstag begeht, dann erinnert sie an Martin Luther, der am 31. Oktober 1517 seine Thesen verkündet hatte. Er traf auf Befürworter und auch auf Gegner. Zu Ersteren gehörten mehrere Landesfürsten, aber auch die in Dietfurt lebende Argula von Grumbach. Wer sich mit ihr befasst, erkennt, dass sie eine große Frau war, vielleicht sogar die bedeutendste Frau der Reformation.

Bibelstudium als junges Mädchen

Argula wurde 1492 in Beratzhausen als Tochter von Bernhardin I. von Stauff und Katharina geb. von Thering (Toerring) geboren und wuchs auf der Burg Ehrenfels auf. Als Zehnjährige erhielt sie von ihrem Vater eine vorlutherische Bibel, mit der sie sich intensiv befasste. Das sprach gegen die damalige Ansicht, eine Bibel solle man nicht ohne Beistand lesen. 1508 kam Argula als Hofjungfrau zur Herzogin Kunigunde, Frau von Herzog Albrecht IV. nach München. Ein Jahr später verlor sie ihre Eltern an die Pest.

1510 heiratete Argula Friedrich von Grumbach zu Lenting und Burggrumbach. Erst wohnte sie mit ihrem Mann in Lenting, wo auch Sohn Georg zur Welt kam. 1515 wurde Friedrich von Grumbach Landpfleger von Altmannstein und Dietfurt. Er zog mit der Familie ins Altmühltal und wohnte im Pflegschloss, dort, wo heute das Pfarrheim steht. Da Argula von Kindheit an im Glauben fest verwurzelt war, prangerte sie wie Luther Missstände der Kirche an und sympathisierte mit dessen Thesen, während sich ihr Mann Friedrich ablehnend verhielt.

Argula von Grumbach stand von Dietfurt aus mit Luther im Briefwechsel und setzte sich auch gegenüber der Universität Ingolstadt für dessen Lehre ein. 1523 verfasste sie in Dietfurt Texte, in denen sie sich für Luthers Thesen aussprach. Die Schrift erschien in einer Gesamtauflage von 30 000. Einige Quellen besagen, Argula habe in der Dietfurter Kirche predigte, doch dafür gibt es keine schriftlichen Beweise. Mit ihrem Einsatz für Luther wollte Argula für ihn auch die hiesige Bevölkerung gewinnen, die aber blieb dem katholischen Glauben treu.

Letztlich wandte sich die resolute Frau sogar an Herzog Wilhelm IV. von Bayern und macht sich für Luther stark. Ihr Mann vertrat nach wie vor eine andere Auffassung und konnte seine Frau selbst auf Anordnung des Herzogs von „ihren Abwegen“ nicht abbringen. Darauf hin verlor Friedrich von Grumbach sein Pflegeamt in Dietfurt und musste die Stadt verlassen. Die Familie zog zunächst wieder nach Lenting. Argula traf sich 1530 mit Luther auf der Veste Coburg und reiste dann zum Reichstag in Augsburg. Im gleichen Jahr starb ihr Mann. Drei Jahre später heiratete sie den protestantischen Grafen Burian von Schlick zu Passaun, der bereits ein Jahr später starb. Argula selbst starb wahrscheinlich 1554 im fränkischen Zeilitzheim.

Erinnerungen an wichtige Frau

Über Argula gibt es viele Werke. Immer wieder haben sich Historiker mit dieser Frau, ihrer Frömmigkeit und ihrem Einsatz für den Glauben befasst. Auch in der Stadt Dietfurt haben sich einige Erinnerungen an diese besondere Frau erhalten. Am Pfarrheim, also dort, wo sie selbst früher lebte, befindet sich eine Tafel, die der aus Dietfurt stammende Steinmetzmeister Martin Hierl geschaffen hat. Im Westen der Stadt gibt es eine Argula-von-Grumbach-Straße. Der Gemeinderaum der evangelischen Friedenskirche trägt außerdem den Namen Argula-von-Grumbach-Saal. (ufb)

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