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Ziel: Reines Wasser aus der Sippl-Quelle

Auch bei der zweiten Informationsveranstaltung in Eutenhofen ging es darum, wie man die Belastung gering halten kann.
von Ines Greiner

Matthias Waffler ist Wasserwart in Parleithen. Foto: Greiner
Matthias Waffler ist Wasserwart in Parleithen. Foto: Greiner

Eutenhofen.Der Zweckverband der Jachenhausener Gruppe hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Sippl-Quelle zu retten. Doch dafür müssen die Landwirte, denen die Flächen im Einzugsgebiet gehören, mit ins Boot geholt werden. Denn: Durch den durchlässigen Untergrund ist alles, was aus den Feldern ausgewaschen oder abgeschwemmt wird, unverzüglich in der Quelle sichtbar. Auch der Nitratgehalt steige stetig, erklärten die Verantwortlichen. Zwischenzeitlich habe man Gespräche geführt und ein dreidimensionales Geländemodell in Abstimmung mit den Fachstellen entwickelt.

Rund 100 Interessierte hörten zu

Franz Stefan, der Verbandsvorsitzende der Jachenhausener Gruppe, begrüßte die rund 100 Interessierten zur zweiten Informationsveranstaltung zur Sippl-Quelle im Gasthaus Ferstl/Mayer in Eutenhofen. Darunter waren neben den Landwirten und Vertretern der Gemeinden auch für die Leader-Geschäftsstelle Landkreis Kelheim Klaus Amann, die Leader-Koordinatorin aus Ingolstadt Irmgard Neu-Schmid, für die Regierung der Oberpfalz Dr. Stefan Kremb, vom Landratsamt Neumarkt Markus Neuwald und Anja Kreitmeier, für den AELF Neumarkt Joachim Nagy, vom Wasserwirtschaftsamt Reinhard Wolf und der stellvertretende Vorsitzende des Zweckverbands, Josef Häckl.

Laut Stefan versorgt der Verband die Gemeinden Berching, Breitenbrunn, Dietfurt, Riedenburg, Painten, Ihrlerstein, Hemau und Essing und die Notverbände. Die Bodenuntersuchungen und Messungen liefen auf freiwilliger Basis über Agraringenieur Felix Schmitt. Die Kosten würden zu 60 Prozent bezuschusst: Das seien 58 800 Euro, wobei 25 Prozent auf den Zweckverband und 15 Prozent auf die Gemeinden fallen würden. Bei der Sippl-Quelle habe man ebenfalls gemessen. Der Nitratgehalt habe sich mit 50mg/l von 1992 bis 2016 im Grenzwert befunden.

Felix Schmitt vom Ingenieurbüro erklärte, man habe erste Gespräche mit den Bewirtschaftern geführt – und die Resonanz sei zum Teil positiv – zum Teil aber auch sehr unterschiedlich gewesen. Mit dem Hydrologen Dr. Klaus Dieter Raum habe man Bodenbeschaffenheitskarten erstellt. Die Ziele: Man wolle die Trübung in der Quelle beseitigen sowie die Keimbelastung und den Nitratgehalt senken. Pestizide würden nicht behandelt.

Zwei Proben pro Jahr geplant

Der Nitratgehalt entstehe, wenn Bodennährstoffe ausgewaschen würden. Solange die Böden die Nährstoffe speichern könnten, seien keine nennenswerten Probleme zu erwarten. Geplant seien Proben im Herbst und im Frühjahr. Keimbelastungen entstünden vor allem aus organischer Düngung in Kombination mit schnell der Quelle zufließendem Sicker- oder Oberflächenwasser. Die Keime hätten sogar schon einmal dazu geführt, dass man die Quellwassernutzung eingestellt habe. Das Ziel hier: keine organische Düngung des Bodens mit geringer Speicherfähigkeit und keine offene organische Düngung in Dolineneinzugsgebieten. Das Sickerwasser sei unproblematischer. Mehrere weitere Ziele wurden vorgestellt. Unter anderem wolle man möglichst viel Acker in Grünland umwandeln.

Bei der Diskussion wurde unter anderem die Keimbelastung angesprochen. Laut den Fachleuten werde die Quelle vom Netz genommen, falls diese zu groß sei. Mit dem Leader-Projekt wolle man etwas Neues ausprobieren – es gehe hier um eine freiwillige Leistung. Ein weiteres Thema war der Grundwasserrückgang. Man müsse an die nächste Generation denken. Eine Quelle mit geringem Aufwand zu schützen, sei extrem wichtig – und mit den neuen Proben könnten auch neue Erkenntnisse gewonnen werden.

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