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Badminton

Goldene Ehre für die Aufstiegs-Helden

Das Bundesligateam des TSV Freystadt trägt sich in das Goldene Buch der Stadt ein. Eine Olympionikin stößt zur Mannschaft.
Von Thorsten Drenkard

Die Vorfreude auf das Abenteuer Bundesliga ist bei den Badmintonspielern des TSV Freystadt groß.
Die Vorfreude auf das Abenteuer Bundesliga ist bei den Badmintonspielern des TSV Freystadt groß. Foto: Marcus Mehlich

Freystadt.Die Bärentreiber aus Freystadt haben es getan, ebenso Finanzminister Markus Söder. Nun sind die Bundesligaspieler der Badmintonabteilung des TSV Freystadt an der Reihe – am Samstag werden sich die Aufstiegshelden im Sitzungssaal der Stadt Freystadt ab 11 Uhr in das Goldene Buch der Stadt eintragen.

„Ein tolle Anerkennung unserer Leistungen durch die Stadt Freystadt“, wie TSV-Teammanager Stephan Pistorius findet. Freilich sei man in den Reihen der Mannschaft stolz auf die besondere Ehrung – auch wenn es für einige Spieler nicht das erste Mal sein wird, dass sie sich dort eintragen.

So wurde bereits im Jahr 2009 die Schülermannschaft des TSV Freystadt vom damaligen Freystädter Bürgermeister und heutigen Landrat Willibald Gailler eingeladen, sich im städtischen Ehrenbuch zu verewigen. Das junge Team hatte in jenem Jahr die deutsche Meisterschaft gewonnen, ein Kunststück, das im folgenden Jahr gleich noch einmal gelang.

Bereits im Jahr 2009 trugen sich die Badminton-Talente des TSV in das Goldene Buch der Stadt Freystadt ein: Damals wurde diese Ehre der Schülermannschaft des TSV zuteil, die zuvor die deutsche Meisterschaft gewonnen hatte. Der damalige Bürgermeister und heutige Landrat Willibald Gailler gratulierte herzlich.
Bereits im Jahr 2009 trugen sich die Badminton-Talente des TSV in das Goldene Buch der Stadt Freystadt ein: Damals wurde diese Ehre der Schülermannschaft des TSV zuteil, die zuvor die deutsche Meisterschaft gewonnen hatte. Der damalige Bürgermeister und heutige Landrat Willibald Gailler gratulierte herzlich. Archivfoto: Regnet

Laut Rathaus-Chef Gailler, waren die Badminton-Talente zu jener Zeit wohl die jüngsten Unterzeichner, die ihre Unterschriften in den Band setzten.

Damals wie heute mit dabei im Trikot des TSV Freystadt: Johannes Pistorius, Tania Jötten und Florian Waffler. Aus den Schülerspielern sind längst junge, erfolgreiche Badminton-Asse geworden, die ab der kommenden Spielzeit mit ihrem Verein absolutes Neuland betreten: Die Bundesliga, Deutschlands höchste Spielklasse.

In der vergangenen Spielzeit gelang dem eingeschworenen Team sensationell als Vize-Meister der 2. Bundesliga Süd der Aufstieg in die erste Liga. Pünktlich zum Meldeschluss Mitte April erteilte Abteilungsleiter und Manager Stephan Pistorius die rechtsverbindliche Zusage an den Spielleiter.

Damit war es amtlich: Der TSV Freystadt startet in das Abenteuer Bundesliga. Eines, das nicht nur ein höheres Spielniveau mit sich bringen wird, sondern auch höhere Kosten, mehr Ausgaben sowie größere Reisestrapazen.

Beispiel TSV Trittau: Der Siebtplatzierte der Vorsaison ist nahe Hamburg beheimatet, was bedeutet, dass der Freystädter Tross alleine für die Anfahrt zum Auswärtsspiel rund 680 Kilometer zurücklegen muss. Hinzu kommen Ausgaben für die Übernachtungen.

Apropos Übernachtungen und weite Anreisen: „Wir werden vier Dienstagsspieltage haben, das wird eine große Herausforderung für uns“, weiß Pistorius, denn der TSV Freystadt stellt eines der wenigen Bundesligateams, in dem die Spieler zwar professionell trainieren, aber neben ihrem Sport noch arbeiten oder studieren.

„Wir werden vier Dienstagsspieltage haben, das wird eine große Herausforderung für uns.“

Stephan Pistorius

Das bedeutet: Bei weiten Anreisen unter der Woche müssen der Montag, Dienstag und Mittwoch für den Badmintonsport eingeplant werden – da muss der Arbeitgeber beziehungsweise die Universität erst einmal mitmachen.

Aber Bange machen gilt nicht. Zu groß ist die Vorfreude auf die Saison, für die der Kader zu 90 Prozent bereits steht. Die Aufstiegshelden der Vorsaison haben dem Verein allesamt die Treue gehalten, freut sich Abteilungsleiter Pistorius. Hinzu kamen noch punktuell Verstärkungen.

So wird der gebürtige Regensburger und Ex-Nationalspieler Lukas Schmidt (27), deutscher Meister im Herreneinzel vor zwei Jahren, künftig für den TSV aufschlagen. Der Geburtsort von Neuzugang Nanna Vainio liegt indes nicht in der Oberpfalz, sondern im finnischen Ekenäs. Die 25-jährige Nationalspielerin Finnlands wechselte vom Ligakonkurrenten Trittau nach Freystadt. Mit Vainio hat der Verein eine waschechte Olympioniken in seinen Reihen, denn Vainio wird bei den Spielen in Rio de Janeiro die Farben ihres skandinavischen Landes vertreten.

Besondere Auszeichnungen

  • Ehrungen:

    Bei der Ehrung der erfolgreichsten Spieler rangiert die Badmintonabteilung seit Jahren unter den Top 3 unter allen Sportvereinen des Landkreises Neumarkt.

  • Eintrag:

    Der erstmalige Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Freystadt im Jahr 2009 ist ein Beleg für den Stellenwert der Badmintonspieler in der Stadt.

  • Grünes Band:

    Im Jahr 2011 erhielt die Abteilung für hervorragende Talententwicklung und Förderung vom Deutschen Olympischen Sportbund DOSP und der Commerzbank die höchste Auszeichnung für Vereine: Das Grüne Band.

„Das ist natürlich eine tolle Sache für sie – und auch für uns. Wir freuen uns“, sagt Pistorius, dessen Abteilung wiederum mit ihren sportlichen Erfolgen ein Aushängeschild für die Stadt Freystadt ist.

Für Bürgermeister Alexander Dorr stellt das TSV-Badmintonteam „einen Werbeträger für die Stadt dar. Wir sind stolz darauf“. Wenn es die Zeit erlaube, werde er bei den Heimspielen der Mannschaft in der Halle, welche die Stadt zur Verfügung stellt, vorbeischauen. „Denn Badminton ist eine schnelle und spannende Sportart“, findet Dorr. Allerdings müsse er zugeben, lieber zuzusehen, statt selbst aufzuschlagen. „Ich bin, was Ballsportarten betrifft, leider absolut talentfrei.“ Sagt‘s und lacht.

Das trifft glücklicherweise nicht auf die Männer und Frauen um Nationalspieler Johannes Pistorius und Co. zu. Doch bevor sie auf dem Court in der Bundesliga für den TSV zum Schläger greifen werden, dürfen sie am Samstag zunächst den Füller zum Unterschreiben zücken.

Und sich einreihen zwischen Geehrte wie die heimischen Bärentreiber oder Markus Söder.

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