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Überraschung

Plötzlich rockte Vocalipur in der Kirche

Für den Chorwettbewerb des Radiosenders „Bayern 4“ mischten die Freystädter einen Gottesdienst auf – natürlich mit Erlaubnis.
Von Heike Regnet

Begeisterung, die ansteckt - „Vocalipur“ überraschte beim Familiengottesdienst mit einem Videodreh.
Begeisterung, die ansteckt - „Vocalipur“ überraschte beim Familiengottesdienst mit einem Videodreh. Foto: Regnet

Freystadt.Vergangener Sonntag, 10.30 Uhr: in der Stadtpfarrkirche hat Pater Amadeus zum Familiengottesdienst eingeladen und das Gotteshaus ist bis auf den letzten Platz besetzt. Noch läuft in der Kirche alles ganz nach Plan, sprich Messordnung. Doch nach dem „Vaterunser holen“ einige der Kirchenbesucher Kameras aus ihren Taschen und postieren sich leise an den Seitenwänden. Der Gottesdienst nähert sich seinem Ende. Bevor Pater Amadeus jedoch die Segensworte sprechen kann, springen in der ersten Bank zwei junge Frauen auf und ein „Halleluja“ ertönt.

Jetzt outet sich auch Chorleiter Wolfgang Kellendorfer und erhebt sich. Mit ihm stehen einige Bänke entfernt weitere Sänger von „vocalipur“ auf und stimmen in den Gesang mit ein. Schon längst haben in der Zwischenzeit die Kameraleute ihre Arbeit aufgenommen. Sie filmen nicht nur die Sängerinnen und Sänger, die sich in der gesamten Kirche verteilt haben und Händels „Hallelujah“ kurzerhand einmal so richtig rocken, sondern auch die erstaunten und verblüfften Gesichter der Kirchenbesucher. Einzig Pater Amadeus lächelt verschmitzt – er war von Beginn an eingeweiht.

Als alle Stimmen ihren Part übernommen haben und das Kirchenschiff vom rockigen Sound erfüllt ist, kommen die Sänger vor zum Altar. Gänsehautfeeling pur ist jetzt Programm. Tosend auch der Beifall, als der letzte Ton verklungen ist. Pater Amadeus gibt die Antwort, auf die vielen fragenden Blicke. „Vocalipur“ nimmt an einem Chorwettbewerb von BR-Klassik teil. „S(w)ing Hallelujah!“ lautet das Motto und hierzu soll ein etwa Vier-Minuten-Video eingesandt werden. Zum Wettbewerb wünschte Pater Amadeus selbstverständlich viel Glück.

„Seit drei Monaten liefen die Vorbereitungen“, erzählt Wolfgang Kellendorfer. „Als klar war, dass wir einen Flashmob in der Kirche drehen, haben Thorsten Mühlberger und ich das Hallelujah von Händel für unseren Chor bearbeitet.“ Dann wurde eifrig geprobt, selbstverständlich hinter verschlossenen Türen. „Wir wussten, wir haben nur eine Chance für den Dreh. Das war schon spannend, ob alles klappen wird.“

In der Woche zuvor war Probe in der Kirche und am Sonntag war „Vocalipur“ schon da, als die ersten Kirchgänger eintrafen. Denn jeder musste seinen vorbestimmten Platz einnehmen, damit Dreh- und Tonaufnahme auch gelingen. „Wir sind jetzt alle total happy“, sagte Wolfgang Kellendorfer am Abend. „Alles hat geklappt und das Projekt war einfach toll. Es hat allen Riesenspaß gemacht.“

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