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Militär

5600 Soldaten trainieren in Hohenfels

Kommt die Bundeswehr zurück in den Ort? Nach der Mega-Übung „Allied Spirit X“ stellt sich diese Frage.

5600 Soldaten aus zwölf Nationen waren an „Allied Spirit X“ beteiligt. Foto: Paul Böhm
5600 Soldaten aus zwölf Nationen waren an „Allied Spirit X“ beteiligt. Foto: Paul Böhm

Hohenfels.Es war ein riesiges Aufgebot an Militärkräften: 5600 Soldaten aus zwölf Nationen haben auf dem Truppenübungsplatz Hohenfels trainiert. Unter den teilnehmenden Nationen war auch ein Trupp aus Israel.

Die zu Ende gehende Großübung „Allied Spirit 2019“ lässt die Frage offen, ob die Bundeswehr in den nächsten Jahren wieder häufiger das Übungsterrain für größere Truppenverbände nutzen wird. Denn: Zum ersten Mal seit der Aufgabe von Hohenfels im Jahr 2002 hat die Bundeswehr mit der 1. Panzerdivision aus Oldenburg für eine multinationale Militärübung auf dem Oberpfälzer Truppenübungsplatz Hohenfels den Leitverband gestellt. Knapp drei Wochen wurden unter realistischen Bedingungen verschiedene Gefechtssituationen simuliert und geübt.

Gelungene Premiere für die Bundeswehr

Einen Besuch stattete den übenden Truppen der kommandierende General der 1. Panzerdivision ab, Generalmajor Jürgen-Joachim von Sandrart. Wie er zusammen mit dem Kommandeur des Joint Multinational Readiness Center (JMRC) Oberst Joseph Hilbert feststellte, sei diese Premiere mit der Bundeswehr als Leitverband hervorragend ausgefallen.

Mit der Panzerbrigade 21 „Lipperland“ aus Augustdorf leitete zum ersten Mal eine deutsche Brigade den Gefechtsverband bei der US-Übung „Allied Spirit 2019“ im US Gefechtsübungszentrum in Hohenfels.

Bei der Übung wurden zahlreiche Situationen simuliert. Foto: Paul Böhm
Bei der Übung wurden zahlreiche Situationen simuliert. Foto: Paul Böhm

Generalmajor Jürgen-Joachim von Sandrart bezeichnete den Truppenübungsplatzaufenthalt als eine „großartige Gelegenheit“, dieses einmalige Gefechtsübungszentrum zu nutzen, da die eigenen Übungszentren und die anderer Länder meist nur auf Bataillonsebene und nicht auf Brigadeebene ausgelegt seien.

„Wir können uns vorstellen, jedes Jahr mit einem unserer Verbände nach Hohenfels zu kommen.“

Generalmajor Jürgen-Joachim von Sandrart

„Wir können uns vorstellen, jedes Jahr mit einem unserer Verbände nach Hohenfels zu kommen“, betonte er im Interview.

Von den 5600 Soldaten stellte die Bundeswehr etwa 2700, die US Army etwa 1300, darunter ein Panzerbataillon aus Fort Riley in Kansas. Zudem nahmen Soldaten auch Dänemark, Finnland, Großbritannien, Israel, Italien, Litauen, Moldawien, den Niederlanden, Polen der Slowakei, Schweden und der Türkei teil.

Bürgermeister sind mittendrin

Die Gelegenheit „mittendrin in der Übung zu stehen“, nicht als Zivilperson auf dem Schlachtfeld oder als Rollenspieler, nutzten die Bürgermeister der Truppenübungsplatzrandgemeinden Bernhard Graf aus Hohenfels, Bernhard Kraus aus Velburg und Bernhard Hübl aus Kallmünz, um sich das Übungsszenario im Gelände nach einer taktischen Unterweisung im Hauptquartier anzuschauen.

„Train to win“: Auch die Bürgermeister der umliegenden Orte statteten der Übung einen Besuch ab. Foto: Paul Böhm
„Train to win“: Auch die Bürgermeister der umliegenden Orte statteten der Übung einen Besuch ab. Foto: Paul Böhm

Mit den Schiedsrichterteams der US Army waren sie zu den Gefechts-Brennpunkten im geländegängigen Humvee gefahren, um sich das Zusammenwirken der Truppenverbände anzuschauen. So erfuhren sie auch, dass die Befehlsstruktur immer in englischer Sprache bis hinunter in die Teileinheiten läuft.

Der Übungsplatz

  • Ausbildung:

    Nach fast 46 Jahren hat die Bundeswehr im Jahr 2002 ihr „Truppenübungsplatzkommando Hohenfels“ aufgegeben.

  • Ende:

    Mit der Aufgabe der deutschen Beteiligung des damaligen „Combat Maneuver Training Center“ (CMTC) endete eine erfolgreiche Gefechtsausbildung, die mit Lob und Anerkennung bei höchsten militärischen Dienststellen bedacht worden war. (abp)

Beeindruckt zeigten sich die Bürgermeister aus Hohenfels, Velburg, Schmidmühlen, Kallmünz und aus Hohenburg. Sie zeigten auch Verständnis, dass es eine wichtige Aufgabe sei, die verschiedenen Kommandostrukturen zusammenzuhalten, auch wenn es außerhalb des Truppenübungsplatzes einmal laut werde, wenn Drohnen und Hubschrauber ihre Kreise ziehen oder Gefechtslärm noch in den Nachbargemeinden ankommt.

„Ich habe aus der Übung sehr viel mitnehmen können, vor allem auch das Verständnis, dass nur derartige gemeinsame Übungen den multinationalen Charakter solcher Übungen zusammenführen können“, so die Bürgermeister Peter Braun aus Schmidmühlen und Florian Junkes aus Hohenburg. (abp)

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