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Ärger

Hausverbot statt Bratwurst in Hohenfels

Einer Gruppe von Friedensradlern wurde am Sonntag der Zutritt zum deutsch-amerikanischen Volksfest verwehrt.
Von Peter Tost

Die Polizei eskortiert die Friedensradler zum Ausgang. Foto: Willi Rester
Die Polizei eskortiert die Friedensradler zum Ausgang. Foto: Willi Rester

Hohenfels.Unverrichteter Dinge und hungrig mussten die Teilnehmer an der alljährlich von der Gruppe Oberpfalz der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte Kriegsdienstgegner (DFG-VK) veranstalteten Friedensfahrradtour am Sonntag den Parkplatz des deutsch-amerikanischen Volksfests wieder verlassen. Der Grund: Die US Army verweigerte ihnen den Zutritt.

Zusätzlich zu der Abfuhr könnte den Teilnehmern nun auch noch ein Bußgeld wegen eines Verstoßes gegen das Versammlungsverbots drohen, wie Wolfgang Eichenseer, stellvertretender Dienststellenleiter der Polizeiinspektion Parsberg, erklärt. Die zweitägige Friedensfahrradtour entlang er Truppenübungsplätze Grafenwöhr und Hohenfels sei zwar beim Landratsamt angemeldet gewesen: „Allerdings war nur eine Kundgebung in der Ortsmitte von Hohenfels angekündigt“, erklärt Eichenseer.

Die Militärpolizei habe sich deshalb an die deutschen Kollegen gewandt und gebeten, die in ihren Augen unangemeldete Versammlung zu unterbinden. Gleichzeitig machte die MP mit Verweis auf ihr Hausrecht klar, dass den friedensbewegten Radfahrern der Zutritt zum Festgelände nicht gestattet wird.

„Keine Veranstaltung geplant

Dabei hatten die Teilnehmer schon zwei Tage auf dem Fahrrad hinter sich und waren hungrig und durstig, wie Willi Rester, Bezirkssprecher der DFG-VK Oberpfalz, sagt. Der Stopp auf Parkplatz vor dem Volksfest sei aber rein privater Natur gewesen, versichert Rester. „Es war nie unsere Absicht, dort eine Veranstaltung abzuhalten.“

Nachdem die Parsberger Beamten das Hausverbot der US Army ausgerichtet hatten, zeigt sich Benno Fuchs aus Köln, einer der Bundessprecher der DFG-VK, entsetzt. „Diese Sprachverweigerung heute konterkariert den Völkerverständigungsgedanken des deutsch-amerikanischen Volksfestes.“

Das ist die Friedensfahrt

  • Zweck

    Jedes Jahr führt die Strecke per Fahrrad entlang der Truppenübungsplätze Grafenwöhr und Hohenfels. Dabei wollen die Teilnehmer vor allem Möglichkeiten einer zivilen Nutzung der Truppenübungsplätze aufzeigen.

  • Veranstalter

    Die Gruppe Oberpfalz der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte Kriegsdienstgegner (DFG-VK) hat die Fahrradtour organisiert.

Josef Weinfurtner, der Ideengeber des Volksfestbesuchs ist fassungslos. „Da haben wir Gäste aus halb Deutschland zu Besuch und wollen ihnen ein Stück bayerische Lebensart zeigen. Und dann so ein Rausschmiß!“. Der pensionierte Berufsschullehrer aus Sulzbach-Rosenberg will deshalb nachhaken.

Aber auch bei der Polizei Parsberg ist der Fall noch nicht zu den Akten gelegt. Laut Eichenseer wird bei der für Versammlungsrecht zuständigen Abteilung am Landratsamt Neumarkt derzeit noch geprüft, wie der Aufenthalt auf dem Parkplatz vor dem Volksfest rechtlich zu werten ist. „Falls es sich herausstellt, dass es sich dabei um eine nicht angemeldete Veranstaltung handelte, wird gegen die Teilnehmer ein Bußgeld ausgesprochen.“

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