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Kultur

Kurze Dates mit elf Werken

Beim Literarischen Speed Dating in Berching hatten elf Autoren jeweils sieben Minuten Zeit, ihre Werke zu präsentieren.
von Angela Lerzer

Elf Autoren präsentierten ihre Werke. Foto: Angela Lerzer
Elf Autoren präsentierten ihre Werke. Foto: Angela Lerzer

Berching.Es war der Auftakt zur 15. Literaturwoche in Berching: Beim Literarischen Speed Dating in der Schranne am vergangenen Freitag lasen elf Autoren aus ihren Werken. Dabei hatten sie jeweils sieben Minuten lang Zeit, ihre Krimis, Gedichte und Geschichten dem Publikum zu präsentieren. Umrahmt wurden die kurzen Lesungen von Musik: Die Begleitung übernahm Edith Deinhard an der Harmonika. Und in diesem Jahr gab es noch etwas ganz Außergewöhnliches beim Literarischen Speed Dating zu hören: Herbert Franke aus Berching) präsentierte dem Publikum erstmals die Sage vom Berchinger Hecht in Gedichtform, die er passend dazu auch künstlerisch illustriert zu Papier gebracht hatte. Die Eröffnung des Literarischen Speed Datings übernahm die stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Berching, Gerlinde Delacroix.

Die Autoren:

Bernd Flessner: „Teufelsküche“

Bernd Flessner Foto: Angela Lerzer
Bernd Flessner Foto: Angela Lerzer

Bernd Flessner aus Erlangen ist 1957 in Göttingen geboren. Er schreibt Krimis, ist Wirtschaftsjournalist, Zukunftsforscher und Autor des Buchs „Teufelsküche“. In dem Krimi wird ein bekannter Kabarettist erschlagen aufgefunden, ausgerechnet in der Teufelsküche, einem Gesteinslabyrinth im Oberpfälzer Wald. Da die Polizei nichts findet, stellt sein Bühnenpartner Torsten Zitterbart selbst Recherchen an. Dabei gerät er selbst in Teufels Küche.

Gerda Stauner: „Sauforst“

Gerda Stauner Foto: Angela Lerzer
Gerda Stauner Foto: Angela Lerzer

Gerda Stauner aus Regensburg ist 1973 in Seubersdorf geboren. Sie schreibt Kriminalromane und ist Autorin von „Sauforst“. Darin geht es um Anton Beerbauer, der an Mariä Lichtmess 1856 als Sohn einer ledigen Mutter geboren wird. Die gerade entstandene Maxhütte veränderte die Stoapfalz total. Nach dem Tod der Mutter stellt auch Anton die Weichen für sein Leben neu. Er begibt sich auf eine lange Suche nach dem unbekannten Vater.

Sabine Eva Rädisch: „Brot und Bitterdschokolade“

Sabine Eva Rädisch Foto: Angela Lerzer
Sabine Eva Rädisch Foto: Angela Lerzer

Sabine Eva Rädisch wurde 1973 in Deggendorf geboren und verbrachte ihre Kindheit auf einem Bauernhof – mit Blick auf den Berg Brotjacklriegel. Ihre erste Kurzgeschichte konnte daher nur von einem Traktor handeln. Sie erschien im Jahr 1986 im Bayerischen Landwirtschaftlichen Wochenblatt. Seitdem hat sie zahlreiche Kurzgeschichten und Gedichte geschrieben. Sie studierte Bauingenieurwesen in Regensburg und ließ sich in Wien zur Schreibpädagogin ausbilden. Sie las beim Speed Dating in Berching einige Passagen aus ihrem neuen Werk „Brot und Bitterschokolade“. In dem Buch geht es um Gina, die ihre Arbeit liebt und ihre kleine Wohnung über den Dächern von Regensburg hat. Doch plötzlich laufen ihre Schreibkurse nicht mehr und ihre Geschäftspartnerin will sie aus der gemeinsamen Sprachschule werfen. Als Gina auf der Mariaorter Brücke dem attraktiven Marvin und seinem schokobraunen Labrador begegnet, gerät sie endgültig aus dem Konzept.

Simon Traub: „Die Krüge hoch!“

Simon Traub Foto: Angela Lerzer
Simon Traub Foto: Angela Lerzer

Simon Traub aus Neumarkt ist 1972 in Siebenbürgen geboren. Er ist Elektriker, Bierzeltkellner und Autor. In seinem Buch „Die Krüge hoch!“ geht es um die Bierzeltkultur und Geschichten aus dem Bierzelt. Das Kundenpotenzial eines Profikellners reicht vom Hartz 4-Empfänger bis zum Arzt. Für Neubedienungen kann es ein Lehrbuch, für Bierzeltbesucher ein amüsantes Lesebuch sein. Auf alle Fälle ist es ein Ratgeber mit Lesespaß.

Ursula Schmid-Spreer: „Bekenntnis mit Folgen“

Ursula Schmid-Spreer Foto: Angela Lerzer
Ursula Schmid-Spreer Foto: Angela Lerzer

Ursula Schmid-Spreer aus Nürnberg ist 1954 in Wien geboren. Sie ist Rentnerin und Autorin und las beim Literarischen Speed Dating aus „Bekenntnis mit Folgen“. Darin geht es um den Studiendirektor Meier. Er erklärt seine blauen Flecke mit Sport, den er betreibt. Ein Schüler findet heraus, was wirklich dahinter steckt. Und nicht nur dies - er findet noch weit mehr.

Melanie Arzenheimer: „Auf dem Hochsitz“

Melanie Arzenheimer Foto: Angela Lerzer
Melanie Arzenheimer Foto: Angela Lerzer

Die Autorin Melanie Arzenheimer ist im Jahr 1972 in Eichstätt geboren. Sie schreibt Gedichte und arbeitet als Radiomoderatorin, Journalistin und Redakteurin. Sie las beim Literarischen Speed Dating in Berching ihr Gedicht „Auf dem Hochsitz“ vor. Darin heißt es: Ohren gespitzt, Gewehr angesetzt, Bock anvisiert, Schuss riskiert, Ziel getroffen, Schnaps gesoffen, Jedoch ein Kleiner Zweifel bleibt – Ein Hirsch auf einem Mountainbike?

Veronika Rusch: „Mord im Elsass“

Veronika Rusch Foto: Angela Lerzer
Veronika Rusch Foto: Angela Lerzer

Veronika Rusch (alias Jules Vitrac, Fiona Blum) ist 1968 in Garmisch-Partenkirchen geboren. Sie ist Juristin und Krimiautorin und last aus „Mord im Elsass“. Mitten auf dem Marktplatz steht ein Sauerkrautfass mit einer Leiche. Kurz darauf findet man eine Tote in der „Bäckertaufe“, einem Eisenkäfig. Schnell wird ein Muster klar: mittelalterliche Bestrafungsmethoden. Doch wer ist der Täter? Noch bevor es eine Spur gibt, geschieht ein dritter Mord.

Walter Pölloth:„Die Kraft des Frühlings“

Walter Pölloth Foto: Angela Lerzer
Walter Pölloth Foto: Angela Lerzer

Walter Pölloth aus Schwarzenbach ist 1953 in Burgthann geboren. Er ist Landwirt, Gemeindemitarbeiter und Gedichteschreiber. Er las „Die Kraft des Frühlings“: Mach Platz du Winterzeit, hier bin ich, der Frühling. Du bist Vergangenheit. Ich trete in den Ring …und gebe dich geschlagen… sonst wird ich dich verjagen.“

Peter Dietze:„Badetage“

Peter Dietze Foto: Angela Lerzer
Peter Dietze Foto: Angela Lerzer

Peter Dietze alias Nicolas Cenway aus Sengenthal ist 1952 im Thüringer Wald geboren. Er ist Outsourcing Manager und Autor. Er las aus „Badetage – Der Tod, der nach dem Sterben kommt“. Darin wird die Deutsche Jennifer Wolfert in Texas wegen Mordes zum Tod verurteilt. Ihr Bruder Tom Wolfert, ein Anwalt, glaubt an ihre Unschuld. Auf der Suche nach dem Mörder dringt er immer weiter in ein Netzwerk aus Kindesmissbrauch, Gewalt und Erpressung ein.

Michael Kleinherne: „Zwei Wochen im August“

Michael Kleinherne Foto: Angela Lerzer
Michael Kleinherne Foto: Angela Lerzer

Michael Kleinherne aus Eichstätt ist 1964 in Westphalen geboren. Er ist Universitätsdozent, Kulturjournalist und Autor. In seinem Buch „Die Aktion. Zwei Wochen im August.“ geht es um drei sehr unterschiedliche Paare, die politisch aktiv sind. Sie treffen sich in einem abgelegenen Landhaus in der Provence. Gemeinsam wollen sie eine politische Aktion vorbereiten. Doch es kommt anders, als geplant.

Lilo Seidl: „72 – Liebe ist stärker als Hass“

Lilo Seidl Foto: Angela Lerzer
Lilo Seidl Foto: Angela Lerzer

Lilo Seidl aus Nürnberg ist 1960 in Weiden geboren. Sie ist Programmiererin, Textadministratorin und Autorin. In „72 – Liebe ist stärker als Hass“ geht es um die Freunde Hasan, Rami und Nasri – und ihre Flucht aus Syrien. Der IS-Anführer Khan streckt seine Krallen nach ihnen aus, er will sie als Attentäter rekrutieren.

Herbert Franke: „Der Berchinger Hecht“

Herbert Franke Foto: Angela Lerzer
Herbert Franke Foto: Angela Lerzer

Herbert Franke aus Berching hat das Gedicht zum Hecht mitgebracht:

Vor langer Zeit anno dazumal

Überschwemmung war im Sulzestal

Als normal war wieder der Wasserstand

ein seltsames Wesen in einer Pfütze man fand

Dieses Tier war nicht zu deuten

von den herumstehenden Leuten

Es begann nach Luft zu ringen

oder fängst gar an zu singen

Schnell musste jetzt ein Käfig her

wenn es denn ein Vogel wär

Ums Überleben bangen und hoffen

machte selbst die Ratsherrn sehr betroffen

Es trat nicht ein die lebensrettende Wende

aber für das Tier das bittere Ende

Verzweiflung, Enttäuschung, oh Pein oh Pein

es darf doch nicht wahr, es kann doch nicht sein

Verwunderung darüber und staunte nicht schlecht

das Tier war kein Vogel sondern ein Fisch, ein Hecht

die Lehr aus der Gschicht und des is gwies

daß der Hecht für Berching was ganz bsonders is

Somit ist entstanden der Name zurecht

aus der Sage und Legende der Berchinger Hecht.

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