MyMz
Anzeige

Projekt

Europäischer Wind weht durch Lauterhofen

Ausländische Schüler sind in Lauterhofen zu Gast. Demokratische Bildung und Toleranz stehen eine Woche lang im Blickpunkt.
Von Philipp Breu

Aus Griechenland, Polen, Slowenien und der Türkei sind Schüler und Lehrer nach Lauterhofen gekommen. Foto: Philipp Breu
Aus Griechenland, Polen, Slowenien und der Türkei sind Schüler und Lehrer nach Lauterhofen gekommen. Foto: Philipp Breu

Lauterhofen.Vor der Europawahl vom 23. bis 26. Mai ist es so unruhig wie lange nicht mehr. Die hohe Staatsverschuldung, Differenzen in der Flüchtlingspolitik und nicht zuletzt der drohende Austritt der Briten aus der EU stellt das Konstrukt Europa derzeit vor eine harte Probe.

„Der Brexit ist derzeit ständig in den Schlagzeilen. Die Vor- und Nachteile Europas werden kontrovers diskutiert. Dennoch wollen wir mit unserem Projekt keine Politik machen. Ziel ist es, Europa ein Stück näher zusammenzurücken“, erklärte Bernhard Dürr, Schulleiter der Grund- und Mittelschule in seiner Eröffnungsrede.

16 Schülerinnen und Schüler aus Slowenien, Polen, Griechenland und der Türkei haben zusammen mit zwölf Lehrkräften den weiten Weg nach Lauterhofen auf sich genommen, um in sieben Tagen die deutsche Sprache, Kultur und auch ein Stück weit bayerische Traditionen kennenzulernen. Untergebracht werden die Schüler in dieser Zeit bei den am Projekt beteiligten Gastfamilien.

Möglich gemacht wurde dies durch das seit 2017 laufende Erasmus-Programm, an dem sich Lauterhofen und die vier ausländischen Partnerschulen unter dem Motto „Take chances, keep your balance, move on“ (auf Deutsch: „Nutze deine Chancen, behalte deine Balance, mach weiter“), beteiligen.

Abwechslungsreiches Programm

In den nächsten sieben Tagen werden die Lehrkräfte und Schüler aus Lauterhofen durch verschiedene Ausflüge und Aktionen den Gästen ihre Heimat näherbringen. Eine Wanderung in die Tropfsteinhöhle bei Velburg oder der Besuch des Reichsparteitaggeländes in Nürnberg stehen ebenso auf der Liste wie eine Fahrt zum Kloster Weltenburg oder ein Städtetrip durch Regensburg. Brettspiele, eine Golfstunde, ein bayerischer Abend und das Sport-und Spielefest komplettieren das straffe Programm, ehe die Gastschüler am Samstag zurück in ihre Heimat reisen.

Das Erasmus-Konzept

  • Bedeutung:

    Erasmus steht als Abkürzung für European Community Action Scheme for the Mobility of University Students.

  • Länder:

    An dem Förderprogramm nehmen alle 28 Mitgliedsstaaten der EU sowie fünf weitere europäische Länder (Norwegen, Island, Liechtenstein, Schweiz, Türkei) teil.

  • Schulpartnerschaft:

    Im Fokus stehen Begegnungen von Schülerinnen, Schülern und ihren Lehrkräften. Die Projektarbeit sollte sich Themen wie demokratischer Bildung oder der Vermittlung interkultureller Kompetenzen und Toleranz in der Schule widmen.

In der Turnhalle wurden die ausländischen Schüler, die am Sonntag von ihren Gastgebern am Bahnhof abgeholt wurden, mit einem abwechslungsreichen Programm begrüßt. Schüler von der ersten bis zur sechsten Klasse hatten im Vorfeld wochenlang mit ihren Lehrern geprobt, um Tänze und verschiedene musikalische Darbietungen zu präsentieren.

In der prall gefüllten Turnhalle, die mit den Fahnen der jeweiligen Partnerländer und der Europaflagge geschmückt war, machte die Arbeitsgruppe Trommeln den Auftakt. Unter der Leitung von Tina Muckley heizten vier Schülerinnen dem Publikum mit rhythmischen Melodien auf westafrikanischen Bechertrommeln, Djembé genannt, ein. Im Anschluss gab die Bläserklasse, die von Stefan Neger dirigiert wurde, die Europahymne zum besten. Mit mehrere Tanzeinlagen in bayerischer Tracht und Lieder in Mundart brachten die Kinder daraufhin ein Stück bayerische Kultur in die Halle.

Projekte gemeinsam umgesetzt

„Es ist erneut ein freudiger Anlass, der uns heute hier in der Turnhalle zusammenführt“, stellte Dürr bei seiner Begrüßung fest. Seit Oktober 2017 steht Lauterhofen in engem Kontakt mit den ausländischen Partnerschulen. In dieser Zeit haben bereits unterschiedlichste Treffen in den verschiedenen Teilnehmerländern stattgefunden, bei denen Projekte wie ein gemeinsamer Tanz, ein Schulspiel, Outdoor-Aktivitäten und die Entwicklung eines gemeinsamen europäischen Brettspiels umgesetzt wurden. „Mit Erasmus haben wir Brücken gebaut, zwischen unseren Nationen, zwischen unseren Bildungssystemen, vor allem aber zwischen Menschen. Wir haben mit Erasmus Grenzen überwunden und einen wesentlichen Beitrag zur europäischen Integration sowie zur Entwicklung einer europäischen Identität geleistet“, lobte Dürr.

Er hoffe, dass in den nächsten Tagen ein Gefühl von europäischem Zusammenhalt spürbar werde. „Ich wünsche mir, dass durch unser Projekt in der nächsten Woche europäischer Wind durch die Straßen und Gassen in Lauterhofen und Pilsach sowie mancher Dörfer im Umland weht und dass sich ein Gefühl von Wir sind Europa ausbreitet.“

Mehr aus Neumarkt und Umgebung:

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht