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Umwelt

Schuttberg soll ein Biotop werden

Der Golfclub Lauterhofen hat mit dem neuen Zukunftsprojekt schon einen Preis gewonnen. Initiator ist Johannes Berschneider.
Von Eva Gaupp

Johannes Berschneider (li.) und Präsident Wolfgang Dietzler vor dem Schuttberg, der sich in ein Bienenidyll verwandeln soll.
Johannes Berschneider (li.) und Präsident Wolfgang Dietzler vor dem Schuttberg, der sich in ein Bienenidyll verwandeln soll.

Lauterhofen.Der Pilsacher Architekt und Golfer Johannes Berschneider hat ja schon so manches Naturprojekt auf seinem Heimatgolfplatz Lauterhofen realisiert. Jetzt hat er sich vorgenommen, einen Schuttberg in ein Biotop zu verwandeln. Eine Idee, die der Bayerische Golfverband mit dem Allianz Umweltpreis ausgezeichnet hat. Dieses Jahr hatte der Wettbewerb gezielt Vorhaben eingefordert, die auf die Zukunft ausgerichtet sind.

Bei der Übergabe des Preises: Ilka Steppan (Allianz Deutschland), BGV-Präsident Arno Malte Uhlig, Johannes Berschneider (Platz-, Gebäude- und Naturschutzwart GC Lauterhofen), Manfred Doese (Schatzmeister GC Lauterhofen), Heidrun Klump, Geschäftsführerin Bayerischer Golfverband Foto: Föhlinger
Bei der Übergabe des Preises: Ilka Steppan (Allianz Deutschland), BGV-Präsident Arno Malte Uhlig, Johannes Berschneider (Platz-, Gebäude- und Naturschutzwart GC Lauterhofen), Manfred Doese (Schatzmeister GC Lauterhofen), Heidrun Klump, Geschäftsführerin Bayerischer Golfverband Foto: Föhlinger

Der Schuttberg war in den Jahren 1981 bis 1995 entstanden, anschließend abgedichtet und begrünt worden. Wer nicht weiß, was sich darunter verbirgt, könnte meinen, es handele sich um eine natürliche Erhebung an dieser Bahn 4. Weil Berschneider unermüdlich nach neuen Betätigungsfeldern Ausschau hält, wollte er den Schuttberg in eine Bienenweide verwandeln für Wildbienen, Insekten und die fünf Bienenvölker des Clubs. „Der Süd-West-Hang bietet sich dafür ideal an.“ Er soll terrassiert, mit Steinmauern gegliedert und von Gehölzen befreit werden. Nur die großen Bäume bleiben stehen. Um die Artenvielfalt zu erhöhen, sollen Samen ausgebracht werden.

Landschaftspflegeverband berät professionell

Wie bei allen anderen Naturschutzprojekten ist auch dieses Mal wieder der Landschaftspflegeband als Partner an der Seite des Golfclubs. Er berät und begleitet den Vorstand des Vereins. „Wir pflanzen keinen Baum, der nicht eine bestimmte Funktion hat“, unterstreicht Berschneider.

Fünf Bienenvölker sorgen auf dem Golfplatz für Honig.
Fünf Bienenvölker sorgen auf dem Golfplatz für Honig.

Apropos Verein: Die Vereinsstruktur mache diese Initiativen erst möglich, sind sich Berschneider und der Präsident des Golfclubs, Wolfgang Dietzler, einig. „Der Vorstand steht komplett hinter diesen Projekten – und die Mitglieder auch“, sagt Dietzler. Mitglieder haben bereits Patenschaften für Schafe übernommen, unterstützen die Projekte auch finanziell, Dank Einzelsponsoren und staatlichen Fördermitteln konnte bislang noch jedes Projekt umgesetzt werden. So macht sich Johannes Berschneider keine großen Sorgen, dass die etwa 25.000 Euro für das neue Biotop nicht wieder zusammenkommen. Dafür können die Mitglieder an Baumschneidekursen teilnehmen, Platz-eigenen Honig genießen oder an der jährlichen Vogelstimmenwanderung teilnehmen.

Golfclub ist Marke geworden

Aber die Naturschutzprojekte sind noch mehr: „Der Golfclub ist inzwischen eine Marke. Und was wir hier tun, kommt auch der Marktgemeinde und der Region zugute.“ Mitglieder wie Gäste wüssten die Natur zu schätzen, sagt der Präsident. Und die Mitgliederzahlen entwickelten sich sogar leicht positiv – eher eine Ausnahme in diesem Sport. Die Golfer können nach dem Abschlag mal eben kurz ein Bienenvolk im Schaukasten beobachten, begegnen auf ihrem Weg zwischen Loch 1 und Loch 18 Insektenhotels, Schafen, seltenen Blumen und dem Rotmilan. „Golfer galten ja früher als die vermeintlichen Naturschänder, heute ist der Golfplatz ein Ruheplatz, in den man eintaucht“, sagt Berschneider. Die Menschen hätten auch durch diese Erfahrung ein anderes Bewusstsein entwickelt.

Knapp 50 Schafe gehören zu den Mitarbeitern des Golfclubs. Sie halten die Flächen mit Magerrasen frei von Gräsern und Büschen.
Knapp 50 Schafe gehören zu den Mitarbeitern des Golfclubs. Sie halten die Flächen mit Magerrasen frei von Gräsern und Büschen.

Für die Greenkeeper bringen die Projekte ein gewisses Maß an mehraufwand mit sich. Das Rough, also der Bereich, in dem das Gras höher steht, wird in Lauterhofen bewusst noch seltener gemäht, um die Pflanzen abblühen zu lassen. Das kommt Insekten und Honigbienen zugute. Allerdings müssen die Greenkeeper Heu für die schafe machen. „Wir arbeiten und leben mit der Natur“, sagt Head Greenkeeper Christian Kosak, der mit seinem Team von fünf Voll- und einer Teilzeitkraft den Platz pflegt. „Je nach Saison gibt es eine Prioritätenliste.“ Denn eines ist wichtig: Trotz der zahlreichen Naturprojekte hat der Sport Vorrang.

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Natur und Golf

  • Initiator: Johannes Berschneider ist seit fast 30 Jahren Platz- und Gebäudewart im Golfclub Lauterhofen. Zudem hat er seit dem Jahr 2000 die Funktion eines Naturschutzwarts übernommen.

  • Auszeichnungen: Seit 2009 erhält der Golfclub regelmäßig das Gold-Zertifikat des Deutschen Golfverbandes in der Rubrik „Golf & Natur“. Die besonderen Toilettenhäuschen und eine Schutzhütte aus Stroh haben Preise des Bunds deutscher Architekten (BDA) erhalten. Auch den Allianz Umweltpreis des Bayerischen Golfverbands haben die Lauterhofener schon des öfteren eingeheimst.

  • Hingucker: „Charming Places“ nennen die Lauterhofener ihre besonderen Plätze entlang der Bahnen. Es gibt ein WC-Häuschen mit Betonmischtrommel, einen wasserspender mit Tiergräuschen, ein Silo, das Bälle spendet, einen fernseher aus Holz und außergewöhnlich gestaltete Durchgänge.

  • Termin: Am Sonntag, 21. Juli, wird um 15 Uhr ein neuer 6-Loch-Kurzplatz eröffnet, auf dem vor allem Anfänger erste Erfahrungen mit dem Golfsport sammeln können. Außerdem bietet er Wintergrüns und ist somit das ganze Jahr bespielbar.

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