MyMz
Anzeige

Jubiläum

Vor 25 Jahren entscheid er sich für Gott

In Lauterhofen wird zu Ehren von Pfarrer Ehrl ein großes Fest gefeiert. Mit der MZ erinnert er sich daran, wie alles anfing.
Von Nicole Selendt

Pfarrer Gerhard Ehrl ist seit 2006 Pfarrer im Pfarrverband Lauterhofen.
Pfarrer Gerhard Ehrl ist seit 2006 Pfarrer im Pfarrverband Lauterhofen.

Lauterhofen.Eigentlich ist es nicht verwunderlich, dass Pfarrer Gerhard Ehrl Priester geworden ist. Der Großvater betete damals im heimischen Hermannsberg regelmäßig den Rosenkranz – für einen Mann nicht selbstverständlich. Die Mutter besuchte jede Sonntags- und Werktagsmesse, auch wenn sie als fünffache Mutter wahrscheinlich genug anderes zu tun gehabt hätte. Und seine Jugend verbrachte Ehrl im Internat der Comboni-Missionare in Neumarkt – um dort aufs Gymnasium gehen zu können. Am Sonntag feiert Ehrl, der seit 2006 Pfarrer im Pfarrverband Lauterhofen ist, 25. Priesterjubiläum.

Archivbild: Pfarrer Ehrl empfängt 2015 Kaplan Sunil Kumar Ekka in Lauterhofen.
Archivbild: Pfarrer Ehrl empfängt 2015 Kaplan Sunil Kumar Ekka in Lauterhofen.

Das Programm für Sonntag

  • 9.45 Uhr: Kirchenzug ab Pfarrhof
  • 10.00 Uhr: Heilige Messe
  • 11.00 Uhr: Stehempfang
  • 12.30 Uhr: Mittagessen in Trautmannshofen
  • 14.30 Uhr: Dankandacht in der Wallfahrtskirche Mariä Namen

Viele persönliche Höhepunkte

Im Gespräch mit der MZ blickte er auf diese Jahre zurück. Dabei nennt er keine konkreten Höhepunkte. Auch keine Tiefpunkte. Eine ausgeglichene Zeit sei seine bisherige Tätigkeit als Priester gewesen. Wenn es Tiefpunkte gegeben habe, hätten sie die katholische Kirche als Ganzes betroffen. Die Höhepunkte dagegen seien oft persönlicher Natur gewesen: Priesterweihen, Primizen, Eröffnungen oder Jubiläen.

Archivbild: Pfarrer Ehrl bei der feierlichen Wiederöffnung der Pfarrkirche St. Michael im März 2015.
Archivbild: Pfarrer Ehrl bei der feierlichen Wiederöffnung der Pfarrkirche St. Michael im März 2015.

Freunde aus Schule und Studium kommen

Doch alle diese Höhepunkte verbindet er mit seiner Familie oder guten Freunden, die er in den 25 Jahren als Priester, während seines Studiums oder seiner Schulzeit kennengelernt hat. Immer wieder spricht er von Erlebnissen mit ihnen, erzählt von gegenseitigen Besuchen.

Einige Stationen

  • Wolframs-Eschenbach (1986-89): Mitarbeit in der Kolpingfamilie, bei Schülergottesdiensten, Religionsunterricht, Leitung der Jugendblaskapelle

  • Ingolstadt-Friedrichshofen (1993-94): Pastoralpraktikant bei Religionslehrerin und Gemeindereferentin Agnes Breitenhuber und Dekan Andreas Risch.

  • Altenfurt-Fischbach-Moorenbrunn (1994-96): Ruhestandspfarrer Leonhard Uebler und Pfarrer Karl Schiele waren Ehrl dort große Vorbilder. Freundschaften mit Gemeindemitgliedern bestehen bis heute.

  • Kaplan im Pfarrverband Herrieden (1996-98): Mitarbeit in der Kolpingfamilie, Ministrantenarbeit, stellvertretender Dirigent der Stadtkapelle

  • Pfarrer in Sachsen-Lichtenau (1998-2006): Viele Baumaßnahmen, Seelsorge im Altenheim und in der Justizvollzugsanstalt, Ministranten- und Jugendarbeit

Vielleicht sei zum Beispiel seine Internatszeit bei den Comboni-Missionaren mit ein Grund, warum er Priester geworden ist, mutmaßt er. Er verbinde sie mit guten Erinnerungen an Freizeitaktivitäten wie Zeltlager, Skiausflüge, Fußball oder Tischtennis. Missbrauchsfälle, wie sie zuletzt in zahlreichen katholischen Einrichtungen ans Licht gekommen sind, habe es dort nicht gegeben. Ehrl spricht von seinem Erzieher, Pater Hans Wörner, mit großer Bewunderung. Ein frommer Priester, zugleich aber sehr liberal und weltoffen sei dieser gewesen.

„Ich kenne beide Perspektiven. Die der Kleriker und die der Laien.“

Pfarrer Gerhard Ehrl

Anfang als Gemeindereferent

Als offen würde auch Ehrl selbst sich bezeichnen. Nicht nur in der Ökumene. Sein evangelischer „Amtskollege“ in Lauterhofen sei zum Beispiel selbstverständlich am Sonntag beim Fest mit dabei. Auch im Umgang mit allen, die in Pfarreien mitarbeiten, aber keine Priester sind, bezeichnet er sich als offen und verständnisvoll. Was darauf zurückzuführen ist, dass er selbst zunächst nach dem Studium der Religionspädagogik in Eichstätt als Gemeindereferent tätig war – und erst dann weiterstudierte, um Priester zu werden. „Ich kenne beide Perspektiven. Die der Kleriker und die der Laien“, sagt er. An die Studienzeit in Eichstätt erinnert er sich übrigens als die schönste in seinem bisherigen Leben. Freundschaften mit seinen damaligen Kommilitonen halten bis heute.

Archivbild: Viele Jahre hat Pfarrer Ehrl in verschiedenen Blaskapellen mitgespielt, so wie hier bei Hutzaabend 2012.
Archivbild: Viele Jahre hat Pfarrer Ehrl in verschiedenen Blaskapellen mitgespielt, so wie hier bei Hutzaabend 2012.

Mehr Zeit für sich und die eigene Pfarrei

Dass er 2012 sein Amt als Dekan im damaligen Dekanat Kastl abgeben musste, bezeichnet er heute nicht als eine Degradierung. Eher als Erleichterung. Viele Gespräche, Veranstaltungen, Konferenzen und andere Termine seien dadurch weggefallen.

Archivbild: Bunte Glaskreuze für die Schule in Lauterhofen. Pfarrer Ehrl segnete sie im Jahr 2016
Archivbild: Bunte Glaskreuze für die Schule in Lauterhofen. Pfarrer Ehrl segnete sie im Jahr 2016

Er habe dadurch wieder mehr Zeit für die eigene Pfarrei und sich selber. Und dort hat er genug zu tun – mit allen Personengruppen, in allen Themenbereichen, zu allen Gelegenheiten. Und deshalb rechnet er am Sonntag auch mit weit mehr als 100 Wegbegleitern, die bei der Messe am Vormittag, beim Mittagessen und der Dankandacht mit dabei sein werden.

Mehr aus Neumarkt und Umgebung:

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht