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Energie

Heizzentrale ist ein Erfolgsmodell

Die Lupburger Nahwärmeversorgung hat die erste Heizperiode gemeistert. Die Heizzentrale beherbergt hochmoderne Technik.
Von Peter Tost

Wolfgang Aust und Lisa Badum von der Naturstrom AG und Bürgermeister Alfred Meier sind stolz auf die moderne Heizzentrale.
Wolfgang Aust und Lisa Badum von der Naturstrom AG und Bürgermeister Alfred Meier sind stolz auf die moderne Heizzentrale. Foto: Tost

Lupburg. Sie ist zwar kein Pilgerort im klassischen Sinn, aber die Heizzentrale der Naturstrom AG an der Degerndorfer Straße zieht Besucher aus ganz Bayern an, die sich über die neuesten Technologien bei der Energieerzeugung informieren wollen.

Und sie funktioniert: „Nach Ende der ersten Heizperiode bin ich sehr zufrieden“, sagt Bürgermeister Alfred Meier, der selbst Nahwärme aus dem Heizkraftwerk bezieht. „Ich brauche keinen Raum mehr für den Öltank zu opfern, denn die Übergabestation nimmt nicht viel Platz weg.“

Dieser Kasten enthält einen Wärmetauscher, der die Wärmeenergie des 80 Grad heißen Wassers aus dem Gebäude an der Degerndorfer Straße an das Heizungs- und Warmwassersystem des Kunden überträgt. Transportiert wird das aufgeheizte Wasser in speziellen Rohrleitungen mit einem Durchmesser von 12,5 Zentimetern, wie Wolfgang Aust von der Naturstrom AG erklärt.

Zusammen mit der Isolierung sind die Rohre rund 22 Zentimeter dick, die auf einer Trassenlänge von rund fünf Kilometern in Lupburg verlegt wurden. „Es sind zwei Leitungen – eine, in der das heiße Wasser zum Kunden transportiert wird und eine zweite, in der das abgekühlte Wasser zur Heizzentrale zurückfließt.“ Aust spricht dabei von Vorlauf und Rücklauf.

Motor erzeugt Abwärme

Herzstück der Heizzentrale ist das Blockheizkraftwerk, in dem ein ein sechszylindriger MAN-Motor werkelt und dabei 270 kW Wärme und 180 Kilowatt Strom erzeugt. „Man kann sich das wie bei einem Auto vorstellen, nur dass das heiße Kühlwasser hier das Hauptprodukt ist“, sagt Aust.

Heizzentrale Lupburg

Angetrieben wird der Motor mit Holzgas. Das wird aus Pellets gewonnen, die in in einem Holzvergaser der Firma Burkhardt aus Mühlhausen auf bis zu 800 Grad erhitzt werden. „2,5 Tonnen Pellets verbrauchen wir pro Tag“, erklärt Wolfgang Aust.

Das durch die Abwärme des Motors aufgeheizte Wasser wird zunächst in einen der beiden jeweils 20 Kubikmeter fassenden Pufferspeicher gepumpt. Von dort aus tritt es dann den Weg zu den Übergabestationen der Kunden an. Dank der isolierten Rohre ist der Wärmeverlust laut Aust minimal. „Höchstens drei Grad, je nach Jahreszeit“, erklärt der Heizungstechniker.

Der Strom für die Pumpen und die Regelungstechnik kommt tagsüber übrigens vom Dach des Gebäudes, denn dort ist eine 30-KW-Photovoltaikanlage installiert. „Der Überschuss wird ins Stromnetz eingespeist.“

„Falls die 270 kW Wärme, die das Blockheizkraftwerk produziert nicht ausreicht – etwa an frostigen Wintertagen – dann müssen die Nahwärmekunden trotzdem nicht frieren“, sagt Wolfgang Aust und zeigt auf drei große rote Heizkessel.

Jeder von ihnen hat eine Wärmeleistung von 160 kW. Befeuert werden diese wahlweise mit Hackschnitzeln oder ebenfalls mit Holzpellets, die automatisch aus dem großen Lagerraum in die Kessel transportiert und dort verbrannt werden.

Besonders stolz ist Wolfgang Aust aber auf die sogenannte „Power-to-Heat“-Anlage, was übersetzt „Strom zu Hitze“ bedeutet. Die Anlage kommt zum Einsatz, wenn zu viel Solar- und Windstrom im Netz ist und die Einspeisung vom Bayernwerk deshalb blockiert wird.

„Wir nutzen den von uns produzierten Strom dann dazu, Wasser wie mit einem Tauchsieder zu erwärmen und in die Pufferspeicher zu leiten.“ So geht der wertvolle Strom nicht verloren, sondern wird in Wärme umgewandelt und gespeichert.

Insgesamt 2,3 Millionen Euro habe die Naturstrom AG in Lupburg investiert, wobei die Investitionssumme durch Aufträge an regionale Firmen komplett der Region zugutegekommen sei. Der Markt Lupburg leistet laut Bürgermeister Alfred Meier seinen Beitrag, indem er das Grundstück auf Erbpacht-Basis zu einem symbolischen Preis zur Verfügung stellt.

„Insgesamt 90 Gebäude - darunter auch Bauhof, Feuerwehr, Schule und Mehrzweckhalle - sind derzeit an das Netz angeschlossen und in 50 wird aktuell schon Nahwärme bezogen“, rechnet Wolfgang Aust von der Naturstrom AG vor. Die maximale Ausbaugröße des Nahwärmenetzes liege bei 120 Anschlüssen, so dass sich weitere Interessenten mit umweltfreundlicher Wärme versorgen lassen könnten.

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