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Abfallwirtschaft

Müllgebühren steigen in Neumarkt an

Zum ersten Mal seit 24 Jahren muss der Landkreis eine Gebührenerhöhung veranlassen. Eindeutiger Appell: Müll vermeiden.
Von Gerd Schlittenbauer

Landrat Willibald Gailler, Sachgebietsleiter Roland Hadwiger (l.) und Michael Gottschalk stellten die neuen Müllgebühren vor. Foto: Gerd Schlittenbauer
Landrat Willibald Gailler, Sachgebietsleiter Roland Hadwiger (l.) und Michael Gottschalk stellten die neuen Müllgebühren vor. Foto: Gerd Schlittenbauer

Neumarkt.Zum ersten Mal seit 24 Jahren werden die Müllgebühren im Landkreis wieder erhöht. Landrat Willibald Gailler, Sachgebietsleiter Roland Hadwiger und Abteilungsleiter Michael Gottschalk stellten das neue Konzept bei einer Pressekonferenz vor. „Die Gebühren sollen nun wieder zumindest für vier Jahre konstant bleiben“, sagte Michael Gottschalk.

Zum Beispiel kostet die 60-Liter-Restmülltonne ab Januar nun 75 statt bisher 60 Euro. Die Erhöhung sei keine Überraschung, sondern habe sich länger abgezeichnet. Im Laufe der Jahre konnte der Landkreis drei Mal (2007, 2011 und 2013) die Müllgebühren senken, „so dass sie sich im Jahre 2018 auf einem historischen Tiefstand befinden“, sagte Gottschalk. Leider gehe es nicht ewig nur in eine Richtung: „Schon seit einigen Jahren konnte die Abfallwirtschaft des Landkreises nicht mehr kostendeckend arbeiten.“ Die Defizite seien durch Entnahmen aus der Gewinnrücklage gedeckt worden. Doch nun werde die Gewinnrücklage am Ende des Haushaltsjahres zum großen Teil aufgebraucht sein.

„Eine gute Kostenstruktur“

Landrat Willibald Gailler betonte, dass der Landkreis bei den Müllgebühren trotz der Erhöhung „absolut gesehen und vor allem auch im Vergleich mit den anderen Landkreises in Bayern nahezu konkurrenzlos günstig“ liege. Der Sachgebietsleiter für die Abfallwirtschaft, Roland Hadwiger, brachte einen Vergleich: „Im Jahr 2002 betrug die Müllgebühr für eine 120-Liter-Tonne 153 Euro, während sie aktuell im Jahr 2018 nur 90 Euro kostet.“

Michael Gottschalk betont, dass die 88 Prozent der Bürger, die per SEPA-Einzug zahlen, nichts veranlassen müssten. Auch die Dauer-Müllmarken würden weiter gelten. „Lediglich die Bürger, die per Überweisung oder per Dauerauftrag bezahlen, müssen den bisherigen Zahlbetrag entsprechend ändern.“ Man solle jedoch erst den neuen Gebührenbescheid abwarten: „Im Januar werden 43 000 neue Gebührenbescheide verschickt“, erklärte Roland Hadwiger. So viele Haushalte seien im Landkreis anschlusspflichtig. „88 Prozent lassen abbuchen, das ist im Bayern-Vergleich eine super Quote.“ Dennoch appelliert Hadwiger an die 5700 „Nicht-Abbucher“, doch möglichst auf Dauerauftrag umzustellen: „Ein Drittel davon zahlen nicht fristgerecht, dann müssen sie gemahnt werden und dies verursacht Kosten.“

Landrat Gailler freute sich über das „leistungsfähige, bürgerfreundliche Abfallsystem im Landkreis, das eine flächendeckende Müllentsorgung gewährleistet.“ Neumarkt habe immer noch „eine gute Kostenstruktur“. In Bayern sei nur Amberg billiger, ergänzte Michael Gottschalk. Der Müllzweckverband Schwandorf sei ein „wichtiger Partner“. Insgesamt seien eben die Dienstleistungen teuerer geworden und auch die technischen Anforderungen seien gestiegen.

Neumarkter Trenn-Moral sinkt

Des Landrats dringender Appell an die Bürger lautet: „Abfall vermeiden.“ So stellte Michael Gottschalk fest: „Das Pro-Kopf-Aufkommen an Müll steigt in Bayern wieder. Der Müll hat schon mal eine größere Rolle im Bewusstsein der Bürger gespielt.“ Auch Roland Hadwiger monierte die gesunkene „Trenn-Moral“. Die Fachleute konnten dies mit Zahlen untermalen: An Gesamt-Abfall fallen pro Kopf 450 Kilo an, drei Viertel davon werden wiederverwertet, aber Restmüll produziert jeder „Kopf“ 100 Kilo. „Wir waren schon mal unter 100 Kilo“, betonte Gottschalk.

Ein dramatisches Problem, sagte Roland Hadwiger, sei die Kartonagen-Entsorgung, die durch die Bestell-Philosophie per Internet extrem anwachse: „Es gibt erst seit 2014 Papiercontainer auf den Wertstoffhöfen – mittlerweile wurde zum Teil schon der fünfte Container installiert.“ Doch es sei wie bei Hase und Igel: „Wenn immer mehr Entsorgungs-Kapazitäten geschaffen werden, sinkt das Bewusstsein auch bei der Papier-Müllvermeidung.“

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Die neue Preisstruktur für Neumarkt

  • Dauer:

    Die neuen Gebühren sollen für vier Jahre konstant bleiben.

  • Höhe:

    Die Restmülltonnen kosten künftig für 60 Liter 75 Euro (bisher 60 Euro), für 120 Liter 112 Euro (bisher 90 Euro), für 240 Liter 224 Euro (bisher 180 Euro).

  • Container:

    Der 1100-Liter-Restmüllcontainer kostet 1083 Euro.

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