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Rettung

Alarm-Software hat offenbar eine Lücke

Staatssekretär Eck sprach mit hochrangigen Vertretern von Stadt und Feuerwehr über die Lösung des Alarmierungs-Problems.

Eine Lösung für das Problem bei der Alarmierung der Feuerwehrleute ist in Sicht.  Foto: F. Janka
Eine Lösung für das Problem bei der Alarmierung der Feuerwehrleute ist in Sicht. Foto: F. Janka

Neumarkt.Es soll geprüft werden, ob eine Lösung für ein Softwareproblem bei der Alarmierung der Freiwilligen Feuerwehrleute rasch umsetzbar ist. Dies hat der Staatssekretär im Innenministerium Gerhard Eck angekündigt. Er war auf Vermittlung des Staatsministers der Finanzen und für Heimat, Albert Füracker, und des Bundestagsabgeordneten Alois Karl nach Neumarkt gekommen, um sich von Stadtbrandinspektor und Kommandant Christian Kürzinger und Dienststellenleiter Manfred Meier, über das Problem informieren zu lassen, teilt die Stadt Neumarkt mit.

Mit dabei waren Bürgermeister Albert Löhner, Landrat Willibald Gailler, der Rechtsrat der Stadt Neumarkt Andreas Werner, Stadtbrandmeister Roland Ehrnsberger, Kreisbrandrat Jakob Weidinger, der Sachgebietsleiter für Öffentliche Sicherheit und Ordnung am Landratsamt Stefan Berner und Jürgen Schwarz vom Innenministerium. Schon bei einem Gespräch in München im letzten Herbst hatten Kürzinger und Meier bei Staatssekretär Eck darauf hingewiesen, dass bei der Alarmierungssoftware ELDIS keine Weiterschaltung der Alarmierung zum nächsten Freiwilligen stattfinde. Es fehle als Software-Erweiterung ein Alarmierungszähler, der an den nächsten freien Ehrenamtlichen weiterleitet. Dies führt dazu, dass ein Feuerwehrmann in einer Nacht gleich mehrfach zu Einsätzen gerufen wird, während ein anderer Feuerwehrmann, der ebenfalls parat stehe, nicht gerufen werde. Dies sei eine Lücke in der Software, die schon lange bekannt sei, und insbesondere von den Neumarkter Feuerwehrverantwortlichen im Vorfeld der Einführung der Integrierten Leitstelle angesprochen worden war. Aber diese Möglichkeit sei bei der Umsetzung als nicht so relevant angesehen worden und daher ausgeblieben.

Sorge um digitale Alarmierung

Die Sorge sei nun, dass auch bei der digitalen Alarmierung, die derzeit in Vorbereitung ist, wieder eine solche bessere Alarmaufschaltung fehlen könnte. Staatssekretär Eck will sich des Problems annehmen und dafür sorgen, dass diese Problematik bei der digitalen Alarmierung nicht mehr auftreten könne. Für ihn brauche es eine Technik, die alle Belange des Feuerwehrdienstes abdecke. Für den Übergang bis zur Digitalisierung wolle er prüfen lassen, ob die bestehende Software nachgebessert werden kann und wenn ja, was das kostet und wie lange die Umsetzung dauert. Zu prüfen sei auch, ob es Sinn macht, diese Verbesserung für die Feuerwehren in ganz Bayern anzuschaffen. Staatssekretär Eck will dazu der Feuerwehr Neumarkt eine schriftliche Aussage zukommen lassen.

Manfred Meier erläuterte, wieso es dazu kommen konnte, dass Neumarkt und nur wenige andere Städte von dieser Lücke betroffen sind. Für ihn dürfte mit ein Grund dafür sein, dass Neumarkt eine Stadt ist, in der eine Freiwillige Feuerwehr im Einsatz ist und es trotzdem im Jahr rund 500 Einsätze zu bewältigen gibt. Das Problem der Alarmierung immer des gleichen Kollegen stelle dabei eine erhebliche Beeinträchtigung der ehrenamtlichen Mitglieder dar. Dies unterstrich auch Kommandant Kürzinger, der darauf hinwies, dass das Nachwuchsproblem damit umso schwieriger werde. Gleichzeitig quittieren ehrenamtliche Einsatzkräfte ihren Dienst, weil sie nach mehrmaligen Alarmierungen in einer Nacht am nächsten Tag auch noch arbeiten müssten und dies auf Dauer zu viel sei. Auf diese Weise werde das ehrenamtliche Engagement ausgedünnt.

Thema mit Bedeutung

Bürgermeister Albert Löhner, der den erkrankten Oberbürgermeister Thomas Thumann vertrat, sprach davon, dass man dankbar sei, dass sowohl der Staatsminister der Finanzen als auch der Staatssekretär im Innenministerium nach Neumarkt gekommen sei. Dies zeige, welche Bedeutung diesem Thema zugeordnet werde.

Aus seiner Sicht habe die Problemlage damit begonnen, als die Integrierte Leitstelle eingeführt worden war. Darunter habe man in der Stadt und im Landkreis Neumarkt zu leiden gehabt, weil es hier eine sehr zuverlässige und äußerst optimal abgestimmte Rettungsleitstelle gegeben hatte, die aufgelöst wurde.

Kurz & knapp

  • Gebiet: Die Integrierte Leitstelle (ILS) Regensburg umfasst als Einsatzgebiet die Landkreise Cham und Neumarkt, sowie den Landkreis und die Stadt Regensburg.
  • Erreichbarkeit: Feuerwehr und Rettungsdienst sind einheitlich unter der Notrufnummer 112 zu erreichen. Von hier aus werden sowohl die Einsätze der Feuerwehr als auch die des Notarztes und des Rettungsdienstes koordiniert.

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