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Zukunft

Bio-Landwirte gründen Genossenschaft

Das Ziel des Zusammenschlusses: Im Landkreis Neumarkt soll ein Lager für ökologisch erzeugte Druschfrüchte gebaut werden.
Von Hans Braun

Bei der Gründung der Genossenschaft wurde auch eine Vorstandschaft gewählt.
Bei der Gründung der Genossenschaft wurde auch eine Vorstandschaft gewählt. Foto: Braun

Neumarkt.Zum Bau eines Öko-Lagers haben 64 Bio-Landwirte die Bio-regionale Genossenschaft Oberpfalz gegründet. Zur Gründungsveranstaltung im Hotelgasthof Heidner, Litzloher Straße 8 in Pilsach kamen Landwirte aus der gesamten Region bis Regensburg. Den Vorstand bilden die Bio-Landwirte Markus Schenk aus Deining als Vorsitzender und Hubert Lautenschlager aus Ursensollen als Stellvertreter.

Bau bei Harenzhofen geplant

Die erste Entscheidung der Genossenschaft war: Das Ökolager solle von einer Hackschnitzelheizung versorgt werden. Geplant sei das Öko-Lager in der Nähe der Trocknungsgenossenschaft Lengenfeld bei Harenzhofen (Stadt Velburg). Zum Betrieb sind laut Simone Spangler von der Öko-Modellregion Neumarkt ein Geschäftsführer und ein Mitarbeiter nötig.

Nach seiner Wahl als Vorsitzender sagte Schenk, die Gründung der Genossenschaft sei ein Schritt in die Zukunft, um weiterhin qualitative Produkte anbieten zu können. Der Aufsichtsratsvorsitzende Karl Stephan berichtete, die Landwirte wollten die Genossenschaft schon seit eineinhalb Jahren bilden.

Noch vor der Wahl der Aufsichtsrats- und Vorstandsmitglieder verabschiedeten die Mitglieder einstimmig die Satzung. Zweck und Gegenstand des Unternehmens ist danach der Bau und der Betrieb von Lagerstätten für ökologisch erzeugte Druschfrüchte (Getreide) und andere landwirtschaftliche Erzeugnisse einschließlich der Aufbereitung, Bündelung, Verteilung und Vermarktung. Darunter fällt ebenso die Trocknung und Reinigung solcher Produkte, die Errichtung und der Betrieb von Anlagen zur Erzeugung regenerativer Energien, vorrangig zum Eigenverbrauch aber auch der Handel mit Erzeugnissen, die der ökologischen Landwirtschaft dienen. Die Ausdehnung des Geschäftsbetriebes auf Nichtmitglieder ist zugelassen.

Ein Partner der Genossenschaft ist die Lammsbräu Neumarkt mit 80 Anteilen. Wie die Generalbevollmächtigte Susanne Horn sagte, wird die Lammsbräu ihre komplette Ware nicht mehr wie bisher in Neumarkt, sondern in diesem Genossenschafts-Lager unterbringen.

Landrat Willibald Gailler sagte, er freue sich, dass die ökologische Bewegung in die Gänge kommt. Neumarkt sei eine anerkannte Öko-Modellregion. Gailler verwies auch auf die schwierige Preissituation in der Landwirtschaft: Landwirte hätten im vergangenen Jahr in manchen Bereichen bis zu 35 Prozent Preisverlust hinnehmen müssen. Bessere Erträge sieht Gailler daher bei Bioprodukten. Er rief die Landwirte auf, die Chancen im ökologischen Bereich zu nutzen. Im Landkreis Neumarkt gebe es 132 Bio-Landwirte. Vorreiter seien das Kloster Plankstetten und die Lammsbräu in Neumarkt.

Dazu sagte Simone Spangler vom Projektmanagement der Öko-Modellregion im Landkreis Neumarkt: Die Öko-Modellregion im Landkreis Neumarkt habe mit der Steuerungsgruppe des Projektvorhabens mit der Planung und Mobilisierung zur Genossenschaft beigetragen. Zudem ergebe sich für Bio-Verarbeiter die Möglichkeit, hochwertige Ware aus professioneller Aufarbeitung zu beziehen. Ziel der Genossenschaft sei die Qualitätserhaltung der Druschfrüchte aus ökologischer Produktion sowie langfristig die Förderung und der Ausbau des regionalen Bio-Anbaus durch strukturelle Verbesserungen.

Mögliche Halle vorgestellt

August Obermeier, Mühlenbaumeister aus Schwindegg bei Dorfen, informierte über ein mögliches Lagerkonzept für 6000 Tonnen, das jederzeit erweitert werden könne. Er stellte den Plan einer Halle mit 80 Metern Länge und 30 Metern Breite vor. In einer Stunde könnten in einer solchen Halle 100 Tonnen Druschfrüchte ein- und ausgelagert werden. In die Halle integriert wären eine Trocknungsanlage, Lüfter, staubfreie Zonen und eine Dosieranlage. Möglich wäre ebenfalls die Trennung von Mischgetreide, eine Zwischenlagerung aber auch die Aufbereitung von Dinkel.

Über technische Einzelheiten sowie über den Energiebedarf informierte Stefan Innerhofer von der Firma regineering aus Denkendorf.

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Namen und Fakten

  • Aufsichtsratsvorsitzender:

    Karl Stephan aus Ittelhofen – Stellvertreter: Susanne Horn von der Lammsbräu Neumarkt

  • Weitere Mitglieder im Aufsichtsrat:

    Stefan Eichenseer (Lengenfeld), Christoph Hermann (Grubach bei Berching), Peter Meyer (Holnstein), Anton Reisinger (Hohenfels), Jakob Ehemann (Oberndorf) und Georg Götz (Thann)

  • Geschäftsanteil:

    2500 Euro

  • Regelung:

    Jedes Mitglied ist verpflichtet, sich für je angefangene 25 Tonnen zugesicherten Nutzungsanteil an der Gesamtlagerkapazität mit einem weiteren Geschäftsanteil zu beteiligen. (nbs)

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