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Kinder

Camp ließ das Heimweh schnell verfliegen

Das Projekt „Campbridge“ unterstützt Kinder mit schwieriger Biografie ein Jahr lang. Gestartet ist es mit einer Aktionswoche.
Von Heike Regnet

Das erste Campbridge-Aktionscamp fand mit einem Abend in Sulzbürg seinen fröhlichen Abschluss.
Das erste Campbridge-Aktionscamp fand mit einem Abend in Sulzbürg seinen fröhlichen Abschluss. Fotos: Regnet

Neumarkt.„Am Anfang hatte ich ein bisschen Heimweh, aber jetzt bin ich doch traurig, dass es schon wieder vorbei ist“, sagt Justina und ihre Freunde nicken zustimmend. „Zum Glück sehen wir uns in ein paar Wochen ja alle wieder“, meint Alex, denn das einwöchige Aktionscamp war der Auftakt zum ersten Campbridge-Projekt im Landkreis.

Erklärtes Ziel von Campbridge ist es, Kindern in schwierigen Lebenssituationen eine Stütze auf ihrem Entwicklungsweg über die familiären Möglichkeiten hinaus zu geben. Betreut werden die Kinder im Grundschulalter, die beim ersten Campbridge Aktionscamp aus der Grundschule Bräugasse Neumarkt und einer Fürther Grundschule kamen, von Mentoren, die die Aktionswoche gemeinsam vorbereiteten. Alle Fäden rund um das Projekt laufen bei Christoph Haas zusammen. Die Finanzierung wurde von Sponsoren übernommen.

Die männlichen Betreuer hatten sich als weibliche Modells verkleidet. Foto: Regnet
Die männlichen Betreuer hatten sich als weibliche Modells verkleidet. Foto: Regnet

„Das Aktionscamp ist eine tolle Sache“, sagt Schulleiterin Tanja Kölbel, die zum Abschlussabend am Freitag in die Familienerholungsstätte Sulzbürg gekommen war. „Als ich von dem Projekt hörte, war für mich sofort klar: da wollen wir dabei sein.“ Mit zum Betreuerteam gehörte beim Camp auch Tina Regnet, Jugendsozialarbeiterin an Schulen, die seit Februar in der Grundschule Bräugasse arbeitet. Sie wird die zwölf Neumarkter Mädchen und Jungen auch weiterhin auf ihrem Weg im Schulalltag begleiten, denn einmal in der Woche trifft sich die Gruppe zum „Sozialtraining“.

Auch die Mentoren profitieren

Das Campbridge-Projekt ist wohl durchdacht, denn nicht nur die Kinder profitieren, sondern auch die Mentoren lernen dazu – eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten. Denn neben Pädagogen und Betreuern des Kreisjugendrings sind junge Führungskräfte von Unternehmen wie Bionorica dabei, die Erfahrungen in Teamführung, Motivation und anderen Kernkompetenzen mit den Kindern sammeln konnten. „Ich bin so überzeugt von dem Konzept“, sagt Tanja Kölbel. „Ich hoffe, dass sich das Pilotprojekt etablieren kann und wir auch künftig daran teilhaben können.“

Zum bunten Abschlussabend erwartete die geladenen Gäste ein kurzweiliges Programm. So hatten Kinder und Betreuer eine lustige Modenschau vorbereitet. Hüpfende Zebras, wilde Leoparden und bunte Schmetterlinge waren ebenso mit von der Partie wie die neueste, coole Mode für Sport, Strand und Beachparty. Selbstverständlich waren auch die Betreuer als Modells auf dem Laufsteg unterwegs – zur großen Freude der Kinder. Da durfte eine lautstarke Stimmungsrakete zum Abschluss natürlich nicht fehlen.

25 Kinder hatten ein ausgefülltes Programm

Die Tage im Campbridge Aktionscamp waren für die 25 Kinder ausgefüllt, denn den sieben Betreuern mangelte es nicht an Ideen. Gesprächsrunden gehörten ebenso dazu wie Bastelnachmittage, Fußballspiele, Spaß auf dem Abenteuerspielplatz, Lagerfeuer und Schnitzeljagd. „Das war schon echt cool“, sagen Soykan und Till. „Vor allem das Fußballspielen war immer klasse.“

In der Pause gab es selbst gemacht Bowle und Bauernhofeis. Foto: Regnet
In der Pause gab es selbst gemacht Bowle und Bauernhofeis. Foto: Regnet

Am letzten Abend war auch Zeit, noch einmal zurückzublicken. Viel Spaß hatten die Kinder nicht nur beim Singen und Tanzen, sondern vor allem bei der großen Bilderpräsentation. Unzählige Fotos ließen die zurückliegenden Tage mit ihren zahlreichen Aktionen noch einmal lebendig werden. „Die Kinder sind zu einer tollen Gruppe zusammengewachsen“, so das einstimmige Resümee von Tina und Michael aus dem Betreuerteam.

Nachhaltigkeit ist großes Thema

Ende Oktober steht das nächste Aktionscamp an. Dann geht es für Kinder und Betreuer auf einen Bauernhof, denn neben der Stärkung von Sozialkompetenzen sind beim Projekt auch Nachhaltigkeit und Umwelt Schwerpunktthemen. Mitte Dezember trifft sich die Gruppe zum Weihnachtsbasar, im März lautet das Motto „Ökologischer Fußabdruck“ und im Juni geht es ins Zeltlager zum Abschlusscamp.

Die Betreuer demonstrierten den Gästen, wie sie die Kinder allmorgendlich mit Musik geweckt haben. Foto: Regnet
Die Betreuer demonstrierten den Gästen, wie sie die Kinder allmorgendlich mit Musik geweckt haben. Foto: Regnet

Vollauf zufrieden mit dem Verlauf des ersten Aktionscamps zeigten sich auch die Initiatoren von Campbridge Christoph Haas und Berthold Kohlhaus. Geplant sei, das Angebot im kommenden Jahr auch auf andere Regionen auszuweiten.

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