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Kirche

Dem Dekan fällt der Abschied schwer

Monsignore Richard Distler verlässt im Sommer die Neumarkter Hofkirche. Seine neue Wirkungsstätte steht schon fest.
Von Philipp Seitz

  • Für Dekan Monsignore Distler war die Jugendarbeit ein wichtiger Grundpfeiler. Ihm ging es auch darum, neue Wege für die Kirche zu finden. Foto: Archiv/ngh
  • Dekan Richard Distler kurz nach dem Moment, als feststand, dass sein Dogmatik-Lehrer Josef Ratzinger der neue Papst geworden ist. Foto: Archiv/Röhrl
  • Dekan Richard Distler verteilte im Jahr 2003 an mehrere Kinder die Erstkommunion. Foto: Archiv/K. Auer

Neumarkt.Das Dekanat Neumarkt steht vor einem personellen Umbruch. Nach 24 Jahren wird für das Dekanat und dessen 46 Pfarreien ein neuer Dekan gesucht. Der bisherige Dekan Monsignore Richard Distler geht nach 28 Jahren als Pfarrer an der Hofkirche in den Ruhestand. Dass ein Geistlicher so lange in diesem Amt ist, bezeichnet Distler selbst als unüblich.

Nach den Bistumsstatuten ernennt der Eichstätter Bischof den Dekan jeweils für fünf Jahre. Danach kann er den Dekan im Amt bestätigen oder einen neuen Dekan ernennen. Bischof Gregor Maria Hanke sowie seine Vorgänger Walter Mixa und Bischof Karl Braun bestätigten Distler mehrfach. Doch zum 1. September ist für Distler endgültig Schluss: Der 70-Jährige verabschiedet sich in den Ruhestand und verlässt Neumarkt. Der Wechsel in den neuen Lebensabschnitt falle ihm schwer, räumt Dekan Distler ein. „Ich hänge noch stark an dieser Aufgabe und muss lernen, nun loszulassen und abzugeben.“

„Ich hänge noch stark an dieser Aufgabe.“

Dekan Richard Distler

Als Dekan ist Distler so etwas wie ein Mittler zwischen der Bistumsleitung und den Pfarreien vor Ort. Es gilt, ein offenes Ohr zu haben und die richtigen Töne zu treffen. Bei unterschiedlichen Meinungen zwischen Priestern oder in den Pfarrgemeinden moderiert der Dekan und sucht nach einvernehmlichen Lösungen. Im Gespräch betont Distler mehrfach, dass es ihm während seiner Amtszeit wichtig gewesen sei, „den Zusammenhalt untereinander“ zu stärken.

Der Dekan soll Brücken bauen

Im Neumarkter Pfarrgarten fühlte sich Dekan Richard Distler immer wohl. Nun steht im Sommer der Abschied von der Pfarrei an.
Im Neumarkter Pfarrgarten fühlte sich Dekan Richard Distler immer wohl. Nun steht im Sommer der Abschied von der Pfarrei an. Foto: Archiv

Der Dekan ist aber nicht nur für die Pfarrer sowie die hauptamtlichen kirchlichen Mitarbeiter in seinem Bereich zuständig und leitet deren monatliche Konferenzen. Er ist auch geistlicher Leiter des Dekanatsrats, der den Dekan als Laiengremium unterstützt. Zudem ist er eine Art Brückenbauer: Er knüpft Kontakte zu Schulen, Behörden und Verbänden und soll die Ökumene im Dekanat voranbringen.

Ein Anliegen Distlers ist es, ein offenes Ohr für die Priester wie auch die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter zu haben. Ebenso sei die Jugendarbeit im Dekanat ein Grundpfeiler. Es sei wichtig, junge Menschen für die Kirche zu gewinnen. Mit dem evangelischen Dekanat arbeitete der katholische Geistliche eng zusammen. Insgesamt seien es die unterschiedlichen Bereiche, die seine Arbeit so spannend machten, sagt Distler: „Für mich ist es ein sehr schönes Amt, das ich sehr gerne ausfülle und das mir am Herzen liegt.“

Neben dem Dekansamt betreut Distler seit 28 Jahren die Gläubigen der Neumarkter Hofpfarrei. Eine Aufgabe, bei der er viele Erfahrungen sammeln und viele Menschen in der Stadt kennenlernen und schätzen durfte, wie er sagt. „Der Abschied von Neumarkt und der Pfarrei fällt mir entsprechend schwer.“ Doch nun sei die Zeit gekommen, einen Schnitt zu machen und einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen, sagt der Dekan, der im Juni seinen 71. Geburtstag feiert. Am Sonntag, 30. Juli, verabschiedet sich Distler um 10 Uhr bei einem Festgottesdienst und anschließendem Stehempfang von allen Gläubigen, am Nachmittag bei den geladenen Gästen mit einer Vesper und einer Abschiedsfeier im Reitstadel.

„Der Abschied von Neumarkt und der Pfarrei fällt mir schwer.“

Dekan Richard Distler

Bis dahin hat der Dekan aber noch jede Menge Termine vor sich. Sein Kalender ist immer noch prall gefüllt. Nach seiner Zeit in Neumarkt will Distler als Ruhestandsgeistlicher wirken. Er sei es schließlich gewohnt und es mache ihm Freude, auch weiterhin als Priester zu wirken. Wohnen wird er dann in Meckenhausen bei Freystadt im Elternhaus seiner Pfarrhaushälterin Elisabeth Harrer, die ihn seit 36 Jahren unterstützt. Dem örtlichen Pfarrer bot Distler an, gerne auszuhelfen. Er möchte auch offen sein für Anfragen aus dem bisherigen Dekanat Neumarkt. Denn in den dortigen Pfarreien, sagt Distler, kenne er sich bestens aus.

Antworten auf die Fragen der Zeit

Dekan Richard Distler beim Blasiussegen im Jahr 2011.
Dekan Richard Distler beim Blasiussegen im Jahr 2011. Foto: Archiv/Ferstl

Nicht nur für Distler wird es wohl so manche Umstellung geben. Im Dekanat und der Hofkirche wird es bald einen neuen Chef geben. Zu den engsten Mitarbeitern von Dekan Distler zählt Christian Schrödl. Der 42-jährige Diplomtheologe ist seit 2013 Dekanatsreferent der katholischen Kirche für die Dekanate Neumarkt und Habsberg. In dieser Funktion will Schrödl dafür sorgen, dass wieder mehr Menschen den Weg in die Kirche finden.

Lesen Sie mehr: Auch ein Geistlicher wie Dekan Distler hat Sorgen. Er sagt: „Dass es der Kirche momentan nicht so gut geht, ist kein Geheimnis.“

Er habe bereits in seiner Zeit als Ehrenamtlicher erlebt, dass Dekan Distler sehr aufgeschlossen gegenüber der Jugendarbeit sei, sagt Schrödl. Nicht nur in diesem Bereich seien mehrere Großprojekte realisiert worden. Er schätze besonders an Distler, dass dieser den Blick auch in die Zukunft richte und sich der Frage stelle, welche Perspektiven die Kirche künftig hat: „Ihm ging es immer auch darum, neue Wege zu beschreiten.“ Distler spreche Themen an, die das Leben der Menschen betreffen und versuche, Interesse am Zusammenwirken von Kultur, Geschichte und Religion zu schaffen.

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